Schafe hüten – Alex Lindén

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Schafe hüten - Alex Linden

Der Inhalt

Alex Lindén hat sein Leben in Stockholm hinter sich gelassen und ist aufs Land gezogen. Jeden Tag lebt und arbeitet er mit seinen Schafen. Seine Beobachtungen und Erkenntnisse hat er in „Schafe hüten“  niedergeschrieben.

Meine Meinung

Alles hinter sich lassen und ein neues Leben in Mitten der Schafe beginnen. Was für eine fantastische Traumvorstellung. Auf einer Hacienda in den Weiten Patagoniens mit einer Herde Schafe ein ruhige, zufriedenes, beschauliches Leben führen. Das klingt für mich doch sehr verlockend. Also war für mich sofort klar, dass „Schafe hüten“ unbedingt lesen muss.
In der Einleitung hört man deutlich die Sehnsucht Alex Lindéns nach Ursprünglichkeit, Einfachheit und Gelassenheit. Ich freute mich wahnsinnig auf die vor mir liegenden Seiten und sah meinen Tagtraum immer realer werden.
Schafe hüten - Alex Linden
Dann die Enttäuschung. Tagebuchartig und teils nur in wenigen Sätzen pro Tag berichtet Alex Lindén von seinem Leben mit Schafen. Nüchtern und emotionslos. Dabei gäbe es neben diesen sachlichen Beschreibungen soviel mehr, dass uns der Autor verraten könnte. Wie fühlt er sich? Wie waren seine Erwartungen, Ängste, Träume und wie stellt sich die Realität nun tatsächlich dar? Wie war die Umstellung vom Stadt- aufs Landleben?
Ja, selbst die sachlichen Beschreibungen seines Leben mit den Schafen kratzt lediglich an der Oberfläche. Denn als „Hirten“-Laie kann man viele der Probleme gar nicht so richtig nachvollziehen. Es bedürft detaillierten Ausführungen.
Schafe hüten - Alex Linden
Es wird davon gesprochen am Hof gemeinschaftlich zu arbeiten. Manchmal kommen auch andere Menschen vor. Es ist unklar wie die Menschen zueinander und auf den Hof gefunden haben. Wie ist das Leben für die Menschen dort? Wie organisieren sie sich? Wie sehr sind sie Selbstversorger? Es klingt ein bisschen nach einer Kommune. Erst zum Ende hin schreibt Alex Lindén, dass es sich tatsächlich um eine Kommune handelt. Doch mit der bloßen Feststellung wird das Thema auch schon wieder ad acta gelegt.
Erst bei circa 60% nimmt das Banale langsam ab. Es werden offene Fragen geklärt, der Ton wird nachdenklicher, tiefgründiger, ja er kann sogar Spuren von philosophischen Inhalt enthalten.

Fazit

★★☆☆☆

Der nüchterne Schreibstil, die vielen Banalitäten und die emotionslosen Beschreibungen halten den Leser auf Abstand. Trotz meiner großen Vernarrtheit in Schafe, die sich beispielsweise in einer ausgiebigen Schafsammlung äußert, hat mich „Schafe hüten“ enttäuscht.

Schafe hüten - Alex Linden

Alex Lindéns Geschichte hätte Potential zu einer ergreifenden Biografie. Erst auf den letzten Seiten öffnet sich der Autor eine ganz kleine Spur. Leider zu spät.

NetGalley und Ullstein haben mir ein ebook zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Let’s talk

Schäfe, Kühe und Co, ein beschauliches Selbstversorgerleben auf einem Bauerhof – Traum- oder doch eher Horrorvorstellung für dich?

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