Das Mädchen, das von Freiheit träume - Tilli Schulze
4 Sterne Roman

Das Mädchen, das von Freiheit träumte – Tilli Schulze

Die Handlung

1934 wird Tilli in Dölitz geboren. Als sie gerade einmal 5 Jahre ist bricht der zweite Weltkrieg aus. Hunger, Bombenangriffe, Angst vor Nazis und später vor den Russen prägen Tillis Leben. Trotz allem bleibt Tillis Traum vom Leben in der Freiheit angebrochen und sie setzt ihren Willen durch zur Schule zu gehen. Doch mit ihrem Streben nach Freiheit eckt sie immer wieder an.

Meine Meinung

In „Das Mädchen, das von Freiheit träumte“ erzählt Tilli Schulze ihre wahre (Überlebens)Geschichte. Dabei betont sie gleich zu Beginn, dass sei keine Heldin ist. Sie hat während des Kriegs und danach nicht mehr oder weniger gelitten als viele andere.

Und doch ist Tillis Perspektive auf den Krieg und die Zeit danach super spannend und macht mich traurig. Ohne hier nun eine Wertung aufstellen zu wollen wer mehr oder weniger gelitten hat, zeigt Tilli, die Schrecken des zweiten Weltkriegs und danach für ein ganz normales deutsches Mädchen. Das Leid, das dieser fanatische, unsinnige Krieg für die Zivilisten brachte.

Das Mädchen, das von Freiheit träume - Tilli Schulze

„Das Mädchen, das von Freiheit träumte“ ist sehr einfach geschrieben. Wir begleiten die 5-jährige Tilli als der zweite Weltkrieg ausbricht, bis hin zur großen Veränderung in ihrem Leben als sie 16 Jahre ist. Durch die einfache Sprache hat man das Gefühl, das kleine Mädchen selbst würde seien Geschichte erzählen.

So blicken wir mit kindlicher Naivität auf die Geschehnisse. Eine Denkweise, die oftmals sehr logisch klingt. Und dennoch sehe ich hier die größte Schwachstelle des Buches. Denn durch diese sehr einfachen Beschreibungen, wirken manche Stellen langatmig und ich musst achtgeben nicht leichtsinnig zu beginnen das Buch lediglich zu überfliegen.

„Wie konnte man einen Menschen dazu zwingen, Soldat zu werden und mit einem Gewehr auf andere Menschen zu schießen und sich der Gefahr auszusetzen, selbst erschossen zu werden, wenn er doch eigentlich nur Weizen säen und Kartoffeln ernten wollte?“
5%

Während des Zweiten Weltkriegs konnte Tilli noch relativ lange ihr mehr oder weniger gewohntes Leben unbehelligt fortführen. Als Tochter auf einem Bauernhof und mit einer unglaublich starken Mutter, hatte sie zumindest genug zu Essen. Etwas, das für viele Menschen nicht selbstverständlich war.

Doch mit den Russen ging auch für Tilli das Leiden in vollem Maß los. Es ist spannend, dass Tillis Erzählungen nicht mit dem Ende des Kriegs aufhören, sondern darüber hinausgehen. Denn viel zu selten wird darüber gesprochen, was der verlorene Krieg für die Bevölkerung bedeutet hat.

„Wir sind jetzt alle Alleinreisende, die gelernt haben, sich ständig Sorgen zu machen, wer uns verraten könnte, obwohl wir nichts falsch gemacht haben. Wir sind alle schuldig, obwohl wir unschuldig sind.“
85%

Die ständige Angst denunziert zu werden obwohl man gar nichts gemacht hat, war allgegenwärtig. Aus der einstmals so schönen Dorfgemeinschaft wird eine Misstrauensgesellschaft. Am Ende des Tages bleiben vielen nur ihre Gedanken, denn „Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten, …“. Ein deutsches Volkslied, das auch Tillis Mutter immer wieder vor sich hinsummte. Deshalb trägt das Buch im amerikanischen Original, das bereits 2005 erschienen ist auch den Titel „Tilli’s Story: My Thoughs Are Free“.

Fazit

★★★★

„Das Mädchen, das von Freiheit“ träumte erzählt die Geschichte von Tilli Schulze geborene Horn. Der Zweite Weltkrieg und dabei vor allem das Leid der deutschen Bevölkerung nach dem verlorenen Krieg stehen im Vordergrund.

Eine erschreckende Lebensgeschichte, die mir eine weitere Perspektive rund um den Zweiten Weltkrieg aufzeigt und in ihrer schonungslosen Brutalität verdeutlich wie wichtig #WiderDasVergessen ist.

NetGalley und der Aufbau Verlag haben mir ein eBook zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Let’s Talk

Bücher mit wahren Begebenheiten in denen der/die Protagonist/in noch ein Kind ist – „dürfen“ die Texte dementsprechend kindlich geschrieben sein oder sollte die Sprache dennoch erwachsen sein, wenn das Buch für Erwachsene geschrieben ist?

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