Die schwarze Witwe von Wien - Monika Butler
3 Sterne Thriller & Krimi

Die Schwarze Witwe von Wien – Monika Buttler

Die Handlung

Elfriede Blauensteiners Kindheit und Jugend ist von Armut und Gewalt geprägt. Ihren Gatten pflegt Elfriede zu tote und seine Rente verspielt sie im Casino. Um ihren Lebensstandard zu halten, muss ein neuer heiratswilliger Rentner her, dem Elfriede Blauensteiner ihre einzigartige Pflege zukommen lassen kann.

Meine Meinung

„Die Schwarze Witwe von Wien: Die Morde der Elfriede Blauensteiner“ erzählt die wahre Geschichte der Elfriede Blauensteiner. Die Österreicherin wird von der Presse mit einer Schwarzen Witwe verglichen, da diese Spinnenart das Männchen nach der Trauung bzw. dem Geschlechtsakt einfach auffrisst.

Die schwarze Witwe von Wien - Monika Butler

1931 wird Elfriede in einem Wiener Arbeiterbezirk in ärmlichen Verhältnissen geboren. Es wird versucht Elfriedes Lebens in den Kontext der damaligen Zeit zu setzten. Somit liest man viele Ereignisse rund um die österreichische Geschichte. Diese werden jedoch alle nur kurz erwähnt ohne näher ins Detail zu gehen. Es ist notwendig sich im Vorhinein diesbezüglich Wissen anzueignen oder sich im Zuge des Buches immer wieder zusätzliche Quellen zu widmen. Nur so kann man das Gelesene vollumfänglich verstehen.

Hunger steht an der Tagesordnung. Mit psychischen Tricks (ob bewusst oder unbewusst) halten die Mutter und der Stiefvater die für Elfriede schädliche Beziehung aufrecht. Als es ihr endlich gelingt auszubrechen, schlittert Elfriede Blauensteiner mit ihrem ersten Mann in den nächsten katastrophalen Lebensabschnitt. Bis sie schließlich die Gelegenheit beim Schopf packt und ihren Mann hingebungsvoll pflegt. Zu Tode pflegt.

Selbst ist sich Elfriede keiner Schuld bewusst. Aufopferungsvoll ordnet sie ihr Leben der Pflege unter. Bewunderung und Anerkennung von außen für ihre Opferbereitschaft und ihre uneigennützign Hilfsleistungen sind ihr höchster Lohn. Auf perfide Weise wird deutlich welche Einschränkungen es mit sich bringt, wenn man zu sehr auf Bestätigung von Außen angewiesen ist.

Journalistisch gibt Monika Buttler das Leben der Elfriede Blauensteiner wieder. Mit diesem nüchternen Schreibstil bleiben Emotionen oder gar ein Hineinfühlen in die Protagonistin leider aus.

Aufgebaut ist das Buch um den fiktiven Journalisten Felix Moser, der für eine österreichische Boulevardzeitschrift eine ausführliche Reportage über „Die Schwarze Witwe von Wien“ schreiben soll. Die Sinnhaftigkeit diese Kunstkniffs erschließt sich mir bis zum Schluss nicht.

Felix liest diverse Vernehmungsprotokolle und die von Elfriede selbst verfassten Memoiren während diese bereits im Gefängnis sitzt. Es macht den Anschein, als wäre ein Großteil des Buches eine Zusammenfassung dieser Memoiren. Allerdings habe ich die Memoiren nicht selbst gelesen.

Die psychologischen Urteile aufgrund des Verhaltens von Elfriede werden direkt wiedergegeben und dabei auf die Gefühle oder Auswirkungen einzugehen. Ganz so als würde man in die gerichtlichen Unterlagen hineinschnuppern.

Felix Moser erscheint als Randfigur und reißt den Leser immer wieder aus dem ohnehin recht schwerfälligen Lesefluss, denn ich in dem reportageartigen Schreibstil begründet sehe. Denn eine Information alá Felix reibt sich die Augen und holt sich eine Tasse Kaffee, ist schlicht uninteressant und nicht relevant für die Geschehnisse an sich.

Fazit

★★★☆☆

Wer mehr über das Leben und die Pflege bzw. Morde der Elfriede Blauensteiner erfahren will, ist mit „Die Schwarze Witwe von Wien“ gut beraten. Allerdings darf man sich keinen spannenden Kriminalroman erwarten. Viel mehr ist das Buch eine ausführliche Reportage über die rüstige Rentnerin, die vor Gericht nicht nur mit ihren Taten aufhorchen ließ, sondern mit ihrem auffälligen gepflegten Äußeren und ihren ständigen Berufungen auf Gott für Aufsehen sorgte.

Der Gmeiner Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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2 Kommentare

  1. Hallöchen,
    vielen Dank für die tolle Rezension. Dieses Buch streifte in letzter Zeit schon öfters mein Blickfeld.
    Viele Mythen und Gerüchte ranken sich hier in Wien um die Liesl, gelesen habe ich jedoch weder Memoiren noch sonstiges. Dieses Buch scheint genau das Richtige für mich zu sein, um mich näher mit dieser Dame und dem Fall zu beschäftigen. Hier braucht es, denk ich mal, keinen spannend geschriebenen Krimi, da ich die Frau und deren Lebensgeschichte, inkl. der ganzen Gerüchte, spannend finde.

    Schwupp, auf meiner WL. *g*

    Liebe Grüße aus Wien,
    Conny

    1. Hallo Conny!

      Ja, wenn du dich in ihr Leben einlesen willst und einige Hintergrundinfos haben willst, ist das Buch sicherlich perfekt. Wenn man schon ein größeres Vorwissen zu Elfriede Blauensteiner hat, sieht man die Geschichte vielleicht ja auch mit anderen Augen.
      Ich wünsche dir gute Unterhaltung mit dem Buch

      Liebe Grüße
      Sabrina

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