Nahtod - J.J. Preyer
4 Sterne Thriller & Krimi

Nahtod – J. J. Preyer

Oscar Furtner und seine Frau Nora sterben kurz hintereinander. Anonyme Briefe deuten an, dass die beiden keineswegs eines natürlichen Todes gestorben sind. Chefinspektor Grimm und der Journalist Christian Wolf beginnen zu ermitteln ohne zu ahnen welchen Irrungen und Wirrungen sie hier auf der Spur sind. Als Grimms Freund, der Psychotherapeut David Gründler ins Visier der Ermittler gerät, lässt sich Grimm beurlauben. Schließlich könnte zu viel Nähe zwischen Ermittler und Täter die Auflösung des Falles gefährden.

Für mich war „Nahtod“ nach „Mörderseele“ der zweite Fall für Wolf. Insofern war ich etwas überrascht über die Veränderungen im Privatleben der Protagonisten, die sich im Laufe des zweiten Falls („Hassmord“) ergeben haben. Dennoch ist das Buch auch ohne jegliche Vorkenntnis verständlich und gut zu lesen.

Ich bin ein großer Fan von J.J. Preyers Schreibstil. Seine Hassliebe zu Steyr, das Leiden des Lebens in einer Kleinstadt und dennoch diese große Liebe zu einer wunderschönen, romantischen Altstadt wie Steyr mit seinen modernen Ausläufen ist immer wieder ein Genuss. So habe ich auch schmunzelnd Wolfs Einkehr bei „Knapp am Eck“ gelesen, wo ich auf jeden Fall die Spinatnockerl empfehlen würde, die leider keine Erwähnung fanden.

J.J. Preyer baut einen gelungen Psychothriller auf. Die Spannung steigt rasch und wird bis zum Schluss gekonnt gehalten. Dabei stehen Beziehungen und vor allem die Frage wie eng Beziehungen sein dürfen, um sich nicht gegenseitig zu Schaden im Vordergrund und regen zum Nachdenken an.

Wolf ist ein intelligenter Mensch und erkennt viele Verbindungen. Leider geht dies manchmal etwas zu schnell und als Leser hat man Mühe mitzubekommen, wie es zu dieser raschen Wendung im Fall kam. So hatte ich gerade bei einer Wendung am Ende das Gefühl, dass Wolfs Talent hier genutzt wurde um zu einem Ende der Geschichte zu gelangen.

Grimms Sekretärin fand ich sehr sympathisch und es gefiel mir gut, dass sie bei den Ermittlungen mithilft. Ihr starker Alkoholkonsum fiel allerdings sehr negativ auf. Die Frau hält es keine zwei Minuten aus ohne ein Gläschen zu fordern. Dabei ist sie gar nicht wählerisch was das alkoholische Getränk betrifft und schüttet alles in sich hinein was sie kriegen kann.

Fazit:
Ein gelungener Thriller in einer wunderschönen Stadt. Übermäßiger Alkoholkonsum und manche rasche Wendung geben dem Lesevergnügen einen kleinen Dämpfer. Jeder der schon einmal durch die Gassen Steyrs gewandelt ist, wird mit diesem raffinierten Thriller seine Freude haben.

 

Danke Gmeiner Verlag für das Rezensionexemplar!

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