Schicksalstage am Fjord – Sofia Berg

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Schicksalstage am Fjord - Sofia Berg

„Schicksalstag am Fjord“ ist die Geschichte einer norwegischen Familie unter deutscher Besatzung. Eine Geschichte zwischen Widerstand, Liebe, Verrat und Gefahr.

Die Handlung

Norwegen 1942: Ingrid Bakkens Vater und Schwager werden als Widerständler verhaftet. In ihrer Not wendet sich Ingrid an eine frühere Freundin, die Mitglied der Nazipartei ist. Doch damit wird sie für ihre Familie zur Verräterin. Mühsam versucht Ingrid die Beziehung zu ihrer Familie wieder zu kitten. Kurz bevor ihr das gelingt, trifft sie ihre große Liebe – einen deutschen Soldaten.

Meine Meinung

Im Zuge meiner #WiderDasVergessen Challenge lese ich Bücher rund um den Zweiten Weltkrieg. Mit Norwegen ist nun ein neues Lands dazugekommen. Es zeigt sich zunehmend wie ähnlich, doch auf alle Fälle schmerzhaft, das Leiden rund um die Welt zu jener Zeit war.

Die Verbindungen zu aktuellen Geschehnissen, gerade im Hinblick auf die Vorkriegszeit sind frappierend. Hass wird zunehmend geschürt. Hetz- oder Hassreden und unbegründete, aber vor allem unreflektierte Missgunst gegen über anderen Völker / Nationen stehen an der Tagesordnung. Dabei wird verallgemeinert und auf gar keinen Fall unter die Oberfläche geschaut.

Schicksalstage am Fjord - Sofia Berg

Die Geschichte beginnt im Februar 1942. Schnell spürt man die Anspannung und die allgegenwärtige Gefahr. Während Vater, Bruder und Schwager für den Widerstand kämpfen, blickt Ingrid etwas verklärt in die Welt. Vieles will sie nicht sehen und flüchtet sich lieber in eine Grundnaivität. Dabei ist ein Ingrid ein herzensguter, auf Harmonie bedachter Mensch. Sie träumt von der großen, einzigartigen Liebe.

Doch leider gerät der Roman sehr rasch ins Stocken. Die Erzählungen plätschern vor sich hin. Es tut sich recht wenig und Nichtigkeiten, alltägliches, kleinere Streitereien werden detailliert und langatmig erzählt. Die Autorin will uns nicht nur Ingrids Geschichte erzählen, sondern auch das von ihren Geschwistern und vielen weiteren Personen. Diese poppen wie kleine Lichtblitze immer wieder auf und verschwinden recht schnell. Es gibt schlicht zu viele Nebenschauplätze in „Schicksalstage am Fjord“.

Große Teile des Buches sind kursiv geschrieben. Das erschwert das Lesen und ergibt nicht wirklich Sinn. Meist wurde kursiv gewählt, wenn wir Einblicke in die Gedanken der Protagonisten bekommen. Doch nicht immer sind es Gedanken, sobald der Text kursiv geschrieben ist. Die häufig wechselnde Textauszeichnung hat mich zunehmend genervt.

Sofia Berg hat sich für „Schicksalstage am Fjord“ von ihrer eigenen Familiengeschichte inspirieren lassen. Allerdings ist vieles vorhersehbar. Langatmig arbeitet sich die Autorin durch das Leben ihrer Protagonisten. Es gelingt schlicht nicht Spannung aufzubauen. Bis zum Schluss habe ich nicht mit Ingrid mitgefiebert. Ich war sogar kurz davor das Buch abzubrechen. Warum ich das letzten Endes nicht getan habe, weiß ich selbst nicht so genau.

Schicksalstage am Fjord - Sofia Berg

Fazit

★☆☆☆☆

Es war interessant über den Zweiten Weltkrieg in Norwegen zu lesen. Das Spannungsfeld innerhalb der Familien Bakken war greifbar. Allerdings war das auch schon das einzige an Spannung in „Schicksalstage am Fjord“.

Der Gmeiner Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

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