Couchsurfing in China – Stephan Orth

Categories 4 Sterne, RomanPosted on
Couchsurfing in China - Stephan Orth

Der Inhalt

Essen sie in China wirklich Hunde? Dieser Frage geht Stephan Orth in „Couchsurfing in China“ nach. Von kleinen Dörfern über Hightechmetropolen reist Stephan quer durchs Land. Mehrfach fühlt er sich dabei ganz schön beobachtet. Übernachtet wird vorzugsweise auf der Couch der Einheimischen.

Meine Meinung

Nach dem Iran und Russland reist Stephan Orth in seinem mittlerweile dritten Couchsurfing-Buch nun also durch China. Mit nicht ganz 9,6 Millionen km2 ist China das viertgrößte Land der Erde. Mit über einer Milliarde Einwohner ist China zu dem das bevölkerungsreichste Land der Welt.

Man könnte also annehmen, dass es ein Leichtes ist in China eine Couch zum Schlafen zu finden. Doch weit gefehlt. Denn in der Volksrepublik China, die autoritär von der Kommunistischen Partei Chinas regiert wird, werden Individualreisende und damit das Couchsurfen gar nicht gerne gesehen. Touristen sollen die weichgespülte Version Chinas und die großen Sightseeing Hotspot, wie die chinesische Mauer und die großen Palastanlagen, zu sehen bekommen.

Cousurfing in China - Stephan Orth - mit Roboter und chinesischer Mauer

Nicht nur als Couchsurfer macht sich Stephan Orth unbeliebt bei der Regierung Chinas. Denn auch Journalisten, die derart frei berichten, sind ganz und gar nicht gerne gesehen. So war Stephan bereits vor Antritt seiner Reise bewusst, dass dies das letzte Mal sein wird, dass er nach China reist.  Denn seine Reiseberichte werfen durchaus einen kritischen Blick auf das Gesehen. Sei es das Umerziehungslager für Muslime in Kaschgar oder die Überwachung mit modernsten Methoden in Shenzhen.

Die geschilderte Überwachung in Shenzhen mutet gruselig an. Systematisch wird den Menschen in Erinnerungen gerufen, dass sie ständig gesehen werden könnten. So gibt es beispielsweise Kameras bei Ampeln, die Fußgänger blitzen, die bei rot über die Straße huschen. Teilweise nehmen diese Kameras gar kein echtes Bild auf. Sie blitzen lediglich, um sich bei den Passanten in Erinnerung zu rufen.

„China ist das Eisenbahnland Nummer eins. Jemand hat mal ausgerechnet, dass jede Minute zehn Millionen Chinesen auf Gleisen unterwegs sind. Nirgendwo auf dem Planeten gibt es mehr Hochgeschwindigkeitsstrecken, und nirgendwo gibt es mehr Pläne für weitere Hochgeschwindigkeitsstrecken. In den 21 Jahren, die Deutschland für die ICE-Trasse München-Berlin brauchte (652 Kilometer), entstanden in China 25 000 Kilometer Highspeed-Strecke.“

China hat sich den letzten Jahren zu einem echten Hightech-Land entwickelt (und das nicht nur bei den Überwachungsmethoden der Bevölkerung). Die Beschreibungen von Stephan Orth fühlen sich teilweise mehr nach einem Science Fiction Roman als nach einem Reisebericht an.

Couchsurfing in China - Stephan Orth

In China ist viel für unsere europäischen Gewohnten skurril und anders. Dass Reportagen und Berichte zu meist gerade diese Unterschiede besonders betonen und hervorheben, nährt den Eindruck des Fremden umso mehr.

„Ich stopfe Algenstücke, Cracker, Erdnüsse und Fruchtgelatinebonbons in mich hinein, sauer, salzig, süß, scharf, alles hintereinander, mich kriegt ihr nicht klein, nicht mit einem Frühstück.“

Und dann sind da noch die Essensgewohnheiten der Chinesen. Das scharfe Essen ist dabei noch das geringste Problem für unsere europäischen Gaumen. Während Hunde und Katzen in unseren Breitengraden mittlerweile Familienmitglieder sind, landen sie in China gerne mal als Delikatesse auf dem Speiseteller. Dann wird schon mal ein Hund als besonderes Gustostück für den hohen Besuch aus dem Ausland geschlachtet. Das darauf folgende Frühstück, dass von allen Geschmacksrichtung dieser Welt etwas beinhaltet, ist dahingehend dann ein Zuckerschlecken.

Fazit

★★★★☆

Einmal mehr nimmt uns Stephan Orth auf seine Reise mit. Quer durch China kommt man beim Lesen gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. Die Namen der chinesischen Städte sind für mich so fremd, dass ich die lustige Anordnung der Buchstaben nicht aussprachen kann und sofort wieder vergesse.

Alles in allem ist auch diese Reise mit Stephan Orth wieder höchst amüsant. Auch wenn ich letzten Endes gestehen muss, dass das Land aufgrund von „Couchsurfing durch China“ auf meiner Reisebucketlist weiter nach hinten gerutscht ist.

Netgalley und Piper haben mir ein ebook zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Let’s talk

Warst du schon einmal in China? Und falls ja, wie hat es dir gefallen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Ich stimme der Datenspeicherung zu