Gewaltfreie Kommunikation – Marshall B. Rosenberg

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Gewaltfreie Kommunikation - Marshall B. Rosenberg

Die „Gewaltfreie Kommunikation“ zeigt uns die unterschwellige Bedeutung unserer Worte. Ganz ohne böse Absicht können scheinbar harmlose Worte verletzen und Leid erzeugen.

Die Gewaltefreie Kommunikation oder kurz GFK ist ein Handlungs- und Kommunikationskonzept des amerikanischen Psychologen Marshall B. Rosenberg. In deutscher Sprache wurde die erst Auflag von Rosenbergs Buch bereits 2001 veröffentlicht. Unschwer am Design zu erkennen, hat auch meine Ausgabe aus 2004 bereits einige Jahre auf dem Buckel.

Nach wie vor ist die GFK aktuell. Neben dem Klassiker „Gewaltfreie Kommunikation“ von Marshall B. Rosenberg gibt es bereits viele weitere Autoren, die sich diesem Thema angenommen haben – ob als Bücher, Videos oder auch Kurse.

Gewaltfreie Kommunikation - Marshall B. Rosenberg

Rosenberger vertritt die These, dass wir mit unseren Worten oftmals kann unbewusst verletzen. Obwohl wir gar nicht gewalttätig kommunizieren fügen wir dem anderen Leid und Schmerzen zu. Mit scheinbar harmlosen Aussagen implizieren wir Dinge. Hinter dem Deckmantel der Wörter, gepaart mit Tonalität und Körpersprache versteckt sich so viel mehr als die eigentliche Aussage.

Das Grundmodell der gewaltfreien Kommunikation erscheint auf den ersten Blick denkbar einfach und besteht lediglich aus vier Komponenten.

  • Beobachtung
  • Gefühle
  • Bedürfnisse
  • Bitten

Beobachte eine Situation und ermittle im nächsten Schritt wie du dich bei dieser Beobachtung fühlst. Welches Bedürfnis liegt hinter diesem Gefühl. Formuliere anschließend daraus eine Bitte um die Situation für dich und deine Mitmenschen zu verbessern.

Gewaltfreie Kommunikation - Marshall B. Rosenberg

Doch bereits in der ersten Phase, der Beobachtung, gibt es Hürden. Eine Beobachtung, ohne Wertung zu formulieren, ist oftmals ungewohnt. Kommen wir zu den Gefühlen wird es ungleich schwieriger. Wird sind es schlicht nicht gewohnt und haben es nie wirklich gelernt unsere Gefühle auszudrücken. „Ich fühle mich mißverstanden“ beispielsweise drückt nicht das eigene Gefühl aus, sondern ist eine Einschätzung beruhend auf das, was das Gegenüber tut. Vielmehr ist das dieser Einschätzung zu Grunde liegende Gefühl vielleicht verärgert oder irritiert.

So zeigt sich bei der Lektüre und dem Durcharbeiten von „Gewaltfreie Kommunikation“ schnell, dass das alles nicht so einfach und vor allem sehr ungewohnt ist. Während mir die theoretischen Beispiele noch recht leicht von der Hand gingen, sah es schon ganz anders aus, als ich die GFK in der realen Welt ausprobierte. Nicht zuletzt brachte es mir einige irritiert wirkende Blicke meiner Familie ein, die diese ungewohnte, teils kompliziert wirkende Ausdrucksweise nicht von mir kannte.

Gewaltfreie Kommunikation - Marshall B. Rosenberg

Während die erste Hälfte des Buches praktikabel klang und einmal mehr die Macht der Worte und die Relevanz einer sorgfältigen Auswahl verdeutlichte, wurde es zunehmend schwieriger für mich zu folgen. Die Konzepte klingen immer aufwendiger und unnatürlich in ihrer Umsetzung. Vielleicht liegt das daran, dass ich ein absoluter Neuling in der GFK bin und es für mich bereits bei den ersten Übungen eine Herausforderung ist diese in die Praxis umzusetzen.

Fazit

★★★☆☆

Es bleibt, das Gefühl das ich nie wieder einen Satz sagen kann ohne jedes Wort dafür auf eine Waagschale zu legen. Es wirkt wie ein Tanz auf rohen Eiern, den es zu absolvieren gilt. Und was passiert wenn sich mehrere in der GFK geübte Personen unterhalten? Ist es ein gegenseitiges Abwägen bis hin zur gezielten Manipulation oder sind normale, unbeschwerte Gespräche weiterhin möglich?

Nichtsdestotrotz denke ich, dass die „Gewaltfreie Kommunikation“ dabei helfen kann, sich mit seinen Mitmenschen besser zu verständige und vor allem ihre Gefühle und Bedürfnisse besser wahrzunehmen.

Let’s talk

Hast du schon einmal etwas von der „Gewaltfreien Kommunikation“ gehört? Hast du die GFK vielleicht sogar schon einmal ausprobiert? Erzähle mir gerne in den Kommentaren von deinen Erfahrungen.

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