Rückkehr nach Birkenau: Wie ich überlebt habe – Ginette Kolinka

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Rückkehr nach Birkenau - Ginette Kolinka

In „Rückkehr nach Birkenau“ erzählt die Zeitzeugin der Shoah Ginette Kolinka von ihrer Zeit in Auschwitz-Birkenau und dem Leben danach.

Der Inhalt

Ginette Kolinka wird im März 1944 gemeinsam mit ihrem Vater und ihrem Neffen von Avignon nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Ginette ist die Einzige, die Monate später zurückkehrt. Sie erzählt von ihren Erlebnissen – dem Hunger, der Kälte, der Nacktheit, dem Hass.

Erst Jahrzehnte später spricht Ginette Kolinka das erste Mal über ihre Erlebnisse und kehrt nach Birkenau zurück. Heute führt die 94-Jährige regelmäßig Schulklassen durch Auschwitz-Birkenau.

Meine Meinung

Mit 128 Seiten ist „Rückkehr nach Birkenau: Wie ich überlebt habe“ ein recht dünnes Büchlein. Dennoch gelinkt es Ginette Kolinka dem Leser einen sehr guten Eindruck der schrecklichen Erlebnisse zu vermitteln. Ihr Bericht ist sachlich gehalten und erzählt ohne Umschweifen. Sie verzichtet auf detaillierte Ausschmückungen. Das ist auch gar nicht notwendig.

Auf dem Cover ist ein Kleid im Vordergrund. Dahinter kann man die Schienen in Birkenau erkennen. Dieses bzw. ein Kleid hatte für Ginette Kolinka große Bedeutung, bereits im Klappentext wird das angedeutet. Ja, das Kleid spielt tatsächlich eine Rolle. Eine derartig eindringliche, wie am Buchrücken angekündigt, meinem Empfinden nach jedoch nicht.

Rückkehr nach Birkenau - Ginette Kolinka

„Rückkehr nach Birkenau“ ist einfach geschrieben und gibt eine guten Überblick beziehungsweise eignet es sich gut als Einstiegslektüre zum Thema zweiter Weltkrieg und insbesondere der Konzentrationslager. Durch diese eher sachlichen Beschreibungen und den Schnelldurchlauf der Geschehnisse schaffte es das Buch nicht mich vollständig abzuholen.

Da das Buch „Rückkehr nach Birkenau“ heißt, habe ich mir erwartet, dass dieser Teil der Geschichte stärker herausgearbeitet wird. Zwar erzählt Ginette Kolinka von ihrer Rückkehr, jedoch hält sie den Leser dabei auf Abstand und gibt kaum Einblicke in ihre Gefühlswelt.

Fazit

★★☆☆☆

Bei einer autobiografischen Erzählung einer Zeitzeugin der Shoah eine derart kritische Rezension zu schreiben, erfüllt mich mit einem beklemmenden Gefühl. Den in keinster Weise will ich damit Ginette Kolinkas Erlebnisse herabwürdigen oder klein reden. Darüber öffentlich zu sprechen / schreiben ist ein bewundernswerter Schritt. Ein enorm wichtiger Schritt um #WiderDasVergessen anzukämpfen.

Es ist nur zu verständlich, wenn man als Zeitzeugin den Leser auf Abstand hält. Es muss schwer sein überhaupt über die Erlebnisse zu sprechen. Dass Ginette Kolinka uns dann nicht auch ihre intimen Gefühle und Gedanken anvertrauen will oder kann, ist nachvollziehbar.

Rückkehr nach Birkenau - Ginette Kolinka

„Rückkehr nach Birkenau“ eignet sich hervorragend um von einer Überlebenden einen Überblick über die Erlebnisse in Ausschwitz- Birkenau zu erhalten. Eine gute Einstiegslektüre, wenn gleich der Leser etwas auf Abstand gehalten wird. Ein sachlich gehaltener Erlebnisbericht, der mich aufgrund dieser Distanz leider nicht wirklich abholen konnte.

NetGalley und der Aufbau Verlag haben mir ein ebook zur Verfügung gestellt. 

1 comment

  1. Hallo Sabrina,
    das ist schade, denn das Buch hatte ich auch ins Auge gefasst. Aber es ist doch wirklich sehr dünn und wenn es auch noch sehr sachlich ist, wird es wohl bei mir nicht einziehen.
    Liebe Grüße
    Martina

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