Die Damen des Hauses – Susanne Scholl

Categories 2 Sterne, RomanPosted on
Die Damen des Haues - Susanne Scholl

Die Grundidee in „Die Damen des Hauses“ gefällt mir sehr gut. Leider erstickt die Susanne Scholl diese in einem Wulst an Themenfeldern, die sie anreißt. Der sehr einfache Schreibstil tut sein übriges.

Die Handlung

Vier ältere Damen stehen am Ende eines Lebensabschnitts. Sie wählen einen unkonventionellen Weg für den nächsten. Kurzer Hand ziehen die vier Damen zusammen und gründen eine WG.

Ella, die nach dem Tod ihres Mannes plötzlich mit der rumänischen Pflegerin Rada alleine ist. Ihre Nachbarin Luise, die von ihrem Mann wegen einer Jüngeren verlassen wurde. Und die schillerende Maggie, die nach einer internationalen Karriere nach Wien zurückkehrt.

Meine Meinung

Alleine wenn man sich die kurzen Beschreibungen der vier Frauen auf dem Klappentext ansieht, merkt man wie unterschiedlich diese sind. Genügend Stoff also um ein ganzes Buch zu füllen. Zudem fand ich die Idee der etwas unkonventionellen Wohnform im hohen Alter spannend.

Da wir in meinem Lesekreis sieben ganz unterschiedliche Frauen sind, die eine Alterspanne von über 30 abbilden, schien „Die Damen des Hauses“ wie die perfekte Lektüre für uns. Doch am Ende stand die Enttäuschung im Vordergrund.

Die Damen des Haues - Susanne Scholl

Zu Beginn wird jede der vier Damen in einem eigenen Kapitel umfassenden vorgestellt. Wir lesen ausführlich die verschiedenen Lebensumstände von der Kindheit bis zum hohen Alter. Erfahren von den jeweiligen Ängsten, Sorgen und Nöte im Laufe ihres Lebens. Diese ersten vier Kapitel sind es auch, warum ich dem Buch einen zweiten Stern vergönnt bin.

Der Schreibstil von Susanne Scholl ist es extrem einfach. Die kurzen, in der Gegenwart geschriebenen Sätze wirken wie aus einem Schulaufsatz.

Die Damen des Haues - Susanne Scholl

Ohne Höhepunkte plätschert die Geschichte vor sich hin. Nach der sorgfältigen Vorstellung der Protagonisten hatte ich Hoffnungen, dass die der Auftakt für eine tiefgründige Geschichte ist. Doch anstand auf den vier Charakteren aufzubauen, führt Susanne Scholl ständige neue Personen, Herausforderungen und aktuelle gesellschaftliche Thematiken an.

Alleine das Thema Wohnen im Alter mit diesen vier interessanten Frauen wäre Stoff genug für das Buch gewesen. Doch das reicht der Autorin offensichtlich nicht. Die Klimakrise bringt die alten Damen dazu bei einer Demonstration mitzugehen. Die Kinder und Enkelkinder bringen ebenfalls Probleme mit in die Geschichte – sei es die Asylpolitik und die Abschiebung oder die gleichgeschlechtliche Ehe und die Adaption eines (misshandelten) Kindes. Egal welches Thema Susanne Scholl anreißt, es ist immer etwas too much.

Die Damen des Haues - Susanne Scholl

Fazit

★★☆☆☆

Wäre die Grundidee von „Die Damen des Hauses“ sehr gut, erstickt die Autorin diese in immer neuen Themenfelder und gesellschaftlichen Herausforderungen. Der sehr einfache Schreibstil tut sein übrigens, dass das Lesevergnügen auf der Strecke bleibt.

Lediglich aufgrund der mühevollen Vorstellung der vier Damen – die gut 35% des Buches einnimmt – bekommt „Die Damen des Hauses“ mit viel Zudrücken beider Augen einen zweiten Stern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Ich stimme der Datenspeicherung zu