<span;>Ariane, eine arbeitslose Journalistin für lokale Kriminalfälle, lebt seit zwei Jahren zurückgezogen. Als sie von ihrer früheren besten Freundin Sandrine zu deren Verlobungsfeier im Stadtwald eingeladen wird, scheint es eine seltene Gelegenheit zu sein, wieder Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen. Am nächsten Morgen ist Sandrine jedoch spurlos verschwunden. Alles, was Ariane bleibt, ist der geteilte GPS-Standort ihrer Freundin – ein roter Punkt auf der Karte ihres Smartphones, der sich weiter bewegt. Besessen verfolgt sie jede Bewegung und versucht, das Rätsel um Sandrines Verschwinden zu lösen.
<span;>Die Grundidee des Buches hat mich sofort angesprochen. Ein verschwundener Mensch, dessen Standort weiterhin über eine geteilte GPS-Verbindung verfolgt werden kann – das ist eine moderne und spannende Ausgangssituation. Gerade in einer Zeit, in der Standortfreigaben und digitale Spuren zum Alltag gehören, steckt darin enormes Thrillerpotenzial. Besonders zu Beginn gelingt es der Geschichte auch, genau diese Spannung aufzubauen. Der rote Punkt auf der Karte wird zu einem starken Symbol für Hoffnung, Angst und Kontrolle zugleich.
<span;>Leider verliert sich der Roman im weiteren Verlauf zunehmend. Aus der zunächst klaren und vielversprechenden Prämisse entwickelt sich ein immer abstruserer und verworrener Handlungsverlauf. Statt die Spannung rund um das Verschwinden der Freundin konsequent auszubauen, driftet die Geschichte immer stärker in eine fast surreale Richtung ab. Dadurch wird es zunehmend schwierig, der Handlung zu folgen oder eine klare Linie zu erkennen.
<span;>Gerade das Ende hinterließ bei mir ein Gefühl von Chaos. Die Geschichte scheint viele Ideen anzudeuten, bringt sie aber nicht wirklich zusammen. Dadurch wirkt der Roman eher wie ein wirrer Trip als wie ein durchdachter Thriller. Das ist schade, denn die Ausgangsidee hätte durchaus Stoff für eine sehr packende Geschichte geboten.
<span;>Ein spannender Ansatz mit einer modernen Thrilleridee, der zunächst großes Potenzial zeigt. Leider verliert sich die Handlung im Verlauf immer mehr und endet in einer verwirrenden und wenig befriedigenden Auflösung.




