Vater unser – Angela Lehner

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Vater unser - Angela Lehner

Der Inhalt

Die Polizei bringt Eva Gruber in die psychiatrische Abteilung des Wiener Otto-Wagner-Spitals. Dem Chefpsychiater Doktor Korb erzählt Eva nun ihre Geschichte. Warum sie hier gelandet ist und von ihrer Kindheit in einem Kärntner Dorf. Und auch die Geschichte von ihrem Vater, den sie am liebsten umbringen würde.

Eva weiß alles und bekommt alles. Nur sich selbst kennt sie nicht. Realität, Fantasie und Lügen verschwimmen immer mehr.

Meine Meinung

In ihrem Debütroman „Vater unser“ möchte Angela Lehner Einblicke in das Leben und die Gedankenwelt einer psychisch kranken Person geben. Ein ambitioniertes Vorhaben. Die Wahl der Ich-Perspektive ist dafür auf jeden Fall schon mal sehr gut gelungen. Sie gibt mir als Leser das Gefühl besonders nahe am Geschehen zu sein.

Vater unser - Angela Lehner

Die Gefühlswelt, der Schmerz und auch die Verzweiflung der psychisch kranken Eva Gruber wird durch diese Perspektive sehr gut vermittelt. Dadurch entstehen jedoch auch viele Fragezeichen. So war ich mir oft gar nicht mehr sicher, ob Eva tatsächlich krank ist oder nur ein besonders intelligentes und gleichzeitig perfides Spiel spielt, um zu bekommen was sie möchte.

So spannend „Vater unser“ beginnt, wird es zunehmenden schwerer nicht von diesen Sog aus Lügen und Hirngespinsten verschluckt zu werden. Realität, Fantasie und Lügen verschwimmen immer mehr. Die schwammigen Grenzen lösen sich schließlich gänzlich auf.

Klar möchte Angela Lehner Einblicke in einen Menschen geben der psychisch krank ist. Insofern ist es nachvollziehbar, dass  eben nicht immer alle Handlungen, Erzählungen und Gedankengänge nachvollziehbar sind. Dennoch ist es mir irgendwann einfach zu viel des Guten. Die Geschichte wird immer wirrer und letzten Endes bin ich froh, dass das Buch mit 288 Seiten zumindest nicht allzu dick ist.

Zu einer interessanten Überblick konnte mich Angela Lehner dennoch anregen. Vermutlich kennt es ein jeder, dass Geschichten ausgeschmückt werden oder vielleicht sogar kleine Details dazu erfunden, um sie spannender oder überhaupt erst erzählenswert zu mache. Doch wie weit geht dabei die Realität und wo beginnt die Lüge?

Vater unser - Angela Lehner

Fazit

★★☆☆☆

„Vater unser“ fängt gut an, wird jedoch immer wirrer und undurchsichtiger. Irgendwann ergibt alles für mich gar keinen Sinn mehr. Auf der Suche nach dem roten Faden oder zumindest einem Ende, das für eine gewisse Aufklärung sorgt, habe ich das Buch fertig gelesen. Doch nach dem Lesen war ich dann sogar etwas verärgert, dass ich nun so viel Lesezeit mit dem Buch verbracht habe.

Eine wirre und abstruse Geschichte, die ohne recht viel Sinn oder einen roten Faden vor sich hinpalavert. Nichts für mich.

Mit „Vater unser“ hat es Angela Lehner mit ihrem Debütroman direkt zu einer Nominierung für den deutschen Buchpreis geschafft. Auch wenn das Buch leider nichts für mich ist, gratuliere ich zu dieser Nominierung ganz herzlich.

NetGalleyDE hat mir ein ebook zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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