Iran Persepolis - der König und seine 28 Völker
Reisen und Ausflüge

Gigantisches Persepolis, Pasargade & Kreuzgräber – Iran – Tag 7

Um 8:30 Uhr starten wir den Ausflugstag, der einer der absoluten Highlights werden soll. Gigantisch was wir heute alles zu sehen bekommen.

Repräsentationshauptstadt Persepolis

Gerade einmal 55 Kilometer von Shiraz entfernt, befindet sich Persepolis. Ein Anblick, der derart beeindruckend ist, dass er noch lange, lange nachwirkt.

Persepolis ist die von König Darius gegründete Repräsentationshauptstadt für zeremonielle Festlichkeiten seines 28 Völker umfassenden Reichs. Hier wurde unter anderem das Neujahrsfest rund um den 21 März mit Vertretern aller Völker gefeiert. Die Iraner selbst nennen Persepolis Takht-e Jamshid. Die Anlage ist riesig. Obwohl viel zerstört wurde, erhält man ein gutes Gefühl wie alles früher ausgesehen hat und kann das Gelächter bei den rauschenden Festen in der Ferne leise hören.

Iran Persepolis - der König und seine 28 Völker

Die Eingangstreppe umfasst 111 Stufen mit einer Tiefe von 38 cm und einer Höhe von 10 cm. Die niedrige Höhe und große Tiefe der einzelnen Stufen sorgt dafür, dass man förmlich hinunter bzw. herauf schreitet und nicht bloß über die Treppe geht. Man merkt die Bekanntheit dieses Ortes deutlich an den wesentlich mehr Touristen im Vergleich zu den Sehenswürdigkeiten der vergangenen Tage. So waren wir beispielsweise in Susa oder auch in Bishapur ganz alleine und ungestört.

Die Eingangstreppe führt zum weltberühmten Tor aller Länder. Diesen Anblick könnte ich ewig genießen. Persepolis ist gut erhalten. Gigantische Reliefs und Säulen zeugen von der wunderschönen Stadt.

Blick auf das Tor aller Länder in Persepolis - Iran

Zerstört wurde Persepolis von Alexander dem Großen. Er hat die Schätze aus der Repräsentationshauptstadt mit 600 Kamelen wegbringen lassen. In vielen Reliefs sieht man Löcher. In diesen waren früher Diamanten befestigt, die Alexander ebenfalls mitnahm. Beinahe könnte man sagen, dass es eine Fügung des Glücks war, dass Alexander der Große Persepolis ausgerechnet mit Feuer zerstören wollte. Durch den Versuch die Stadt niederzubrennen, wurde der viel verwendete Lehm gebrannt. Dies sorgte für eine bessere Haltbarkeit.

Der Aufstieg zu den Felsgräbern am östlichen Berghang ist absolut empfehlenswert. Nicht etwa weil die Felsgräber so beeindruckend wären. Nein, der Blick über die gesamte Stadt Persepolis ist atemberaubend. Hier wird einem die Größe der Stadt so richtig bewusst. Welche unfassbare Leistung diese Anlage circa 520 v. Chr. zu errichten.

Gigantisches Persepolis im Iran

Entbehrliches Pasargade

Weiter geht es mit einer 80 Kilometer langen Fahrt nach Pasargade. Einem weiteren geschichtsträchtigen Ort, der allerdings abgesehen von der Geschichte, nicht viel zu bieten hat. Die lange Fahrt, denn die 80 Kilometer müssen auch wieder zurückgefahren werden, lohnt sich nicht.

550 v. Chr siegten die Perser hier über die Achämeniden und König Kyros II. Ein langer, breiter, von Rosen gezäumter Weg führt zu einem auf sechs riesigen Stufen stehendem Haus mit nordischem Dach. Dieses „Haus“ ist das Grabmal von Kyros II. Als die Männer Alexander des Großen das Kyros Grab gefunden haben, haben sie es vollständig geplündert. Nicht einmal mehr Knochen ließen sie zurück.

Pasargade - Iran

Vom Residenzpalast ist nicht mehr viel zu sehen. Die Ziegel wurden verwendet, um davor ein neues Gebäude zu erbauen. Es gibt einen Bus, um die 1,2 Kilometer zum Palast zu überbrücken. Aufgrund eines Unfalls im vergangen Jahr empfindet unser Reiseleiter den Bus als zu unsicher.

Kreuzgräber von Naqsh-e Rostam

Als letzter Besichtigungspunkt Tages steht Naqsh-e Rostam, die Kreuzgräber der Achämeniden, am Plan. Diese liegen ca 4 km nördlich von Persepolis. Gigantische Kreuze, die in der Mitte ein Loch beziehungsweise eine Tür zur Grabkammer aufweisen, sind dort in die Felsen geschlagen.

Die Kreuze sind mit üppigen Reliefs geschmückt. Wir sehen den bereits bekannten Ahura Mazda und die 28 Männer stellvertretenden für die 28 Völker, die in Persien lebten. Auch eine recht selten Darstellung von Ahura Mazda, wo er hingegen der achämenidischen Darstellung nicht über allem schwebt, sondern auf einem Pferd sitzt, kann man hier bewundern. Er überreicht Ardaschir I, dem ersten Sassanidenkönig einen Ring.

Naqsh-e Rostam - Ahura Madza gibt den Ring an Ardaschir I.

