Dachschaden kan man nicht versichern - Kristina Frisser
4 Sterne Ratgeber

Dachschaden kann man nicht versichern – Kristina Fisser

Der Inhalt

Aufschieberitis, die tägliche Dosis Wein und die Suche nach dem eigenen Ich. Diese und viele weiteren Fragen der alltäglichen Herausforderungen thematisiert Kristina Frisser in ihrem Buch „Dachschaden kann man nicht versichern“. Dem ganzen liegt die drängende Frage „Was ist eigentlich noch normal?“ zu Grunde.

Meine Meinung

Es ist toll, dass psychische Erkrankungen immer mehr aus der Zone der Verschwiegenheit hervorkommen. Schließlich ist dies nichts warum man sich schämen muss und in vielen Fällen gibt es für die Betroffenen Hilfe. Dennoch trägt sich bei diesem immer offeneren Umgang zwangsläufig die Frage auf ob man selbst noch normal ist.

Ist es nur gerade eine stressige Zeit in der Arbeit oder schon ein Burnout?  Ist das Feierabendbier noch okay oder vielleicht doch schon Alkoholismus? In einer Welt, in der Perfektionismus viel zu oft angestrebt wird, ist es kein Wunder, wenn man manchmal Orientierungsschwierigkeiten hat.

Dachschaden kan man nicht versichern - Kristina Frisser

Und so spannt Kristina Fisser einen sehr breiten Bogen über mögliche Fragestellungen und Problemfelder. Dabei hat mir ihr doch recht pragmatischer Zugang sehr gut gefallen. Denn zusammengefasst, kann ich festhalten, dass ein kleiner Dachschaden ganz normal ist und das Leben und jeden einzelnen Menschen erst so richtig liebenswert macht.

Kristina Fisser ist selbst Psychologin und arbeitet schon seit mehreren Jahren mit Patienten, die unter Depressionen, Borderline oder Angsterkrankungen leiden. Und auch frischgebackene Mütter zählen zu ihren Patientinnen. Denn dieses Erlebnis und die daraus resultierende neue Rolle und Verantwortung einem Lebewesen gegenüber, kann Frau in ganz unterschiedliche Krisen stürzen.

Anschaulich erläutert Kristian Frisser die Theorie mit vielfältigen Beispielen. Dabei liest sich die Theorie in „Dachschaden kann man nicht versichern“ viel fundierter und wissenschaftlicher als in so manch anderen allgemein-populär aufbereiteten Fachbüchern. Da ich keinerlei fachliche Ausbildung in diese Richtung habe und lediglich gerne Bücher rund um die Psyche, das eigene Selbst und ein glückliches, achtsames Leben lese, ist dieses Urteil mit Vorsichtig zu genießen.

Es hat mir sehr gut gefallen, dass die Autorin nicht davor zurückschreckt Fachbegriffe zu verwenden. Diese werden sehr verständlich erklärt und ermöglichen eine gezielte weitere Recherche.

Am Ende eines jeden der insgesamt 12 Kapiteln gibt es eine kurze Einführung über den Beruf des Psychotherapeuten an sich, die Bewilligung von Therapiestunden, die Abbrechnung mit der Krankenkasse nach deutschem Recht und vieles mehr. Dabei ist der Zusammenhang zwischen dem eigentlichen Kapitel und diesem kurzen Abriss nicht immer gegeben. Ich denke, die Autorin möchte damit die Angst vom Psychologen nehmen und auch den wichtigen Unterschied zwischen Psychiater und Psychotherapeuten erläutern. Auch wenn diese Einschübe anfänglich noch ganz interessant waren, ging es mir dann irgendwann doch zu sehr ins Detail und ich habe die deutlich farblich hervorgehobenen Abschnitte übersprungen.

Kleine Sketchnote-artige Zeichnungen rund das Layout des Buches ab und lockern es deutlich auf.

Fazit

★★★★☆

„Dachschaden kann man nicht versichern“ ist ein lesenwertes Buch, das zeigt, dass nicht jeder kleiner Dachschaden gleichen einen Psychologen erfordert. Denn schließlich sind es die kleinen Macken, die uns einzigartig machen.

Dennoch nimmt das Buch die Angst vor dem Psychotherapeuten, lehrt uns Warnsignale nicht zu ignorieren und versucht zu verdeutlichen, dass Depressionen, Angsterkrankungen und Co nichts zum Schämen sind. Denn mit dem passenden Psychotherapeuten können viele dieser Herausforderungen aktiv angegangen werden.

Der Goldmann Verlag und das Bloggerportal haben mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Let’s talk

Ist das noch normal? Erzähl mir gerne von deinen Erfahrungen mit dem Normalsein, den Freuden des Unnormalen und deinem kleinen Dachschaden!

4 Kommentare

      1. Mir hat gut gefallen, dass sie psychische Krankheiten entstigmatisiert. Aber fand es nicht humorvoll wie beschrieben. Ist allerdings bei diesem Thema auch schwierig. Und es hat eben auch jeder einen anderen Humor. Aber finde es gut, dass Depressionen immer mehr thematisiert werden.

        1. Hallo Maja!
          Da muss ich dir recht geben. Als humorvoll würde ich „Dachschaden kann man nicht versichern“. Es gibt viel gute Beispiele und auch die Theorie wird anschaulich dargelegt. Wenn man was zum Lachen oder Schmunzeln will, sollte man lieber zu einem anderen Buch greifen.
          Liebe Grüße
          Sabrina

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