Ein Elefant für Inspector Chopra - Vaseem Khan
3 Sterne Thriller & Krimi

Ein Elefant für Inspector Chopra – Vaseem Khan

„Der Elefant schrieb Dr. Singh, „genießt in gewissen Kreisen einen geradezu mythischen Status, hauptsächlich durch seine Verknüpfung mit der indischen Gottheit Ganesha. Dem Tier werden übernatürliche und anthropomorphe Kräfte beigemessen. Die Wahrheit jedoch ist: Elefanten sind lediglich sehr große Landsäugetiere aus Fleisch, Blut und Knochen. Abgesehen von ihrer Größe haben sie nichts besonders Außergewöhnliches an sich.“

Die Handlung:

Inspector Chopra tritt seinen Ruhestand an. Doch an Ruhe ist noch lange nicht zu denken. Am Tag seiner Pensionierung ertrinkt ein Junge unter rätselhaften Umständen und niemand will sich darum kümmern. Vor seiner Haustür wartet ein geschenkter Babyelefant. Chopra nimmt sich beiden an. Zwar hat er keine Dienstmarke mehr, dafür aber die Unterstützung des Elefantenbabys Ganesha. Gemeinsam gehen sie dem Fall nach und stoßen auf eine riesige Verschwörung in Mumbai.

Indien:

Mit Indien hatte ich bisher nicht viele Berührungspunkte. Deshalb ist mir die Kultur auch relativ fremd. So war es für mich manchmal schwer zu verstehen, wenn über Fest, Essen und Brauchtümer geschrieben wurde. Hier fehlten mir Erklärungen, die ein Eintauchen in die Kultur ermöglicht hätten. Die indischen Namen haben es mir zu Beginn schwer gemacht in die Geschichte zu finden. Ob Absicht oder nicht versucht Vaseem Khan dem Leser dies durch stark unterschiedliche Namen zu erleichtern.

Die Charaktere:

Inspector Chopra ist der klassische Polizist, der auch nach seiner Pensionierung die Finger nicht von Kriminalfällen lassen kann. Dabei mochte ich vor allem seine grundehrliche Art in einem Land in dem Korruption an der Tagesordnung steht. Vaseem Kahn zeigt immer wieder Beispiele wie es, selbst in einem Land mit regierendem Kastensystem, gelingen kann auszubrechen. Wenngleich es sich hier vermutlich um hoffnungsvolle Einzelfälle handelt.

Der Elefant ist eine willkommene Aufheiterung. Er spielt zwar eine tragende Rolle in der Geschichte, ich hätte mir allerdings mehr Szenen mit dem Elefanten gewünscht. Das Leben mit einem Babyelefanten in einer riesigen, wuseligen Stadt wie Mumbai stelle ich mir anstrengend und fast unmöglich vor. Hier hätte ich mir mehr gemeinsame Erlebnisse gewünscht.

Ein Elefant für Inspector Chopra - Vaseem Khan

Die Sidestories:

Vor allem zwei Sidestories werden immer wieder viel zu oberflächlich angerissen. Zum einen die Geschichte rund um Inspector Chopras Frau Poppy und ihre Ängste um die Ehe, weil ihr Mann nach der Pensionierung plötzlich ohne Erklärung bis tief in die Nacht unterwegs ist. Die zweite Sidestories beinhaltet Inspector Chopras Pläne für die Zeit nach seiner aktiven Polizeikarriere. Da er allerdings ständig ermittelt und der Fall im Buch sowie in seinem Leben absolut im Vordergrund steht, geht diese Geschichte sehr unter. Im letzten Kapitel wird der Leser schließlich vor vollendete Tatsachen gestellt und kann die Beweggründe nicht immer nachvollziehen.

Fazit:

„Ein Elefant für Inspector Chopra“ ist ein spannender Kriminalfall in Mumbai. Allerdings fehlen mir intensivere Einblick in die Kultur Indiens. Das Elefantenbaby Ganesha hätte sich mehr Aufmerksamkeit verdient. Schade, dass es nicht in mehr Szenen vorkommt.

 

Vielen Dank an den Ullstein Verlag und NetGalley, die mir das ebook zur Verfügung gestellt haben. Die Rezension wurde davon nicht beeinflusst.

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