Der Fall ist durchaus spannend. Leider baut die Handlung jedoch sehr stark auf dem ersten Band auf. Immer wieder gibt es Andeutungen und Verweise auf vergangene Ereignisse, die sich erst sehr spät aufklären – oder vermutlich nur dann ihre volle Wirkung entfalten, wenn man den Vorgänger kennt.
Auch der aktuelle Fall wird lange Zeit künstlich im Nebel gehalten. Die Personen in höheren Positionen sprechen wichtige Informationen nicht offen aus und lassen die Ermittler:innen bewusst im Ungewissen. Das mag zwar Spannung erzeugen, war für mich als Leserin auf Dauer jedoch eher frustrierend als fesselnd.
Atmosphärisch hat mir der Krimi hingegen gut gefallen. Die Färöer werden stimmungsvoll beschrieben und es entsteht ein lebendiges Bild der rauen Landschaft. Das Spannungsniveau bleibt über weite Strecken konstant im mittleren Bereich. Dadurch lässt sich das Buch angenehm lesen und auch einmal zur Seite legen, ohne den Faden zu verlieren.
Fazit:
Mord auf den Färöern ist ein atmosphärischer Krimi mit einem interessanten Fall. Ich würde allerdings dringend empfehlen, die Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da die Handlung stark aufeinander aufbaut. Dass weitere Bände folgen werden, machen die letzten Seiten mehr als deutlich – ebenso, dass auch diese wieder auf den vorherigen Ereignissen aufbauen dürften. Ein entsprechender Hinweis wäre daher hilfreich gewesen. So bleiben für mich am Ende solide drei von fünf Sternen.
Danke Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.




