Der große Gatsby - F. Scott Fitzgerald
5 Sterne Roman

Der große Gatsby – F. Scott Fitzgerald

Vor kurzem habe ich die Verfilmung mit Leonardo DiCaprio, Carey Mulligan und Tobey Maguire gesehen. Vor allem die ausschweifende Darstellung der goldenen Zwanziger und des äußerlichen Luxus, der doch nicht über die inneren Sehnsüchte hinweghilft, hat mir sehr gefallen. Deshalb habe ich mich gefreut als ich eine Ausgabe der Süddeutsche Zeitung Bibliothek im offenen Bücherschrank in Wieselburg von „Der große Gatsby“ entdeckt habe.

Jay Gatsby wusste schon früh, dass der Erfolg keine Frage des Reichtums ist sondern viele mehr eine Frage der Selbstdarstellung. Ganz in diesem Sinne lebt er in einem riesigen Haus in West Egg auf Long Island und feiert ausschweifende Feste, die an Dekadenz kaum mehr zu überbieten sind. Lediglich ein Zusammensein mit seiner großen Liebe Daisy wird Gatsby verwehrt.

„Ich bin jetzt rund ’ne Woche betrunken und dachte, es würde mich vielleicht ernüchtern, in ’ner Bibliothek zu sitzen.“
F. Scott Fitzgerald

Die Geschichte wird aus der Sicht von Nick Carraway, dem Nachbarn von Jay Gatsby und einem entfernten Cousin der schönen Daisy erzählt. Nick kommt nach New York um als Wertpapierhändler sein Glück zu versuchen. Er lebt in einem kleinen, schnuckeligen Häuschen, das direkt neben der imposanten Villa von Gatsby steht. Rasch entwickelt sich so etwas wie Freundschaft zwischen Nick und dem mysteriösen Gatsby.

Mit „Der große Gatsby“ führt uns Fitzgerald vor Augen, dass Erfolg nicht alles ist. Gerade die Beschreibung von Daisy Buchanan und die Details rund um ihre Stimme sind sehr eindringlich. Diese Detailverliebt und Sorgfalt zieht sich durch das ganze Buch und lässt einen sehr plastischen Eindruck entstehen. Möglicherweise wurde dieser Eindruck bei mir verstärke, da ich den Film noch sehr deutlich vor Augen hatte und sich teilweise Szenen noch einmal geistig abspielten.

Am Ende musste ich auch an Romeo und Julia denken. Die große Liebe, mit der man keine Zukunft hat, verfeindete Familien oder eben unterschiedliche gesellschaftliche Schichten, die Sinnlosigkeit des Lebens ohne den anderen.

Fazit:
„Der große Gatsby“ ist ein wahrer Lesegenuss. Die goldenen Zwanziger und das dekadente Leben laden zum Träumen ein und am Ende ist man doch irgendwie froh nicht Teil dieser Gesellschaft zu sein. Hier muss ich auch ausnahmsweise sagen, dass ich sowohl das Buch als auch die Verfilmung mit Leonardo DiCaprio uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

2 Kommentare

  1. Ich habe den Film gerade vor Kurzem mit hohen Erwartungen gesehen – ehrlich gesagt war ich etwas enttäuscht, die Probleme dieser „High-society-Gesellschaft“ haben mich irgendwie nicht richtig berühren können und schade fand ich auch, dass bei den vielen Party-szenen nicht die Jazzmusik der damaligen Zeit zu hören war, sondern moderne Technomusik, die mich nicht gerade umgehauen hat. Das Buch habe ich nicht gelesen – vielleicht habe ich den Film auch einfach nicht verstanden und der wahre Zauber dieser Geschichte ist mir einfach verborgen geblieben. Manchmal muss ich solche Filme bzw. Bücher lange Zeit später noch einmal sehen/ lesen, bis ich ihnen etwas abgewinnen kann.
    Deine Rezension hat mir aber richtig gut gefallen – meine Freundin und ich schreiben auch einen Literaturblog und würden uns freuen, wenn du mal vorbeisehen würdest 🙂
    Liebe Grüße
    Vi

    1. Hallo!
      Und danke für deinen Besuch.
      Ich fand alleine schon die Kostüme an dem Filmen großartig. Da kann ich mich in meine eigene kleine Welt träumen 😉

      Sehr schönen Blog habt ihr beiden auf die Beine gestellt. Bei Gelegenheit werde ich mir auch noch eure Gedichte etwas näher ansehen.
      Liebe Grüße
      Sabrina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.