Herr Rudi – Anna Herzig

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Herr Rudi - Anna Herzig

Beklemmend, melancholisch, schmerzvoll und eine absolut Leseempfehlung. Anna Herzig schafft es auf gerade mal 140 Seiten die Geschichte eines ganzen Lebens mit viel Tiefgang und intensiven Momenten zu erzählen.

Die Handlung

Zwei Tage bis zur Pensionierung hat der Gerichtsvollzieher „Herr Rudi“ noch vor sich. Da ereilt ihn die Diagnose – Krebs.

Sein Leben hat er vor allem damit verbracht seiner großen Liebe Livi nachzutrauern. Und jetzt sitzt er mit Blaubeeren, Hexenschuss und der Pistole am Nachtkästchen in einem Hotelzimmer in Salzburg.

Meine Meinung

Zielgenau legt Anna Herzig im Laufe des Buches ihre Finger in jede noch so kleine Wunde. Dafür benötigt sie nicht viele Worte. 140 Seiten und geringe Textfläche. Doch mit jedem Wort trifft sie mitten ins Schwarze.

Herr Rudi - Anna Herzig

„Herr Rudi“ ist ein schmerzhaftes, melancholisches Buch. Langsam baut sich ein beklemmendes Gefühl auf. Eine Schlinge legt sich um das Herz des Lesers. Bis zur letzten Seite wird die Schlinge immer fester zugezogen. Schwerfällig, nachdenklich starre ich am Ende vor mich hin.

Wie kleine Sonnenstrahlen, die durch dunkle Gewitterwolken brechen, zeigt uns Anna Herzig auch die schönen Seiten im Leben und worauf es wirklich ankommt – die Menschen rund um uns, die Liebe und die Gemeinsamkeiten.

Auf etwas mehr als einer halben Seite beschreibt die Autorin derartig gekonnt Griechenland, dass ich den Sand zwischen den Zehen, die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut und den fantastisch Geschmack von Feta Saganaki auf der Zunge spüren konnte.

Herr Rudi - Anna Herzig

Fazit

★★★★★

„Herr Rudi“ geht unter die Haut und hinterlässt ein beklemmendes Gefühl. Ein melancholisches Buch, das nicht nur äußerlich wunderschön und voller sorgfältiger Liebe fürs Detail ist sondern auch innerlich. Jedes der wenigen Worte trifft ins Schwarze und den Leser mitten ins Herz. Anna Herzig schafft auf 140 Seiten die Geschichte eines ganzen Lebens so intensiv und detailliert wiederzugeben wie es selten Autoren gelingt.

Unbedingt lesen, aber mit Vorsicht genießen, denn „Herr Rudi“ hinterlässt einen bitteren, schmerzvollen Nachgeschmack.

Anna Herzig hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! 

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