Das achämenidische Haus ist eine weitere Attraktion in Naqsh-e Rostam. Sein Verwendungszweck ist unklar. Vielleicht ein Feuertempel? Allerdings hat das Haus nur einen Eingang zu einem einzigen Zimmer und ein geschlossenes Dach. Die angedeuteten Fenster sind lediglich Einkerbungen. Alles in allem aufgrund dieser architektonischen Merkmale nicht wirklich geeignet für einen Feuertempel. Vielleicht ist es ein Kalender auf dem man mit Hilfe der Sonne und den rechteckigen Einkerbungen z.b. das Neujahrsfest ablesen konnte.

Heute steht das Haus in einer Grube. Der Grund der Grube war das ursprüngliche Niveau des Boden zurzeit der Achämeniden. Die Reliefs und Kreuzgräber lagen also ursprünglich viel höher. Ein weiteres Mal ein Zeugnis einer gigantischen Leistung. Faszinierend wie derartig wunderschöne Kreuzgräber und Reliefs in dieser Höhe erschaffen werden konnten.

Lediglich das Kreuzgrab von Darius I ist eindeutig identifiziert. Darüber wer in den anderen Gräbern lag, gibt es unterschiedliche Spekulationen.

Die Kreuzgräber von Naqsh-e Rostam

Ein Abend in Shiraz

Um 17 Uhr sind wir zurück im Hotel. Wir holen uns ein Eis an einer der zahlreichen Eisdielen. Nach dem Faloodeh Nudeleis vom Vormittag probieren wir heute etwas anderes. Ich genehmige mir je eine Kugel Safran-Pistazie und Cookie. Sehr lecker.

Um 18:30 Uhr fahren wir mit dem kleinen Bus zum Qavam Cafe & Restaurant. Gefühlt liegt es in Gehweite auch wenn wir aufgrund diverser Einbahnen etwas umständlich fahren müssen. Ich habe den Eindruck, dass Iraner nicht unbedingt gerne zu Fuß gehen und nach Möglichkeit lieber das Auto nehmen. Den Rückweg werden wir dann zu Fuß antreten und es ist tatsächlich nicht weit bis zum Hotel.

Das Qavam ist ganz klein und schnuckelig. Als Vorspeise gibt es warmes, selbstgemachtes Brot mit kaltem Joghurt. Das ist so gut, dass ich bereits nach der Vorspeise satt bin. Für die Hauptspeise bestellen wir drei verschiedene Gerichte und jeder nimmt sich was er möchte. Es gibt Melanzani mit Joghurt und Nüssen, Köfte mit Bulgur und eine Art Kebab.

Bevor wir noch unsere Hauptspeise bekommen, fällt eine große Gruppe von circa 30 französischen Touristen ein. Das Lokal ist bis auf den letzten Platz gefüllt, selbst draußen sitzen Leute und ein weiterer Tisch wird aus der Küche herbeigeschafft. Der Lärmpegel steigt innerhalb von Sekunden enorm an.

Lesefreude im Café Arg in Shiraz, Iran

Auf dem Weg zum Hotel kehren wir ein weiteres mal in das gemütliche Teehaus Arg vom Vortag ein. Wir werden auch sofort wieder erkannt. Da es gerade erst 21 Uhr ist, holen wir uns als Absacker anschließend noch ein (alkoholfreies) Bier vom Kiosk. Auch der Kioskmann erkennt uns wieder und freut sich uns zu sehen.

Alles in allem habe ich die Iraner bis jetzt als sehr freundliches Volk kennen gelernt. In Shiraz kann man sich richtig wohlfühlen. Leckeres Essen und hervorragender Tee tragen zum Wohlbefinden bei.

Meine Iran Rundreise

Wissenswertes zum Iran bei Lesefreude

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3 Kommentare

  1. Wie in den Teilen davor auch hier wieder absolut beeindruckende Bilder. Ich muss tatsächlich jedes mal wieder staunen. Durch deine Reihe fällt mir erst auf, wie wenig ich solche Sehenswürdigkeiten und beeindruckenden Bauwerke mit dem Iran verbinde. Durch die Medien werden schließlich ganz andere Dinge in den Fokus und ins Bewusstsein gerückt.

    Ich weiß nicht, ob dich solche Dinge interessieren, aber da du hier Ruinen von Persepolis gepostet hast, musste ich wieder an eine großartige Podcastreihe (3 Teile, knapp 15h) zum Persischen Reich denken: Dan Carlin’s Hardcore History 56-58, die King of Kings-Reihe. https://www.dancarlin.com/hardcore-history-56-kings-of-kings/

    1. Hallo Flo!
      Es ist immer wieder traurig wie einseitig die Medien berichten und wie leicht sie Bilder in unseren Köpfen erzeugen und zu großen Teilen auch fixieren. Dabei gilt das nicht nur für den Iran.

      Danke für den Link. Der Podcasts sieht super spannend und gut gemacht aus. Leider werde ich nur nicht so richtig warm mit Podcasts. Ich nutze die Zeit viel lieber zum Lesen :D Lediglich neben dem Bügeln höre ich manchmal Hörbücher und ganz selten Podcasts.

      Liebe Grüße
      Sabrina

  2. Liebe Sabrina,
    ein weiterer toller Reisebericht. Ihr habt wirklich so viele schöne Dinge bereist, die mich genau wie euch nachhaltig beeindrucken würden. Da kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.
    Alles Liebe,
    Janika

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