Nachhaltig leben – Caroline Piech

Categories 3 Sterne, RatgeberPosted on
45 Tipps für ein nachhaltiges Leben von Caroline Piech

Der Inhalt

Unser Verhalten und unser Konsum hinterlässt Spuren. Plastik verschmutzt die Weltmeer und wir verbrauchen mehr Ressourcen als zur Verfügung stehen. Handeln ist gefragt! Ein jeder muss handeln! Jetzt!

Meine Meinung

Mit „Nachhaltig leben: Wie du bewusster Leben kannst. 45 Tipps für mehr Nachhaltigkeit“ trifft Carlone Piech den Zahn der Zeit. Dabei gehört „Nachhalt“ und „Nachhaltigkeit“ zu teils inflationär gebraucht Begriffen. Schnell dahin gesagt, ohne sich die genau Bedeutung überhaupt bewusst zu sein.

Deshalb fängt Caroline Piech mit einer Definition des Begriffs an. So stellt sie ein gemeinsames Verständnis für den Rest ihres Buches sicher. Caroline sieht Nachhaltigkeit vollumfänglich und sehr weitläufig. Sämtliche Bereiche des Lebens vom Konsum über den Energieverbrauch und vieles mehr zählen dazu.

Nachhaltig Leben - Caroline Piech

Ihr Vergleich eines nachhaltigen Lebens mit einer Diät gefällt mir persönlich nicht so gut. Denn eine Diät ist in meinem Kopf, und vermutlichen in vielen anderen, mit viel zu vielen negativen Aspekten assoziiert. Caroline spricht auch von den vielen Dingen auf die man verzichten muss und verstärkt somit meine negativen Gedanken.

Liest man das Buch weiter und befasst sich schließlich mit den 45 Tipps für mehr Nachhaltigkeit, sieht man, dass so einiges ganz und gar nichts mehr Einschränkung und Verzicht zu tun hat. Gut ein bisschen Disziplin ist gefragt, wenn man beispielsweise immer eine Stofftasche zum Einkaufen mitnimmt. Doch am Ende des Tages schont man damit seinen eigen Geldbeutel, wenn man keine Plastiksackerl mehr kauft und erhält als Sahnehäubchen noch ein gutes Gefühl.

Nachhaltig Leben - 45 Tipps

Für alle bibliophilen, wie mich, spricht Caroline Piech einen wunden Punkt an. Ich liebe meine Bücher. Und ich liebes hier in meiner Bibliothek am Schreibtisch, umgeben von meinen Büchern, zu sitzen. Nachhaltig sind gedruckt Bücher nicht. Ja, und viele Bücher liest man halt tatsächlich nur einmal. Und dann? Mit ebooks steht eine nachhaltige Alternative zur Verfügung…

Verloren geht der fantastische Geruch von Büchern. Egal ob das Buch frisch gedruckt ist oder schon einige Jahre oder gar Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Alleine der Geruch eines Buches erzählt seine ganz eigene Geschichte.

Klar war mir auch schon vor dem Lesen von „Nachhaltig leben“, dass Bücher jede Menge Ressourcen benötigen. In gewissen Bereichen, die einem besonders viel bedeuten, ignoriert man so etwas jedoch gerne mal. Insofern bin ich froh, dass auch dieses Thema angesprochen wird.

Glücklicherweise stellt uns Caroline 45 Tipps für mehr Nachhaltigkeit zur Verfügung. Da muss ich ja nicht unbedingt bei den Büchern anfangen. Aufgrund der weitläufigen Definition von Nachhaltigkeit, verteilen sich auch die Tipps auf unterschiedlichste Lebensbereiche.

Alle Tipps auf einmal umsetzen ist utopisch und zum Scheitern verurteilt. Deshalb finde ich es legitim sich zu Beginn jene Dinge herauszusuchen, die einem persönlich leichter fallen. Man kann so relativ sicher Nachhaltigkeitserfolge verzeichnen und sich anschließend Schritt für Schritt weiter vortasten. Auch Caroline Piech warnt davor sich zu viel auf einmal vorzunehmen.

45 Tipps für ein nachhaltiges Leben von Caroline Piech

Ich würde mehr wünschen, dass am Design des Buches noch etwas gefeilt wird. Ich denke da zum Beispiel an Fumio Sasakis „55 Tipps für ein minimalistisches Leben“. Das Buch ist recht einfach und dennoch super schön gestaltet. Es macht optisch Spaß beim Lesen und regt dazu an immer wieder durch zu blättern und sich den ein oder anderen Tipp noch einmal durchzulesen.

