Langweilig war mir nie – Lotte Tobisch

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Langweilig war mir nie - Lotte Tobisch

Im 2013 erschienen „Langweilig war mir nie“ erzählt Lotte Tobisch Anekdoten aus ihrem Leben. Ich wünschte es mir etwas ausführlicher und mit einer Spur mehr Tiefgang.

Der Inhalt

Die 1926 in Wien geborene Lotte Tobisch berichtet aus ihrem Leben. Tobisch erzählt ihren Werdegang als Schauspielerin, vom Zusammentreffen mit großen Künstlern, der Organisation des Opernballs und ihrem sozialen Engagement.

Meine Meinung

Am 19. Oktober 2019 ist Lotte Tobisch im Alter von 93 Jahren verstorben. Interviews mit ihr lauschte ich schon lange fasziniert. Für mich war das Interview mit Lotte Tobisch immer eines der Highlights der Opernballübertragung. Ihr Wortwitz und die spitze Zunge, die jedoch mitten ins Schwarze trifft und nicht immer alles so bierernst sieht, haben mir gefallen. So habe ich mich gefreut, dass mir das Buch aus der Landesbibliothek Niederösterreich in die Hände gefallen ist.

Langweilige war mir nie - Lotte Tobisch

Erschienen ist „Langweilig war mir nie: Warum es sich lohnt, neugierig zu bleiben“ bereits 2013. Auf 127 Seiten, inklusive einiger Abbildungen, erzählt Lotte Tobisch unterhaltsam aus ihrem Leben. Angefangen bei ihrer Kindheit und Jugend, in der sie bereits recht selbstbewusst ihren Kopf durchsetzte bis hin zu ihrem heutigen Engagement als Präsidentin des sozialen Vereins „Künstler helfen Künstlern“. Für eine Spende für ihren Verein hat Lotte Tobisch dabei so einigen Blödsinn mitgemacht. Man hat das Gefühl, dass sie eine sehr lebensfrohe Frau war.

Die Erzählungen über ihre Begegnungen und teils innigen Freundschaften mit großen, bekannten Persönlichkeiten aus dem Theaterumfeld waren interessant zu lesen. Dennoch sagte mir kaum jemand davon etwas, da sich das alles lange vor meiner Zeit abspielte. Nichtsdestotrotz sind die Anekdoten schön zu lesen. Wenngleich teilweise der Tiefgang fehlt, die Geschichten etwas oberflächlich erzählt werden und auch einige banale Alltagsstories auf den wenigen Seiten Platz finden.

„Wir sollten aufpassen, dass das Sich-freuen-Können in unserer Wohlstandsgesellschaft nicht gänzlich abhandenkommt, dass Feste für uns nichts Besonderes mehr sind, und dass wir das Staunen nicht verlieren, die Erwartung des Besonderen – und zum Schluss nicht auch das Lieben-Können noch verlernen.“
Seite 101

Und dann flasht Lotte Tobisch immer wieder mit einem Satz, einem Gedankengang, der von so viel Weisheit und Lebenserfahrungen geprägt ist; so treffsicher formuliert. Der Versuch eines Wachrütteln und Zurechtrücken unserer verdrehten, skurrilen Welt in der uns der Wohlstand den Blick auf das Wesentliche im Leben vernebelt.

Fazit

★★★★☆

„Langweilig war mir nie“ ist ruckzuck gelesen. Mit 127 Seiten ist es ein dünnes Buch. Die Schrift ist sehr groß und der Steg auf allen vier Seiten üppig. Dennoch gibt das Buch einen guten Einblick in das Leben von Lotte Tobisch, wenn gleich ich mir etwas mehr Details gewünscht hätte.

Im 2013 erschienen "Langweilig war mir nie" erzählt Lotte Tobisch Ankedoten aus ihrem Leben. Ich wünschte es mir etwas ausführlicher und mit mehr Tiefgang.

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