Der Letzte von uns - Adélaïde de Clermont-Tonnerre
3 Sterne Roman

Der Letzte von uns – Adélaïde de Clermont-Tonnerre

Die Handlung

Luisa bringt ihren Sohn während der Bombennächten von Dresden zur Welt. Als sie bei der Geburt verstirbt, ist ihr einziger Wunsch ihren Sohn in Sicherheit zu wissen, denn: Er ist der letzte von uns.

Fünfundzwanzig Jahre später in New York verliebt sich der aufstrebende Immobilienhai Wern in Rebecca, einer Tochter aus sehr reichem Haus. Eine schreckliche Geschichte verbindet das Schicksal der beiden. Doch plötzlich bricht Rebecca im Rausche der größten Verliebtheit den Kontakt ab.

Meine Meinung

Es war oftmals schwierig für mich dieses Buch einzuordnen. Während die Liebesgeschichte zwischen Wern und Rebecca von Leichtigkeit und Lebensfreude geprägt ist, sind dies die Rückblicke in die Vergangenheit keinesfalls. Es ist eine seltsame Mischung, die sich irgendwie spießt.

Die Geschehnisse rund um die Bombennächte in Dresden und die V2 Rakete fand ich höchst interessant. Vor allem auch wie das Leben für die einzelnen Personen nach dem zweiten Weltkrieg weiterging, war spannend zu lesen.

„Dresden hatte sich in ein endloses Flammenmeer verwandelte, das Körper, Hoffnungen und Leben zunichtemachte, eine Inkarnation des Chaos, so weit das Auge reichte.“
5%

Wernher von Braun war ein Pioneer in der Raketenkonstruktion. Er war maßgeblich an der Entwicklung der V2 Flüssigkeitsrakete unter dem Naziregime beteiligt. Später wurde Wernher von Braun von den USA aufgenommen. Die großen Konstrukteure waren nach dem Kriegsende von den Alliierten heiß begehrt. Trotz seiner umstrittenen Vergangenheit machte Wernher von Braun in Amerika Karriere.

Besonders spannende war es von den Gewissensbissen der Konstrukteure zu lesen. Der Traum mit einer Rakete in das Weltall oder gar bis zum Mond zu fliegen, stand für viele im Vordergrund. In der Kriegskassa gab es genug Geld und so sprangen Wissenschaftler über ihren Schatten, erforschten und konstruierten Raketen, trotz dem Wissen, dass diese niemals für einen Einsatz auf dem Mond gedacht waren.

„Im Nachhinein ist es meist leicht, den richtigen Weg zu erkennen, doch entscheiden muss man mitten im Geschehen.“
81%

Während man zu Wernher von Braun viel im Internet nachlesen kann und sich sein Leben tatsächlich wie im Buch „Der Letzte von uns“ zugetragen hat, findet man über die anderen Beteiligten keine Informationen. Ich finde es sehr schade, dass am Ende des Buches nicht klargestellt wird, welcher Teil auf wahren Begebenheiten beruht und welcher Teil frei erfunden ist. Ellen Sandberg beispielsweise macht dies in „Die Vergessenen“ auf knapp einer Seite meisterhaft.

Der Letzte von uns - Adélaïde de Clermont-Tonnerre

Die Liebesgeschichte zwischen Wern und Rebecca nimmt für meinen Geschmack einen zu groß Teil der Geschichte ein. Lange Zeit treten die beiden auf der Stelle und ich verlor die Lust am Weiterlesen. Zum Glück habe ich durchgehalten, denn am Ende wird die Geschichte noch richtig atemraubend.

Fazit

★★★☆☆

Eine Geschichte rund um einen interessanten Aspekt des Zweiten Weltkriegs und des Lebens danach. Die Liebesgeschichte nimmt dem Buch deutlich an Geschwindigkeit und bringt es beinahe vollständig zum Stehen. Mit hohem Tempo geht es anschließend zum fulminanten Finale.

Mein größter Kritikpunkt jedoch ist, dass es nirgends eine Randnotiz gibt, welche der Teile der Geschichte frei erfunden sind und welche auf wahren Ereignissen beruhen. Nach meinem Recherchen kann ich sagen, dass zu vieles wahr ist und es schlicht und ergreifend schade wäre, wenn „Der Letzte von uns“ als fiktiver Roman abgetan wird.

Der Aufbau Verlag hat mir das Buch über NetGalley zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür

2 Kommentare

  1. Hallo Sabrina,
    ich lese unheimlich gerne Bücher über diese Zeit und mag es auch, wenn sich darin auf wahre Begebenheiten oder Personen bezogen wird.
    Deinen Kritikpunkt verstehe ich aber auch, das würde mich wohl auch stören. Trotzdem hast du mich neugierig auf das Buch gemacht und ich habe es auf meine Merkliste gesetzt.
    Liebe Grüße
    Julia

    1. Hallo Julia!

      Ich verstehe, dass die Geschichten einen roten Faden brauchen und dass dafür eine Liebesgeschichte oftmals als geeignetes Mittel erscheint. Dennoch finde ich es dann immer sehr, sehr schade, wenn die Liebesgeschichte einen zu großen Raum einnimmt.

      Liebe Grüße
      Sabrina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Ich stimme der Datenspeicherung zu