Florian C. Booktian
Interview

Florian C. Booktian im Interview

Florian C. BooktianAutoren durfte ich nun schon des Öfteren interviewen. Mit Florian C. Booktian stand mir ein Wesen aus einer anderen Galaxie Rede und Antwort. Verheizte Bücher, Sprachzwerge, Schnitzelbären und ein vielleicht bald nahender Todesfall – das alles und vieles mehr gibt’s hier zu lesen.

lesefreude: Nach den Abenteuern des kleinen Schnitzelbären hast du mit Milten & Percy nun ein Buch für Jugendliche und Erwachsene geschaffen. Was hat dich dazu bewegt nach drei Büchern für Kinder etwas für die Älteren zu schreiben?
Florian C. Booktian: Nach drei Kinderbüchern wollte ich sehen, ob ich es schaffe, eine Geschichte zu schreiben, die nur von meinem Text getragen wird. Bei den Bilderbüchern kann ich meine Fehler als Autor einfach untergehen lassen. Die Logik fehlt? Aber das Bild ist so süß! Das Ende ist komisch? Aber schaut nur wie goldig der Bär aussieht! Der Roman war für mich das erste Buch ohne Stützräder. Deswegen habe ich mich hier auch gegen alles Artwork entschieden. Beim zweiten Band wird sich das ändern. Milten und Percy werden in gezeichneter Gestalt auftreten und es wird sogar eine Überraschung am Ende des Buches geben.

lesefreude: Wie fühlt man sich wenn man mit gerade einmal 24 Jahren bereits über 150 Millionen Bücher in der Galaxie #590B verkauft hat?
Florian C. Booktian: Als wäre man ganz alleine für das Waldsterben verantwortlich [lacht]. Aber nein, es ist natürlich ein unglaubliches Erfolgsgefühl. Es fühlt sich gut an gelesen zu werden. Es steht aber nach wie vor außer Frage, dass nicht alle diese Bücher zum Lesen gekauft werden. Die Sprachzwerge zum Beispiel heizen tatsächlich mit meinen Büchern. Mit den kleinen Kerlchen habe ich mich vor langer Zeit mal angelegt. Die dritte Generation Sprachzwerg hinterfragt wahrscheinlich gar nicht mehr, warum sie Schnitzelbär Bücher in den Holzofen stopfen [lacht].

lesefreude: Sind die Wesen in der Galaxie #590B wählerischer als wir Menschen auf der Erde was die Auswahl ihrer Literatur und Bücher betrifft?
Florian C. Booktian: Das kommt natürlich darauf an. Unter meinen Artgenossen, den Vielschreiberlingen, bin ich genauso verpönt wie geliebt. Der ein oder andere Zauber soll aber schon beobachtet worden sein, wie er im Garten sitzend in einem Booktian Roman blättert. Bücher werden in Gnaa einfach anders gehandhabt. Die Auswahl ist größer da es viele Daseinsformen gibt die schneller produzieren können. Natürlich haben auch wir Gnaalinge unsere Trends. Momentan laufen Bücher gut in dem jemand Dinge sagt wie: „Haltet ihn auf er hat den Kuchen geklaut!“ oder „Nimm deinen großen Zeh aus meinem Ohr!“ Wenn das Cover dann noch eine Maus aufweist, ist es ein garantierter Verkaufserfolg. Deshalb hat „Milten & Percy – Das Schloss der Skelette“ auch eine Maus auf dem Frontcover. Das war nicht meine Idee, das hat der Verlag so beschlossen. Aber es ist eine schöne Maus geworden. Andere Daseinsformen wiederum können mich schlicht weg nicht leiden.

lesefreude: Wie die Sprachzwerge?
Florian C. Booktian: [lacht]Genau! Tja … diese verflixten Sprachzwerge. Jeden Monat gehen meine Bücher zu Tonnen in deren Heimat. Ganz als würden sie Holz für den Winter bestellen. Das hat man eben davon, wenn man dem Obersten Sprachzwerg Linguisten mit einem Brief voller Rechtschreibfehler beleidigt.

lesefreude: Wenn man wie du zu der Daseinsform der Vielschreiberlinge („Autorus Fantasticus“) gehört, hat man da überhaupt noch Zeit für ein Leben abseits des Schriftstellerdaseins?
Florian C. Booktian: Aber natürlich! Ich sitze genau so vor dem Fernseher, und warte auf die neuste Folge Game of Thrones, wie alle anderen, die endlich sehen wollen, wann die Drachen ausgewachsen sind, und Cersei bei Kerzenschein über dem Feuer rösten. Ich fiebere auch neuen Büchern entgegen und ziehe mir in den unpassendsten Momenten eine Erkältung zu. Meine Arbeit ist meine Arbeit. Sie besteht eben dankbarerweise aus dem schreiben und Interviews. Der größte Unterschied zu vielen normalen Berufen besteht darin, dass ich niemals frei habe. Wenn die Idee kommt, kommt sie um drei Uhr morgens genau so pünktlich wie um drei Uhr mittags. Das ist dann wieder wie mit einem Chef im normalen Leben. Dem ist ja auch egal, wann es einem recht ist, und steht wie die Idee um drei Uhr morgens fordernd und plötzlich vor einem.

lesefreude: Milten & Percy kehren in „Der Tod des Florian C. Booktians“ zurück. Müssen wir uns Sorgen um deine Gesundheit machen?
Florian C. Booktian: Leider ja. Ich fürchte die Dinge stehen schlecht für diesen ollen Vielschreiberling. Wenn ich das nächste Buch überlebe, gibt es vielleicht ein drittes. Wenn! So viel will ich verraten: Mein Tod liegt in den Händen meiner Kritiker. Und zwar im Wort wörtlichsten Sinne.

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