Schneemusik - Dagmar Fohl - Vorschau
5 Sterne Thriller & Krimi

Schneemusik – Dagmar Fohl

[Werbung*]

Die Handlung

Der Schriftsteller Olaf Sprengler verliebt sich Hals über Kopf in die angesehene Klimaforscherin Selma Johansen. Schnell wird geheiratet und dem trauten Glück steht nichts mehr im Wege. Wäre da nicht Olafs krankhafte Eifersucht. Als Selma mit Greiner nicht nur einen neuen Kollegen, sondern mit ihm auch einen guten Freund bekommt, kennt Sprenglers Eifersucht keine Grenzen mehr. Er folgt Selma auf Schritt und Tritt. Die eigene schriftstellerische Karriere gerät dabei vorerst in den Hintergrund. Bis Olaf schließlich nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden kann. Neben Selma jagt er nun dem großen Bestseller nach.

Meine Meinung

Das Buch ist sehr intensiv. Mit Zeitungsausschnitten und Zitaten, beispielsweise aus Shakespeares Othello, gibt es ständig Abwechslung. So hat der Leser Zeit zum Nachdenken und reflektieren. Dies schadet bei dem hohem Tempo und der Verschmelzung von Realität und Fiktion nicht.

„Sprengler sprang auf und lief ins Bad, wie eine Hyäne schnüffelte er nach Greiners Gerüchen, er suchte die Becken und Kacheln nach fremden Haaren ab, schnupperte an den Handtüchern und prüfte, ob eines nicht wie gewohnt am Haken hing.“
Seite 115

Während Olaf zu Beginn ein sympathischer Charakter ist, macht er ob seiner krankhaften Eifersucht einen Wandel durch. Der Leser verspürt die selbe Verstörtheit, die in Selma vorgehen muss. Der liebe Mann, in den sich verliebt hat, wandelt sich zu einem wahren Monster und nimmt ihr jegliche Luft zum Atmen.

Dagmar Fohl zieht den Leser in ihren Bann. Man fühlt mit den beiden Hauptprotagonisten. Einerseits kann man den Schmerz Olafs nachvollziehen, wie sich Selma immer weiter von ihm entfernt. Oder ist dies bereits Teil der Fiktion? Ist letzten Endes sein Verhalten an dieser Flucht schuld? Ein Teufelskreis dessen Ursprung nicht greifbar ist.

„Nein, von seinen Büchern hätte er sich nicht getrennt, genauso wenig wie er zum E-Book-Leser werden würde. Natürlich hat er es ausprobiert, schließlich kamen auch seine Romane als E-Book heraus. Er empfand das Bildschirm-Lesen als unsinnlich und anonym. Sprengler liebte seinen Bleistift, das Papier, das er hin und her blättern oder knicken konnte, er brauchte das Gefühl, Teil seiner Bücher zu sein, darin zu leben und seine Spuren zu hinterlassen.“
Seite 53

Ich hab mich beim Lesen des Buches wahnsinnig wohl gefühlt. Einerseits verspürt man eine große Beklemmung aufgrund der krankhaften Eifersucht, die kein normales Leben für das Ehepaar zulässt. Andererseits komponiert Dagmar Fohl ihre Sätze derart gefühlvoll, dass ich mich geborgen fühlte. Eine Stimmung ähnlich wie beim Hören eines guten Musikstückes durchströmte mich.

Sehr Schade finde ich, dass die Beschreibung des Buches Spoiler enthält. Beim Schreiben meiner eigenen „Handlungbeschreibung“ habe ich gemerkt, wie schwer es ist den Inhalt darzustellen, ohne dabei zu spoilern. Ich denke, dass mir das ganz gut gelangen. Wenngleich ich zugeben muss, dass die Beschreibung des Verlags so formuliert ist, dass ich viel mehr Lust auf das Buch bekommen. Dennoch darf ein Spoiler in der Inhaltsbeschreibung einfach nicht sein.

Schneemusik - Dagmar Fohl

Fazit

★★★★★

Ein wunderschönes Buch, das das Thema der krankhaften Eifersucht intensiv beleuchtet. Dagmar Fohl besticht dabei durch ihren gefühlvollen und fokussierten Schreibstil mit dem sie mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Ich habe beim Lesen deutlich die Beklemmung der Protagonisten gefühlt, ein Band aus Melancholie, das sich um mein Herz legte. Dennoch fühlte ich mich zeitgleich in den sorgfältig komponierten Sätzen unglaublich wohl. Pure Lesefreude!

*Das Buch wurde mir vom Gmeiner Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! Die Rezension wurde davon nicht beeinflusst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.