Sie ist Ende zwanzig und gefangen in einem ruhelosen, fast lähmenden Zustand. Als sie das Tagebuch von Yna findet, beginnt sie Nachforschungen: Wer war diese Frau? Lebt sie noch? Und wer ist Alejandro, nach dem sich Yna so sehnsüchtig verzehrt?
Das Tagebuch wird für die Protagonistin schnell mehr als nur eine Spurensuche – es ist eine willkommene Flucht. Eine Möglichkeit, sich nicht mit den eigenen Bedürfnissen und Problemen auseinandersetzen zu müssen. Stattdessen verliert sie sich in einer fremden Geschichte, in der Sehnsucht nach einem „Mehr“, nach einem Leben, das sich intensiver, bedeutungsvoller anfühlt als ihr eigenes.
Dabei zeichnet der Roman ein schonungsloses Bild eines inneren Zustands: selbstzerstörerisch, depressiv und von tiefer Einsamkeit geprägt. Der Schmerz der Protagonistin ist greifbar nah, ihre Sehnsüchte wirken erschreckend nachvollziehbar.
„Ich werde alleine sein und ohne Party“ ist ein eindringliches Gesellschaftsporträt über Einsamkeit, Orientierungslosigkeit und das Verlangen nach Verbindung. Emotional fordernd, stellenweise schwer auszuhalten und gerade deshalb so lesenswert.
Wagenbach hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.




