Von Meersberg, Raum 13! - Karsten Gebhardt
2 Sterne Roman

Von Meersberg, Raum 13! – Karsten Gebhardt
★★☆☆☆

„Das Internet ist die größte Lüge überhaupt, die wir begierig fressen. […] Wir sind nicht wer, bloß weil wir online sind. Unsere Leben misst sich nicht in Pixeln, sondern im realen Tun. Das Internet rückt uns alle scheinbar näher zusammen und trotzdem entfernen wir uns immer mehr voneinander.“

Die Handlung:

Eine Blondine, ein Schwuler, ein Voyeur, der Sohn des Bürgermeisters und der adelige Karli von Meersberg leben gemeinsam in einer schrillen WG. Karli wird von einem Riesen zusammengeschlagen, Flüchtet von einer Mittelalterkommune um hundert Stockhieben zu entgehen, rettet die Welt vor Aliens und trifft die Bundeskanzlerin in einer Talk-Show. Dabei ist das alles ja längst vorherbestimmt. Schließlich steht es bereits seit Ewigkeiten in Pi festgeschrieben. Ja, in dieser unendlich langen 3,14159…. Zahl.

Raum 13:

Karlis Abenteuer führen ihn mehrfach ins Krankenhaus. Wo er jedes Mal auf eine vermummte Doktorin trifft. Lediglich einmal wird erwähnt, dass er sich dabei im Raum 13 befindet. Diese einmalige Erwähnung fand ich zu dezent. Zwar begleiten ihn immer dieselben Bettnachbarn sobald er aufwacht, die Pointe mit dem Raum 13 aus dem Titel des Buches wird allerdings nicht wirklich ausgereizt.

Der Schreibstil:

Zu Beginn glaubt man sich in einem witzigen, wenn auch schrägen und skurrilen Roman. „Von Meersberg, Raum 13!“ beginnt sehr amüsant und hält bereits in der ersten Geschichte viele Lacher bereit. Doch dann werden die Geschichten streckenweise derart abgedreht, dass man das Gefühl bekommt, der Autor befindet sich von Zeit zu Zeit auf einem schlechten Drogentrip. Schade, um die eigentlich witzige Geschichte.

Von Meersberg, Raum 13! - Karsten Gebhardt

Sexualisierung:

Frauen als Sexualobjekt und Ständer bei jeder nur halbwegs vermutbaren Weiblichkeit sind nichts großartiges Neues. Wenig provozierend und schlicht grundprimitive Männer werden von Karsten Gebhardt charakterisiert. Einerseits muss man ihm zugutehalten, dass die wunderschöne Udine in dieselbe Kerbe schlägt. Allerdings verstärkt dies auch das Bild einer primitiven, oberflächlichen Gesellschaft. Es fehlt der Geschichte schlechtweg an Tiefgang.

Fazit:

Eine oberflächliche WG die schräge Geschichten erlebt. Dabei wird der schmale Grat zwischen Witz und Schwachsinn leider an einigen Stellen beispielsweise mit Aliens und Laserfingern für mich überschritten. Dennoch hat „Von Meersberg, Raum 13!“ gerade zu Beginn für einige Lacher bei mir gesorgt.

 

Ich hab das Buch im Zuge einer Lovelybooks-Leserunde gewonnen. Die Rezension wurde davon nicht beeinflusst.

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