Die Nacht schweigt - Sobo Swobodnik
3 Sterne Thriller & Krimi

Die Nacht schweigt – Sobo Swobodnik

„Die Nacht schweigt“ setzt auf einem dunklen Stück österreichischer Geschichte auf. Kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs wurden in Rechnitz angeblich 200 jüdische Zwangsarbeiter erschossen. Doch die Leichen dieser 200 Juden sind bis heute nicht gefunden. Soweit die Realität. Als nun eine Studentin in Wien verschwindet, soll Hái den Aufenthaltsort der Studentin klären. Schnell zeigt sich, dass die Ursachen des Verschwindens der jungen Studentin bis 1945 zurückreichen.

Wieso Hái extra aus einem deutschen Kloster geholt wurde, um diesen Fall als Privatermittler aufzuklären, erschloss sich mir nicht wirklich. Doch schnell zeigt sich, dass die Angelegenheit sehr verwoben ist. Und leider denkbar als ganz und gar wahre Geschichte. Sieht man doch aktuell nur zu gut, dass das nationalsozialistische Gedankengut präsenter ist und mehr ausgelebt wird als einem denkenden Menschen lieb ist.

Die Geschichte wird auf vier Ebenen erzählt – Du, Ich, Es, No. Während „Du“ die Geschichte aus der Perspektive der verschwundenen Studentin erzählt, ist „No“ die Sichtweise der Schwester der Verschwundenen. „Ich“ zeigt die Perspektive von Hái. Bei „Es“ gehen wir zurück ins Jahr 1945. Dabei werden hier Ereignisse aus der Vergangenheit rund um das Massaker in Rechnitz aus wiederrum unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Durch diese vielen Perspektiven erhält die Geschichte Dynamik und wird erst richtig interessant.

Die belegbaren Fakten zu den Vorfällen in Rechnitz sind rasch erzählt. Der Autor baut also eine Geschichte rund herum und lässt Hái durch mehr als fragwürdige Ermittlungsmethode in abstrusen Sex- und Drogenszenen agieren.

Fazit:
Der kriminalistische Fall ist leider mäßig spannend und vorhersehbar. Der gefinkelte Aufbau in den vier unterschiedlichen Ebenen verleiht der Geschichte Dynamik. „Die Nacht schweigt“ ist sicherlich keine leichte Lektüre, aber eine interessante Geschichte, die Lust auf mehr fundiertes Wissen zu den Geschehnissen macht.

Details zu den Geschehnissen von damals:
www.batthynay.at
Presse Artikel vom 24.3.2015
FAZ Artikel vom 18.10.2007

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