Alle, außer mir – Francesca Melandri

Die vierzigjährige Ilaria war davon überzeugt ihren Vater zu kennen. Bis eines Tages ein junger Äthiopier vor ihrer Wohnungstür in Rom wartet. In seinem Ausweis steht „Attilio Profeti“ – der Name ihres Vater. Was hat das zu bedeuten? Handelt es sich dabei um einen schlechten Scherz? Was will der junge Mann von Ilaria?

Ihren Vater kann Ilaria nicht mehr fragen, denn dieser ist zu alt um Auskunft geben zu können. Also begibt sich Ilaria selbst auf Spurensuchen.

Alle, außer mir - Francesca Melandri

Alle, außer mir - Francesca Melandri

Die Italienerin Francesca Melandri arbeitet schonungslos einen Teil der Geschichte Italiens und die Verbrechen in Äthiopien auf. Basierend auf der fiktiven Familiengeschichte Attilio Profetis zeichnet die Autorin ein Porträt der italienischen Gesellschaft. Hinter all dem liegt die große Frage „Was bedeutet es im „richtigen“ Land geboren zu werden?“

„Alle, außer mir“ wird in unterschiedlichen Perspektiven und zu unterschiedlichen Zeiten erzählt. Wir springen zwischen Italien und Äthiopien, zwischen den Personen und in der Zeit hin und her. Das Buch ist nicht immer einfach zu lesen. Vor allem auch aufgrund der schonungslosen Direktheit, wenn es um die Verbrechen und das Verhalten der Italiener der äthiopischen Bevölkerung gegenüber geht. Die Bewohner Äthiopiens werden viel mehr als seltsame Tiere, den als Menschen betrachtet.

Alle, außer mir - Francesca Melandri

Das Bindeglied in „Alle, außer mir“ ist Attilio Profeti. Mit der Geschichte seiner Eltern, seinem gesamten Leben, der Einblicke in das Leben seiner Kinder, bis hin zu seinem Tod wird ein umfassendes Portrait gezeichnet. Dennoch fehlt mir der rote Faden. Der Sprung von einem Kapitel zum nächsten ist mir manchmal zu abrupt, wenngleich am Ende ein umfassende Bild erscheint.

Zudem gibt es die ein oder andere Wiederholung und Passagen, die zu sehr in die Länge gezogen werden ohne tatsächlich etwas zur Geschichte beizutragen.

Da ich selbst bereit Äthiopien bereisen durfte und mich von der wunderschönen Landschaften beeindrucken lassen konnte, hatte ich ein gewisses Vorwissen bezüglich der äthiopischen Geschichte. Das hat „Alle, außer mir“ interessanter für mich gemacht.

Alle, außer mir - Francesca Melandri

Fazit

★★★★☆

In „Alle, außer mir“ bereitet Francesca Melandri mit schonungsloser Direktheit die italienische Geschichte mit dem Schwerpunkt des Abessinenkriegs (heutiges Äthiopien) auf. Ihrem Roman legt sie eine Familiengeschichte über drei Generationen zu Grund.

Eine Leseempfehlung gibt es von mir für das 604 Seiten starke Buch auf jeden Fall, wenn es auch immer wieder seine Längen hat und der Übergang von einem zum anderem Kapitel oftmals zu abrupt war.

btb und das Bloggerportal haben mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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