Die man nicht sieht – Lucía Puenzo

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Die man nicht sieht - Lucia Puenzo

Die Handlung

Ismael, Enana und Ajo sind noch Kinder. Und das macht sie als Einbrecher so gut. Ein mysteriöser Auftrag führt sie an die Luxusstrände von Uruguay. Zum ersten Mal in ihrem Leben sehen sie das Meer. Doch der Auftrag ist gefährlich. Zu spät merken sie, dass sie lediglich Randfiguren in einem abgekarteten, gefährlichen Spiel sind.

Meine Meinung

Hell strahlt es durch die riesigen Fenster des mondänen Hauses am Cover. Das dunkle Blau der Nacht bricht unheildrohend herein. Ein ganz tolles, aussagekräftige Cover, das hervorragend zu der Geschichte passt.

Lucía Puenzo zeigt mit viel Feingefühle die sozialen Ungleichheiten. Die Reichen, die immer reicher werden und dabei auch vor dem Unglück anderer nicht zurück schrecken. Wie weit werden sie gehen, um sich selbst zu schützen?

Die man nicht sieht - Lucia Puenzo - innen

Und auf der anderen Seiten die Armen. Jene, die von der Hand im Mund leben, von einem besseren Leben träumen und ums Überleben kämpfen. Auf dieser Seite steht das Teenagerpärchen Ismael und Enana und der sechsjährige Ajo. Immerhin können Sie sich aufeinander verlassen. Gemeinsam sind sie ein tolles Team, das jeden noch so kniffligen Einbruch perfekt meistert.

Lucía Puenzo hat mit „Die man nicht sieht“ ein Buch mit viel Tiefenschärfen geschrieben. Die Lebensgeschichten und das viele Leid, das die Kinder in ihren jungen Jahren bereits widerfahren ist. Diese Ungerechtigkeit, die das Lesen schwer macht.

Ich liebe südamerikanische Autorinnen von ganzem Herzen. So wie auch bei Lucía Puenzo gefällt mir dieser abgeklärte, vielleicht eine Spur resignierte Blick auf die Welt sehr gut. Mit einer sehr klaren und direkten Sprache werden dabei die Finger zielgenau in offene Wunden gelegt. Es wird nicht angeklagt, nicht gewertet, sondern lediglich erzählt. Dem Leser wird es überlassen seine Lehren daraus zu ziehen.

Die man nicht sieht - Lucia Puenzo

Der Titel „Die man nicht sieht“ – im Original „Los invisibles“ passt mit seiner Zweideutigkeit perfekt zu dem Buch. Die geschickten Einbrecher, die man nicht sieht. Ja, meist sind nicht mal Einbruchsspuren zu sehen. Und gleichzeitig das untere Ende der sozialen Leiter, vor dem wir so gerne die Augen verschließen.

Letzten Endes muss ich „Die man nicht sieht“ schweren Herzens einen Stern abziehen. Das Ende kommt so abrupt und lässt den Leser in der Luft hängen. Ich kann gut damit umgehen, wenn nicht alle Fragen geklärt werden. Hier wirkt es jedoch so als würde ein letztes, abschließendes Kapitel fehlen. Das Buch hört mitten in der Geschichte auf.

Fazit

★★★★☆

Ich freue mich sehr das ich mit Lucía Puenzo und „Die man nicht sieht“ eine weitere fantastische, südamerikanische Autorin gefunden habe. Mit ihrem schnörkellosem, direkten Schreibstil erschafft Lucía ein Buch mit viel Tiefgang. Eine Geschichte von sozialer Ungleichheit, die dem Leser unangenehme Fragen in den Kopf setzt.

Zu dem gefällt mir nicht nur die Geschichte, sondern das Buch ist mit dem Titel und dem Covergestaltung ein sehr gelungenes Gesamtwerk.

Der Wagenbach Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Let’s talk

Liest du gerne südamerikanische AutorInnen? Falls ja erzähle mir doch welche!
Neben der nun entdeckten Lucía Puenzo von der ich gerne noch mehr lesen möchte, mag ich Claudia Piñerio und Isabel Allende sehr gerne.

2 comments

  1. Hallo liebe Sabrina, eine wunderbare Rezension, die auf ein interessantes Buch hinweist! Ich lese unglaublich gerne Bücher von Paulo Coelho einer meiner liebsten Autoren – besonders Der Alchimist und Veronika beschliesst zu sterben fand ich sehr gelungen!

    1. Hallo Elizzy!

      Ein paar Bücher von Paulo Coelho habe ich bereits gelesen. „Veronika beschliesst zu sterben“ fand ich klasse. Ich glaube ich hab „Der Alchimist“ mal in Englisch gelesen. Ich muss gestehen, dass ich mich nicht mehr an den Inhalt erinnern kann.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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