Nachtblau der See – Gabriela Kasperski

Categories 2 Sterne, Thriller & KrimiPosted on
Nachtblau der See - Gabriela Kasperki

„Nachtblau der See“ spielt sich im von Intrigen und Macht dominierten Theaterumfeld ab. Die vielen Protagonisten und das Verschwimmen mit den Charakteren auf der Bühne hat es mir sehr schwer gemacht. Die Empathie bleibt auf der Strecke und ich konnte nicht alles nachvollziehen.

Die Handlung

Am Schloss Greifensee stürzt Hauptdarsteller kurz vor der Premiere des Freilicht-Theaters von der Tribüne in den Tod. Die Influencerin in der Hauptrolle der Shakespeare-Komödie sollte zahlreiche Zuseher anlocken. Werner Meier ermittelt in dem Fall und stößt auf ein Netz aus Intrigen, Machtspielen und Korruption.

Meine Meinung

Kommissar Werner Meier kehrt vorzeitig aus seinem Urlaub mit seiner Lebensgefährtin Zita Schnyder und den drei Kindern zurück, um im Fall der toten Influencerin zu ermitteln. Alles sieht nach einem tragischen Unfall aus, wäre da nicht Meiers ungutes Bauchgefühl.

Nachtblau der See - Gabriela Kasperki

Während Meier an seiner Karriere arbeitet damit Zita in aller Ruhe zu Hause bei den Kindern bleiben kann, sieht sich seine Lebensgefährtin Zita ganz und gar nicht in der Rolle als Hausfrau und Mutter. Mit aller Kraft versucht Zita ebenfalls ihre eigene Karriere voranzutreiben. Bei diesem Fokus auf die jeweilige Karriere bleiben leider die Kinder auf der Strecke. Ich verstehe, dass man ein Kind in die Welt setzt und dann bemerkt, dass man dafür vielleicht die ursprünglichen Karrierepläne etwas adaptieren sollte. Dass diese Erkenntnisse jedoch erst nach 3 Kindern kommt, finde ich sehr befremdlich.

Zudem macht es mich wahnsinnig, wenn die Menschen einfach nicht miteinander sprechen. Anstatt sich an einen Tisch zu setzen und die Möglichkeiten sachlich zu besprechen, laufen sie voneinander weg und verstricken sich immer mehr in dem Schlamassel. Und so bleibt der Eindruck von zwei egoistischen, karrierefixierten Persönlichkeiten.

Nachtblau der See - Gabriela Kasperki

Der Fall im Theaterunfall war aufgrund der Einblick ins Theaterleben interessant. Auch wenn ich hoffe, dass die Gewalt und Ausnutzung der Macht der Fantasie der Autorin entsprungen sind, ist darin vermutlich viel Wahrheit enthalten. Immerhin war die Autorin Gabriela Kasperski selbst Theaterschauspielern und kennt dadurch die Szene mit all ihren schönen und unschönen Details wahrscheinlich recht gut.

Verwirrt hat mich, dass die Namen der Schauspieler teils mit den Namen ihrer Rollen vertauscht wurden. Dabei ging es häufig, um diese kleinen zwischenmenschlichen Schwingungen bei den Proben oder der Premiere auf der Bühne selbst, die uns unterschwellig Hinweise geben sollten. Aufgrund der Vielzahl an Charakteren war es für mich jedoch oftmals schwer dies alles den richtigen Figuren zuzuordnen.

Und so bleib ich am Ende etwas verwirrt zurück. Es fällt mir schwer Motive und Beweggründe zu begreifen, geschweige denn nachvollziehen zu können.

Nachtblau der See - Gabriela Kasperki

Fazit

★★☆☆☆

„Nachtblau der See“ spielt sich im von Intrigen und Macht dominierten Theaterumfeld ab. Die vielen Protagonisten und das Verschwimmen mit den Charakteren auf der Bühne hat es mir sehr schwer gemacht. Die Empathie bleibt auf der Strecke und ich konnte nicht alles nachvollziehen.

emons: hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

4 comments

  1. Liebe Sabrina,
    cih habe zwar den Krimi nicht gelesne, habe aber damit geliebäugelt. Schade, dass dir das Buch so gar nicht gefallen hat.
    Liebe Grüße
    Martina

    1. Hallo Martina!
      Ja, bei mir ist das Buch nicht so gut angekommen. Vielleicht gefällt es dir ja trotzdem. Wenn man sich die Bewertungen so ansieht, kommt das Buch bei dem Großteil der Leserschaft zumindest sehr gut an.
      Liebe Grüße
      Sabrina

  2. Liebe Sabrina, das tut mir sehr leid, dass Nachtblau der See es dir so schwer gemacht hat, ich bin gerade sehr verwöhnt als Autorin, weil ich auf Lovelybooks für diesen Roman soviele 5 Sterne Rezenzsionen ernte . Ich arbeite mit vielen Charakteren, weil mich die Multiprotagonistinnenperspektive für Krimis selbst so sehr interessiert, ich mag es sehr, Geschichten aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt zu bekommen. Eine Herausforderung für mich, diese euch Lesenden schlüssig und nicht überfordernd zu präsentieren.
    Da ich mich ständig weiterentwickle, würde mich sehr interessiereren, warum du mit Zita und Meier nicht mitgehen kannst. Die Ereignisse spielen sich innert weniger Tage ab, beide sind in einer Extremsituation und entfernen sich voneinander, um, am Ende, auch für sich irgendwie geläutert zusammenzufinden und ihren Weg als Paar und Familie weiterzugehen. Die beiden begleiten mich nun schon fünf Bände lang und ihr Ringen um eine gute Beziehung, in der eine Familie und Karriere Platz hat, widerspiegelt die Gesellschaft. Dünkt mich.
    Zu den Namen, ich weiss, keine einfache Geschichte. Ich habe drei Namen aus dem Stück entnommen, Borachio, der diesen Übernamen seit ewig hat, niemand weiss mehr, wie er heisst. Und Hero und Claudio, die von allen nur als Liebespaar auch im echten Leben wahrgenommen werden. War das zu kompliziert? Würde mich sehr über Rückmeldung freuen, herzliche Grüsse aus der Schweiz, Gabriela Kasperski, Autorin

    1. Hallo Gabriela!
      Es freut mich zu hören, dass dein Buch beim Großteil der Leserschaft so gut ankommt. Da stelle ich dann wohl die Ausnahme dar, die die Regel bestätigt :D Da Zita und Meier sich so lange (also zumindest sehr lange im Buch, wenn gleich auch nur wenige Tage) aus dem Weg gegangen sind, anstatt miteinander zu reden, wirkten sie auf mich egoistisch. Auch wenn die Zeitspanne in einem Buch nur wenige Tage ist, liest man das ja oft über längere Zeit bzw. hat es sich für mich irgendwie länger angefühlt.
      Und ja, am Ende des Tages muss ich gestehen, dass mir die Multiprotagonistinnenperspektive in Kombi mit den Überschneidungen auf der Bühne und den Namen einfach zu viel war.
      Ich hoffe, ich konnte dir mit meinem Feedback helfen und wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deinen Büchern.
      Liebe Grüße
      Sabrina

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