The Book Thief - Markus Zusak
5 Sterne lesefreude Roman

The Book Thief – Markus Zusak

Ein Buch, das leider so aktuell wirkt, dass einem das Blut in den Adern gefriert. Viele fragen sich ungläubig, wie es zum zweiten Weltkrieg kommen konnte und warum da niemand etwas dagegen unternommen hat. „The Book Thief“ zu deutsch „Die Bücherdiebin“ zeigt wie es dazu kam und wie das Leben während dem zweiten Weltkrieg aussah. Das alles wird aus den Augen der zu Beginn neunjährigen Liesel Meminger erzählt. In kurzen Abschnitt schildert uns der einzige Gewinner dieses und aller Kriege – der Tod – seine Sicht der Dinge und selbst der ist nicht glücklich.

Ich habe die englische Version des Buches gelesen und war von der berührenden Schreibweise sehr angetan. Die Naivität oder vielleicht sollte man besser sagen Vernunft der Kinder regt zum Nachdenken an. So ist Liesels Freund Rudy ein riesen Fan des dunkelhäutigen US-amerikanischen Leichtathleten Jesse Owens. Als dieser einen unglaublichen Medaillenlauf bei den olympischen Spielen in Berlin hinlegt, wünscht sich Rudy nichts sehnlicher als so zu sein wie Jesse. Er bemalt sich sein Gesicht mit Kohle, geht auf die Straße und möchte den anderen Kindern seine Spritfähigkeiten beweisen. Als ihn sein Vater mit dem bemalten Gesicht sieht und außer sich ist, versteht Rudy die Welt nicht mehr. Was ist schlecht an seinem großen Idol? Wieso ist es ein Verbrechen schwarz oder ein Jude zu sein?

Neben den Thematiken rund um den zweiten Weltkrieg erzählt Markus Zusak eindringlich von der Liebe Liesels zu Büchern. Eine Liebe, die vermutlich jeder mit eigenem Bücherblog nachvollziehen kann, die aber nur selten so treffend dargestellt wird.

Der Schreibstill ist am treffendsten mit emotionslos zu beschreiben. Doch gerade dies verleiht der Bücherdiebin ihre unglaubliche Stärke. Markus Zusak nimmt sich nicht das Recht zu werten oder gar über Menschen zu urteilen. Viel mehr fordert er den Leser auf selbst zu reflektieren und die Geschehnisse mit einem Schritt Abstand vollständig zu erfassen.

Fazit:
Spielt das Buch wirklich vor rund 77 Jahren und nicht im Hier und Jetzt? Reichen lächerliche 77 Jahre aus, damit die Menschheit die Gräueltaten und vor allem die Konsequenzen auf das Leben eines jeden einzelnen vergisst? Gerade in Zeiten wie diesen ist dieses Buch ein absolutes Muss. Lesen und vor allen Dingen noch viel wichtiger über die Ereignisse reflektieren und Wege finden wie wir den Dampf knapp vor dem Eisberg doch noch in eine andere Richtung manövrieren können.

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