Es ist nicht alles bio, was stinkt – Agnes Dorn

Chefinspektorin Susanne Gabl hat ihren ersten Tag bei der Kriminalpolizei in Innsbruck. Direkt wird eine Leiche im Schotterbett einer Baustelle gefunden, und sie muss gemeinsam mit dem Imster Kollegen George Taschner ermitteln.

Diese beiden Schauplätze nutzt die Autorin Agnes Dorn, um die Unterschiede zwischen Stadt und Land darzustellen. Obwohl es in Tirol vermutlich deutlich ländlichere Gegenden als Imst gibt, wirken die Gegensätze hier gar nicht so groß. Dadurch erscheint dieser Aspekt stellenweise etwas konstruiert. Wesentlich interessanter sind die Unterschiede zwischen der berufstätigen Mutter von drei Kindern und dem alleinstehenden Kollegen.

Der Fall an sich hat Potenzial und ist durchaus spannend. Leider ist der Schreibstil jedoch sehr einfach gehalten und erklärt vieles zu detailliert. Als Leserin mag ich es, mitzudenken, eigene Schlüsse zu ziehen und zwischen den Zeilen spannende Details zu entdecken.

Immer wieder werden in kurzen Exkursen politische und gesellschaftliche Themen angerissen. Diese bleiben jedoch meist oberflächlich und wirken teilweise etwas plakativ. Grundsätzlich muss sich ein Regionalkrimi nicht politisch positionieren. Wenn solche Themen jedoch aufgegriffen werden, hätte ich mir eine tiefere Auseinandersetzung und interessantere Gedanken dazu gewünscht.

Man merkt, dass „Es ist nicht alles bio, was stinkt“ ein Debütroman ist – allerdings eines mit Potenzial. Ein bisschen mehr Mut und etwas mehr Vertrauen in die Leserschaft würden dem nächsten Buch guttun. Dann klappt es auch noch besser mit dem Lesevergnügen.

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