Eine Rose für Putin - Thomas Wendrich
3 Sterne Roman

Eine Rose für Putin – Thomas Wendrich

Johann Stadt zieht sich mit dem Regisseur M. in ein uckermärkisches Landhaus zurück um dort einen sehr brisanten Stoff aufzuarbeiten. 1985 verschwand die kleine Rose spurlos aus dem Auto ihres Vaters. Kurz darauf taucht ein Mädchen auf. Bereits nach einer kurzen Untersuchung stellt sich heraus, dass es sich dabei allerdings nicht um die verschwundene Rose handelt. Aber was das alles mit Putin und Russland zu tun?

Viele Fragen tun sich bereits auf den ersten Seiten des Buches auf. Irrungen und Wirrungen, die es dem Leser nicht immer leicht machen Wahrheit und Fiktion zu unterscheiden. Was ist Teil des Drehbuches an dem Johann und M. schreiben und was findet gerade wirklich statt? Thomas Wendrich lässt Realität und Fiktion derart verschwimmen, dass der Leser am Ende nicht mehr weiß, handelt es sich um eine wahre Begebenheit oder ist alles nur der Fantasie des Autors entsprungen.

Ich habe über das nutzlose Verbrechen nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass es das in doppelter Hinsicht nicht gibt. Verbrechen nutzen immer jemanden. Ein Verbrecher begeht ein Verbrechen nie aus Daffke.
Thomas Wendrich

Das Buch spielt sich auf unterschiedlichsten Handlungs- und Zeitebenen ab. Der Autor legt immer noch ein Schäufelchen nach und versucht eine weitere Ebene hineinzubringen. Dies war mir leider etwas zu viel. Gerade die zusätzliche Thematik rund um den Arzt (auf die ich aus Spoilergründen hier nicht näher eingehen will) war in meinen Augen der Geschichte nicht dienlich und hätte ohne weiteres weggelassen werden können. Die Komplexität der Geschichte war auch so schon enorm.

Thomas Wendrich arbeitet seit 2001 als Reggiseur, Autor und Schauspieler. Als Drehbuchautor hat er schon jede Menge Erfolge vorzuweisen. Unter anderem gewann er für „Nimm dir dein Leben“ den Deutschen Drehbuchpreis. „Eine Rose für Putin“ ist im Berlin Verlage erschienen und Thomas Wendrichs Debütroman.

Mit seiner literarisch, poetischen Sprache führt Wendrich durch die Geschichte. Bei „Eine Rose für Putin“ handelt es sich definitiv um einen nicht nur geschichtlich, sondern auch sprachlich anspruchsvollen Roman.

Das Cover ist ein wahrer Hochgenuss. Man möchte darüber streichen und die Unebenheiten spüren. Überrascht bleibt der Leser mit der Glätte des Covers zurück. Eindrucksvoll starrt die Matroschka dem (potentiellen) Leser entgehen und zieht einen sofort in ihren Bann.

Fazit:
Die abschließende Bewertung des Buches fiel mir dieses Mal besonders schwer. Einerseits gefällt mir die poetische Schreibweise sehr gut. Anderseits sind mir die Grenzen zwischen Realität und Fiktion einfach zu verschwommen. Ein Fall wie er leicht hätte geschehen können oder doch nur der Fantasie des Autors entsprungen? Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen.

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