Die Villen der Frau Hürsch - Alfred Komarek
3 Sterne Roman

Die Villen der Frau Hürsch – Alfred Komarek

Die Handlung:

Daniel Käfer, 39, hat seinen Job bei einer Hochglanzzeitschrift verloren. Nun begibt er sich auf eine Reise zurück in seine Kindheit. Mit seiner Ente fährt er ins Ausseer Land – die klassische Sommerfrische im Salzkammergut. Er jagt die Geschichten seiner Kindheit und versucht das Gefühl und die Plätze von früher wieder zu finden. Dabei stößt er auch auf die Geschichte seiner 1933 verschollenen Urgroßtante Mizzi?

Die Landschaft:

Jeder der schon einmal im Ausseer Land war, kennt die Herrlichkeiten dieser Landschaft. Vor allem an einem sonnigen Tag wird man sofort von einer tiefen Zufriedenheit gepackt. So wie es mir bei einem Ausflug nach Bad Aussee ging. Die landschaftlichen Beschreibungen von Alfred Komarek haben mir ein Stückchen dieses Gefühls wiedergegeben. Man fühlt sich wohl und möchte sofort die Reise mit Daniel Käfer gemeinsam antreten. Doch dieses Gefühl sollte lediglich bis zur Mitte des Buches wahren.

Die Charaktere:

Daniel Käfer ist ein etwas eigener, in meinen Augen nicht unbedingt liebenswerter Mensch. Er kommt mit der gewissen Großkotzigkeit ins Ausseer Land, die Städter oft so mitbringen. Er fühlt sich beinahe betrogen um ein Stückchen seiner Vergangenheit und seiner Kindheit. Mit seinem journalistischen Feingefühl vergisst er dabei oft die Gefühle seiner Mitmenschen. Besonders fragwürdig fand ich die „Beziehung“ und die Annäherungsversuche Daniels an die minderjährige Wirtshaus Tochter Anna. Generell die Figur des unschuldigen Mädchens, dass in dieser Welt, die hauptsächlich aus Männern bestehen zu scheint, in unangemessenen Maße sexualisiert wird.

Die Villen der Frau Hürsch - Alfred Komarek

Fazit:

Wenngleich es mehrere Teile der Daniel Käfer Geschichten gibt, wird es für mich der letzte Teil sein. Zu unsympathisch war mir Daniel selbst als auch viele Ansichten über die Menschheit. So schwingt in vielen Charakterisierungen viel zu sehr das Negative mit und am Ende bleibt das Gefühl, dass in „Die Villen der Frau Hürsch“ keine liebenswerten Personen vorkommen.

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