One Life – Megan Rapinoe

Die Amerikanerin Megan Rapinoe wurde 2019 zur Weltfußballerin des Jahres gewählt. Die zweifache Weltmeisterin und Olympiasiegerin blickt bereits auf eine erfolgreiche Karriere zurück. Wenngleich diese noch nicht beendet ist.

Mit „One Life“ bringt die 35-Jährige jetzt, vermutlich am Höhepunkt ihrer Karriere, eine Autobiographie heraus. Bereits im ersten Kapitel erklärt sie authentisch, warum sie das nicht aus Geldgründen tut. Wer die Biographie gelesen hat, wird bestätigen können, dass es sich bei „One Life“ um ein fantastisches, politisch wichtiges Buch handelt.

One Life - Megan Rapinoe

Bereits als Kind konnte Megan Rapinoe nicht gut mit Ungerechtigkeit umgehen und trat für andere ein. Seit ihrem öffentlichen Coming-out 2011 setzt sie sich aktiv für die Rechte der LGBTQ-Community ein. Als NFL-Profi Colin Kaepernick auf die Knie ging, tat sie es ihm kurz darauf nach. Dabei handelt sie meist impulsiv. Doch Schweigen ist keine Option.

Als weiße Frau ist Megan Rapinoe privilegiert. So wie jeder weiße Mensch. Eine Tatsache, die man sich tagtäglich in Erinnerung rufen sollte. Während ihre Coming-out gar nicht für so viel Aufregung gesorgt hat, sahen es viel als Angriff, dass sich eine weiße Frau für Black Lives Matter stark macht. So viele, dass sie aus dem Nationalteam zwar nicht ausgeschlossen wurde, aber zumindest nicht mehr spielen durfte.

One Life - Megan Rapinoe One Life - Megan Rapinoe

Natürlich geht es in der Biographie einer Fußballerin auch viel um Fußball. Megan nimmt uns mit zu den wichtigsten Spielen und beschreibt die schönsten Tore und Spielminuten. Trotz den Erfolgen der US-Damennationalmannschaft werden die Damen eklatant schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen, die von Erfolgen meist nur träumen – zumindest in den USA. Auch diese Mischstände zeigt Megan Rapinoe auf und kämpft mit ihren Teamkolleginnen für eine gerechte Bezahlung. Dabei spricht sie auch offen über Gehälter.

An der deutschen Version von „One Life“ haben drei ÜbersetzerInnen gearbeitet. Ich nehme, das jede/r einen Teil übersetzt hat. Auffallend und ja auch störend ist, dass im letzten Teil das Wort „Olympiade“ plötzlich falsch verwendet ist. Die Olympiade ist die Zeitspanne zwischen zwei Olympischen Spielen. Im Hinterteil des Buch wird das Wort Olympiade fälschlicherweise für die Olympischen Spiele verwendet. Schade, dass sollt in einem ansonsten hervorragenden Sportbuch nicht passieren.

One Life - Megan Rapinoe

Fazit

★★★★★

„One Life“ von Megan Rapinoe ist unfassbar gut. Ich hab es an zwei Tagen durchgelesen. Ich liebe das Buch und es wird auf meiner Top-List 2020 bestimmt ganz, ganz weit oben landen. Megan Rapinoe kämpft gegen Diskriminierung und Rassismus.

Das Buch ist zu dem leicht und unterhaltsam geschrieben. „One Life“ zu lesen macht Spaß und regt zum Nachdenken an. Denn jede/r kann in ihrem/seinem Umfeld eine positive Änderung bewirken. Wenn jeder einen kleinen Schritt tut, wird es am Ende ein großer.

Last but not least ist es ein weiterer Pluspunkt, das ich mit „One Life“ einiges über Frauenfußballen und die Strukturen dahinter erfahren habe.

Der Goldmann Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für dieses fantastische Buch!

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