Witwe Meier und die toten Männer - Jette Johnsberg
4 Sterne Thriller & Krimi

Witwe Meier und die toten Männer – Jette Johnsberg

Witwe Meier ist bereits in den Sechzigern und etwas zu rund. Täglich gibt sie von der Couch aus ihre Expertise im Emergence Room ab und rettet so Leben. Doch so wirklich viel Spaß macht das alles nicht. Doch als ihre Schwester Marie für ein paar Tage zu ihr kommt, bringt diese Farbe in den grauen Alltag. Farbe die so schnell nicht mehr wegzubekommen ist. Auf den intensiven und häufigen Kontakt mit dem Bestattungsunternehmen Uhlbein hätte Witwe Meier wohl lieber verzichtet. Schließlich hat sie nun gar keine Zeit mehr Leben im Emergence Room zu retten.

„Witwe Meier und die toten Männer“ ist ein lustiger, unterhaltsamer Kriminalroman. Jette Johnsberg zieht den Leser rasch in ihren Bann. Die grantige Witwe Meier, die doch einfach nur ihre Ruhe haben möchte, wird sehr gut dargestellt. Schnell hat man in Gedanken eine ältere Dame aus dem eigenen Bekanntenkreis vor Augen. Ähnlichkeiten sind natürlich rein zufällig. 😉

Und doch gibt Jette Johnsberg vor allem für etwas jüngere Frauen wie mich, die noch weit von ihren Sechzigern entfernt sind, Hoffnung. Hoffnung dass das Leben nicht vorbei ist und selbst wenn man einmal falsch abgebogen sein sollte und sich einsam und alleine wie Witwe Meier auf der Couch wiederfindet ist es nicht vorbei. Schneller als es einem lieb ist, geht es wieder rund und die Abende auf der Couch rücken in weite Ferne, ja werden beinahe schon herbeigesehnt.

„So saßen sie links und rechts von Kapitän Junghans aus Bremervörde und genossen glacierte Hummerschwänze auf Weißweinschaum, der mit seinen Luftbläschen ein wenig so aussah, als hätte der Koch auf die Teller gespuckt.“
Jette Johnsberg

Lediglich die Todesfälle, die Witwe Meiers neues Leben säumen, waren mir etwas zu klischeehaft. Witzig, aber leider schon zu oft gehört oder gelesen. Hier ist für eine weitere Begegnung mit Witwe Meier bereits im Herbst dieses Jahres noch jede Menge Potential drinnen. Bietet doch die stürmische Herbstzeit und friedliche Adventszeit genug Möglichkeit auf tragisch, komische Weise ums Leben zu kommen.

Fazit:
Unterhaltsamer, kurzweiliger Kriminalroman bei dem man fast schon etwas traurig ist, dass es nun zu Ende ist. Lediglich bei den tragischen Todesumständen hätte ich mehr etwas mehr Kreativität gewünscht.

 

Danke Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

Rezension zum zweiten Teil „Witwe Meier und das Sarggeflüster“

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