Viel Wind um Frizz - Michaela Seul
4 Sterne Chick-Lit & Liebesromane

Viel Wind um Frizz – Michaela Seul

Sina blickt in eine rosige Zukunft. Zumindest was ihr berufliches Leben betrifft. Als Ghostwriterin ist sie sehr erfolgreich und darf nun auch noch die Memoiren von Clarissa Lichtenstein verfassen. Auch privat wäre eigentlich alles gut, aber eben nur eigentlich. Als sie nach einem heftigen Streit und einer längeren Beziehungspause zu ihrem Freund Frizz zurückkehren will, ist der plötzlich in einer rosaraten Blase gefangen und Sina befürchtet ihn nun endgültig verloren zu haben.

Als Surfer ist Frizz natürlich verrückt nach dem Wind. Sehr schön fand ich, dass die Autorin den Wind immer wieder gekonnt aufgegriffen hat und den ein oder anderen sehr schönen Vergleich angestellt hat. Toll wenn sich jemand mal endlich wieder etwas überlegt hat bei dem Buchtitel und nicht bloß einen reißerischen Titel erfunden hat.

Sina und ihr Hund Motte sind zwei gelungen Charaktere. Die Autorin gibt tolle Einblicke ins Leben einer Ghostwriterin. Das man als Ghostwriter völlig in seiner Rolle aufgehen kann und mit der Person über die man schreibt verschwimmt, kann ich mich vorstellen. Dies wurde allerdings an manchen Stellen für meinen Geschmack sehr verwirrend geschrieben und ich hatte abschnittsweise Probleme mitzubekommen ob nun von Sina als Clarissa oder von Clarissa selbst die Rede ist.

„…das war der größte Schmerz in meinem Leben: die Vergänglichkeit. Deswegen bin ich Schriftstellerin geworden.“
Michaela Seul

Clarissa Lichtenstein stellt den klassischen perfekten Gutmensch dar. Sie möchte für Bildung und ein besseres Leben der Indianer auf einer kleiner Insel in der Nähe von Australien sorgen. Während sie anfänglich noch sehr sympathisch ist, zeigen sich rasch ihre nicht so tollen Seiten.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und witzig. Das bereits angesprochene durchgängige Motiv des Windes, aber auch die teils verschrobene Redensart von Sinas Agentin haben mir sehr gut gefallen. Sinas Liebeskummer rund um Frizz hätte manchmal etwas knackiger und wenig ausschweifend formuliert werden können.

Fazit:
Ein sehr unterhaltsames Sommerbuch, das an trüben, regnerischen Tagen die Hoffnung auf weitere Sonnentage aufrechterhält.

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.