Die Frauen von Skagen – Stina Lund

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Die Frauen von Skagen - Stina Lund

So gewählt und leidenschaftlich die Protagonisten in „Die Frauen von Skagen“ mit Farben umgehen, tut Stina Lund es mit Worten. Von großen Träumen mit viel Leidenschaft und dem Schmerz wenn das Leben beziehungsweise die überbordende Vernunft droht die Träume zu ersticken. 

Die Handlung

Ende des 19. Jahrhundert in Skagen: Marie Triepke hat das große Glück, dass ihre Eltern ihr künstlerische Talent fördern, zu einer Zeit in der dies nur wenigen Frauen möglich war. Als sie dem bekannten Skagener Maler Peder Severin Krøyer Model sitzt, beginnt eine tragische Liebesgeschichte. All die Jahr über bleibt ihre Gesellschafterin Asta treu an ihrer Seite.

Im 21. Jahrhundert in Hamburg soll Vibeke die Farbenfabrik ihres Vaters übernehmen. Doch ihr Herz schlägt für die Malerei. Gegen den Willen ihres Vaters bricht sie nach Skagen auf.

Meine Meinung

In Stina Lunds Schreibstil hab ich mich mit dem Buch „Ein Weihnachtsfest in Smaland“ verliebt. Bei die „Frauen von Skagen“ war ich anfänglich etwas skeptisch. Zwar gehe ich gerne ins Museum und beschäftige mich – zugegeben recht laienhaft dafür jedoch mit großer Faszination – mit Kunst und Malerei. Ob diese Begeisterung jedoch für ein ganzes Buch mit dem Schwerpunkt der Malerei reichen sollte? Da man seinen Horizont schließlich von Zeit zu Zeit erweitern sollte, gab ich dem Buch eine Chance.

Die Frauen von Skagen - Stina Lund

Stina Lund gelingt es sehr schnell mich abzuholen und mit in das 19. Jahrhundert zu nehmen. Der Zauber entfaltet sich und ich fühlte mich in der Zeit zurückversetzt. Marie Triepke führt ein behütetes Leben. Eigentlich bräuchte sie nie arbeiten zu gehen, sondern lediglich gut situiert heiraten, Kinder bekommen und die Haushälterin und Angestellten einzuteilen. Doch Marie will selbstständig sein und sich der Malerei vollends hingeben.

Diese zarten Schritte der Emanzipation waren spannend zu beobachten. Vielleicht wäre es Marie gelungen, wenn da nicht die Liebe dazwischengefunkt hätte. Und was für eine! Stina Lund bereitet das volle Maß dieser toxischen, brutalen und zerstörerischen Liebe vor uns. Nicht umsonst heißt es, dass Liebe und Hass die stärksten Gefühle sind.

Besonders gut haben mir die Einblick in die Welt der Künstlerkolonie Skagen gefallen. Die Beschreibungen dieser Ortschaft sind wunderbar ausdrucksstark, so wie ich es von Stina Lund gewöhnt bin – insofern man beim zweiten Buch schon von Gewohnheit sprechen kann.

Die Frauen von Skagen - Stina Lund

Der zweite Erzählstrang rund um Vibeke zeigt, wie eine Frau in der heutigen Zeit versucht ihren eigenen Weg zu gehen und unabhängig von Konventionen ihrer Leidenschaft zu folgen. Vibeke besucht eine Malschule und wir bekommen kleine Einblick in die Technik, die hinter der Malerei steckt.

Die Welt durch die Augen von Vibeke und der Malerei zu betrachten eröffnet völlig neue Blickwinkel. Durch Vibekes Augen die vielen Details und Besonderheiten in ganz alltäglichen Situationen zu sehen, schärft den eigenen Blick. Das Meer und den Himmel in allen seinen Facetten und jeden Tag in anderen Farben aufs neue zu entdecken, ist eine tolle Erfahrung.

Fazit

★★★★★

Der Schreibstil von Stina Lund löst sofort ein behagliches Gefühl in mir aus. So gewählt und leidenschaftlich die Protagonisten in „Die Frauen von Skagen“ mit Farben umgehen, tut Stina Lund es mit Worten. Vor allem die Beschreibungen der Landschaften haben es mir angetan. Die leichten Dialoge geben Gelegenheit zum Durchatmen und Genießen.

Von großen Träumen mit viel Leidenschaft und dem Schmerz, wenn das Leben beziehungsweise die überbordende Vernunft droht die Träume zu ersticken.
Der Rowohlt Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zu Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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