Abgerundet wird das Buch durch weitere Kapitel wie die Folgen von nicht nachhaltigem Leben, wer Schuld am Plastik im Meer ist oder eben auch Argumente von „Gegnern“ warum Nachhaltigkeit nicht funktioniert. Diese Fakten, die gegen ein nachhaltiges Leben sprechen, klingen im ersten Moment alle irgendwie schlüssig. Leider werden sie von der Autorin nicht entkräftet. Klar, wenn ich darüber nachdenke kann ich das selbst. Dennoch fände ich es wichtig, dass Caroline Piech diesen Schritt noch für unser Leser macht.

Last but not least werden im Kapitel zum ökologischen Fußabdruck die unterschiedlichen Bereiche dargestellt, die zur Bewertung des eigenen Fussabdrucks untersucht werden. Es wird darauf verwiesen, dass es unterschiedliche Tests gibt und der Fußabdruck genauer wird je mehr Fragen der Test beinhaltet. Zumindest Links oder Hinweise wo man seinen Fußabdruck nun tatsächlich ermitteln kann, wären schön gewesen.

Besonders toll würde ich einen kurzen Fragebogen finden, der in einem Schulnotensystem von 1 bis 5 meinen eigenen Fußabdruck bewertet. Also einen Art Quick-Test für den eigenen ökologischen Fußabdruck. Denn so wirkt das Kapitel irgendwie aus der Luft gerissen und lässt mich als Leser hilflos zurück.

Fazit

★★★☆☆

Caroline Piech hat sich viel Mühe gegeben und 45 Tipps für ein nachhaltigeres Leben zusammengestellt. Manche stellen sich für mich praktikabler dar als andere. Gute Anregungen geben diese Tipps allemal.

Mit weiteren Überlegungen werden die Tipps, die das Herzstück von „Nachhaltig leben“ darstellen, abgerundet. Dabei hätte ich mir bei dem ein oder anderen Kapitel noch etwas konkretere Darstellungen gewünscht. In Summe ist das Buch jedoch ein toller, leichter Einstieg in die Thematik. Alle, die sich schon davor mit der Thematik auseinander gesetzt haben, werden wenig Neues erfahren.

4 comments

  1. Vielen Dank für die Rezension, da weiß ich gleich, dass ich mir das Buch sparen kann.
    Habe bereits ein, zwei Bücher zu dem Thema und bin in meinem privaten Umfeld schon ein bisschen Vorreiter, was Einkauf und Plastik im Badezimmer angeht, da brauche ich wohl kein Einsteigerbuch mehr :)

    Liebe Grüße
    Chrissi

    1. Hallo Chrissi!

      Ja, wenn du schon Bücher zu dem Thema gelesen hast und bereits bewusst in manchen Lebensbereichen auf Plastik verzichtest, wirst du wahrscheinlich nicht mehr viel neues lernen. Denn ist es auch wichtig, Einsteigerbücher für ein nachhaltiges Leben zu schreiben, denn irgendwie muss man ja schließlich anfangen :D

      Liebe Grüße
      Sabrina

  2. Sehr gut nachvollziehbare Rezension. Ich finde das Thema auch sehr wichtig und finde es toll, dass es jetzt so viele Bücher gibt, die sich damit beschäftigen, aber leider liest man dabei oft immer wieder das gleiche. Natürlich gibt es Tipps, die unverzichtbar sind und unendlich kreativ kann man dabei auch nicht sein, aber ich frage mich bei jedem dieser Bücher, was es hat, was die anderen nicht haben. Die Erfahrung, dass man sie oft nur als absoluter Einsteiger brauchen kann, habe ich leider auch schon gemacht und finde das sehr schade.
    Toll finde ich aber den Hinweis, dass man nicht alles (sofort) umsetzen muss. Das ist eben wie der Unterschied zwischen Diät und Ernährungsumstellung: Entweder alles sofort ändern und scheitern oder kleine Dinge verändern und sich daran gewöhnen, bis sie keinen Verzicht oder Aufwand mehr darstellen.
    Ich hoffe, du konntest ein bisschen was an Tipps mitnhemen und das Buch hat dich weitergebracht. :)

    1. Hallo Jacquy!

      Den Klassiker mit dem Verzicht auf Plastiksackerl und Plastikbecher kann ich mittlerweile gar nicht mehr hören. Aber klar, wer das noch nicht macht, hat eine super quick-wins.
      Deinen Vergleich mit Diät und Ernäherungsumstellung finde ich gelungen. Denn eine Diät ist viel zu oft (gedanklich) mit mühsamen Verzicht und Selbstkasteiung verbunden. Doch ein Leben mit weniger oder ohne Plastik, heißt nicht unbedingt, dass man auf etwas verzichtet. Viel mehr geht es doch um ein bewussteres Leben. Und ja klar, ist es notwendig dafür auch Gewohnheiten zu ändern.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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