Half his age – Jennette McCurdy

Waldo will mehr. Mehr vom Leben, mehr Aufmerksamkeit, mehr Liebe – und vor allem will sie ihren Lehrer Mr. Korgy. Unbedingt. Einsamkeit und Wut treiben sie an, lassen ihre Sehnsucht immer größer werden.

„Half His Age“ ist ein eindringlicher Schrei nach Liebe und Anerkennung. Waldo wächst unter schwierigen Bedingungen auf. Von ihrer Mutter übernimmt sie ein verzerrtes Bild von Nähe und Zuneigung: dieses Anbiedern bis zur Selbstaufgabe, nur um einen Tropfen männlicher Bestätigung zu erhalten. Es ist schmerzhaft mitanzusehen, wie sehr sich Waldo nach gesehen und gewollt werden sehnt – und wie bereitwillig sie dafür Grenzen überschreitet.

Gleichzeitig erzählt der Roman vom Erwachsenwerden in all seiner Zerbrechlichkeit. Freundschaften verändern sich, alte Sicherheiten brechen weg, neue Lebenswege schaffen Distanz, wo einst Nähe war. Waldo beginnt zu hinterfragen – sich selbst, ihre Wünsche, ihre Vorstellungen von Liebe. Und sie sehnt sich nach etwas, das sie eigentlich nicht haben darf. Oder vielleicht doch?

Jennette McCurdys roher, direkter und schneller Schreibstil trägt die Geschichte eindrucksvoll. Sie beschönigt nichts, lässt Schmerz und Sehnsucht spürbar werden und zwingt die Leser:innen, genauer hinzusehen. „Half His Age“ ist ein Coming-of-Age-Roman, der deutlich tiefer geht, als Titel und Cover zunächst vermuten lassen. Gerade das lasziv anmutende, leicht anrüchige Cover erweist sich als klug gewählter Kontrast zu der emotionalen Wucht des Inhalts.

Der Verlag und Netgalley haben mir ein eBook zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! 

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