Nach einem Umzug hoffen Nina und Zac auf einen Neuanfang in einem neuen Appartement. Die Nachbarn von oben, Chris und Vanessa, heißen sie freundlich willkommen und wirken zunächst wie perfekte neue Freunde. Doch nach und nach verändert sich die Situation: Im Haus häufen sich seltsame Ereignisse, Streitgespräche von oben stören die Nächte, und das Gefühl, beobachtet zu werden, wächst.
Gleichzeitig geraten auch andere Lebensbereiche aus dem Gleichgewicht – berufliche Probleme, Gerüchte und Konflikte belasten die Beziehung. Als schließlich ein Geheimnis ans Licht zu kommen scheint, gerät das Leben der Protagonistin zunehmend außer Kontrolle. Die Frage bleibt: Handelt es sich um Paranoia – oder steckt tatsächlich jemand hinter den Ereignissen?
Inhaltlich hat der Thriller eine durchaus interessante Grundidee. Die Atmosphäre rund um Misstrauen, Beobachtung und die Frage, wem man überhaupt noch trauen kann, bietet eigentlich viel Potenzial für Spannung.
Leider konnte mich die Umsetzung kaum überzeugen. Der Stil ist sehr einfach und oft unnötig ausschweifend. Viele Situationen werden mehrfach erklärt oder extrem detailliert beschrieben, sodass der Leser kaum Raum bekommt, selbst Schlüsse zu ziehen. Das macht das Buch zwar leicht zugänglich, wirkt aber auf Dauer ermüdend.
Hinzu kommt, dass die Protagonistin durch diese permanente Übererklärung zunehmend anstrengend wirkt. Immer wieder entstehen Situationen, in denen man sich als Leser fragt, warum die Figuren nicht einfach miteinander reden, anstatt sich in Missverständnissen zu verlieren.
Auch strukturell wirkt der Roman überladen: Die Autorin eröffnet sehr viele Nebenstränge und führt zahlreiche Figuren ein. Mit weniger Charakteren hätte die Geschichte deutlich mehr Raum für echte Tiefe und Entwicklung bekommen.
Eine spannende Grundidee mit Thrillerpotenzial, die jedoch durch einen sehr ausführlichen, teilweise redundanten Schreibstil und zu viele Nebenhandlungen an Wirkung verliert.




