Und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende – Mirjam Oldenhave

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Und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende - Mirjam Oldenhave

Der Inhalt

Genug ist genug und so trennt sich Julia endgültig von ihrem Mann. Eigentlich wollte sie in eine eigene Wohnung ziehen. Doch so schnell ist nichts frei. Stattdessen zieht sie durch eine glückliche Fügung in ein Traumhaus und das auch noch kostenlos. Einziger Hacken an der Sache ist, dass sie sich jeden Tag 30 Minuten um die im Koma liegende Besitzerin Frau Smit kümmern muss.

Bald schon merkt Julia, dass das noch ist alles ist. Allerhand skurriler Besucher und Außenseiter gehen in dem Haus ein und aus.

Meine Meinung

Das Buch hat aufgrund seines witzigen Titels und dem schönen Cover meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Irgendwie sieht es witzig aus, wie die schön zurechtgemachte Dame auf dem Cover mit Koffer und Müllsack ihren Weg geht. Das neben ihr eine Katze herläuft, ist bei mir natürlich ein großer Pluspunkt.

Julias Geschichte zeigt deutlich, dass es selbst heute, in einer Zeit in der Gott sei Danke, die meisten Frauen selbstständig sind, kein leichter Schritt ist, sich endgültig von seinem Ehemann zu trennen. Neben lieb gewonnen Gewohnheiten und Alltagsroutinen warten Herausforderungen, wie ein Dach über den Kopf zu finden, nach einer Trennung. Herausforderungen, die viele letzten Endes doch wieder einknicken und in einer unglücklichen Beziehung verharren lassen.

Es ist toll wie Julia diese Situation meistert. Lustig, dass sie dabei viele Tipps ihres Ex-Mannes berücksichtig. Als Therapeut hat er ihr geholfen mit dem Rauchen aufzuhören. Es ergeben sich überraschend viele Parallelen ob man nun mit dem Rauchen aufhören oder mit seinem Mann Schluss machen möchte.

„Stan war sehr gut im Small Talk, er benannte immer alles, was er sah, und so stumpfsinnig das auch klingt, der Rest ging von selbst.“
44%

Die skurrilen Besucher im Haus in das Julia zieht, leben aus unterschiedlichsten Gründen am Rande der Gesellschaft. Niemand ist für Sie da. Sie schlüpfen durch das soziale System und bleiben auf der Strecke. Das Haus ist ihr Anlaufpunkt. Dessen offene Türen geben ihnen die letzte, wertvolle Sicherheit.

Unverhofft gerät Julia in diese Situation und wird schnell zur Retterin auserkoren. Wo sollen schließlich alle hin, wenn es das Haus nicht mehr gibt?

Und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende - Mirjam Oldenhave

Mit viel Feingefühl zeigt Mirjam Oldenhave wie schnell man in eine Notlage geraten kann. Gut gemeinte landläufige Tipps, sind dabei oftmals keine große Hilfe.

„Und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende“ ist ein sehr langsames Buch. Für meine Geschmack leider viel zu langsam. Die Protagonisten leben vor sich hin, philosophieren und versuchen einen Lösung zu finden. Dazwischen werden sehr ernste Themen, die ich aus Spoiler-Gründen nicht näher ausführen kann, angerissen. Diese ernsten Themen sind es auch, die die Geschichte mühsam am Leben erhalten. So wie Julia hat der Leser das Gefühl, dass sich alles im Kreis dreht und man auf der Stelle trabt.

Last but not least, kann sich der Leser aufgrund des Straßennamen Kampferfoelielaan und einem kurzen Satz zusammenreimen, dass die Geschichte in den Niederlanden spielt. Da der Konsum von Cannabis eine Rolle spielt, wäre es wichtig, den Handlungsort deutlicher hervorzustreichen. Die andere Gesetzeslage in den Niederlanden rückt das Gelesen in einen etwas anderen Blickwinkel.

Fazit

★★★☆☆

Eine gute Idee, die jedoch leider nicht so richtig Fahrt aufnimmt. Es werden Probleme und Herausforderungen eines Sozialstaats und der darin befindlichen großen, schwarzen Löcher dargestellt. Ich hätte mir ein bisschen mehr Tempo und weniger Schwafelei gewünscht.

NetGalley und Harper Collins haben mir ein ebook zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

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