Blogtour zu "Der Tätowierer von Auschwitz"
Querbeet

Fiktion & Realität in der Literatur – Der Zweite Weltkrieg

Heute macht die, von Mareike von Crow and Kraken, organisierte Blogtour zu „Der Tätowierer von Auschwitz“ von Heather Morris bei mir Halt. Das zugehörige Buch, das ich beinahe in einem Rutsch gelesen habe, habe ich dir bereits vorgestellt. Solltest du es noch nicht gelesen haben, lege ich dir dieses grandiose Buch ans Herz.

Blogtour zu "Der Tätowierer von Auschwitz"

Seit ich Anfang des Jahres in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau war und dort im Zuge einer 6-stündigen Study Tour jede Menge Einblicke erhalten habe, lässt mich das Thema nicht mehr los. Unter dem Motto #WiderDasVergessen beschäftige ich mich schwerpunktmäßig mit dem Zweiten Weltkrieg.

Dabei ist es immer wieder schockierend zu lesen wie viele unterschiedliche Gesichter das Leiden hatte. Von wahren, biografischen Erzählungen über fiktive Geschichten, die sich an der Realität orientieren, gibt es viel Literatur und es erscheint laufend Neues.

So vielfältig die einzelnen Schicksale, so unterschiedlich sind die Genres und Literaturrichtungen, die sich mit dem Zweiten Weltkrieg sowie der Vor- und Nachkriegszeit auseinandersetzen. Von Memoiren, Interviews, Sachbüchern, Romanen bis hin zu Graphic Novels. Genau diese Vielfalt finde ich fantastisch. Schließlich steigt so die Wahrscheinlichkeit, dass jeder irgendwann mal ein Buch zu diesem Thema in die Finger bekommt.

Wie wichtig und aktuell, diese Art der Literatur und #WiderDasVergessen ist, zeigen tagesaktuelle Geschehnisse, die gerade in Chemnitz einem traurigen Höhepunkt zusteuern. Deshalb finde ich es besonders wichtig nicht nur die unterschiedlichen Leidensgeschichten wie jene von Lale Sokolov, dem Tätowierer von Auschwitz, zu zeigen, sondern auch die Folgen für die Zivilbevölkerung, die ein Krieg mit sich bringt.

Die Todesrampe in Birkenau
Die Todesrampe in Auschwitz-Birkenau

Grundsätzlich hat der Mensch die schlicht fantastische Eigenschaft, dass wir Fehler nicht selbst machen müssen, sondern durch Beobachtungen lernen können. Oder um es mit den Worten von George Santayana zu sagen „Those who cannot remember the past are condemned to repeat it.“ Schade nur, dass wir diese Eigenschaft viel zu selten nutzen.

Spannungsfeld zwischen Realität und Fiktion in der Literatur

Heute möchte ich mich näher mit den realen Schicksalen und den fiktiven Geschichten auseinander setzen. Wenn es doch so viele wahre Geschichten, Memorieren oder auch Sachbücher gibt, macht es dann überhaupt noch Sinn fiktive Geschichten zu lesen und zu schreiben? Wieso sollte man zu einer erfunden Geschichte greifen, wenn es doch so viele echte Schicksale gibt?

Unter fiktiven Geschichten im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg verstehe ich Bücher, die in dieser Epoche spielen, aber deren Figuren und Handlungen frei erfunden sind. Abgesehen von dem grundsätzlich realen historischen Setting.

Weiters gibt es eine Mischung aus Fiktion und Realität. Wenn wir beispielsweise den berühmten Arzt des Todes Josef Mengele aus Auschwitz nehmen, gibt es zahlreiche Literatur. Er avancierte beinahe zu einer Kultfigur und über seinen Verbleib wurde viel gerätselt und geschrieben. Neben Abschnitten seines Lebens und seiner Flucht, die als belegt gelten, werden andere Teile unwiederbringlich im Dunklen bleiben. Die Literatur erlaubt es den Autoren diese Schatten auszuschmücken und dem Leser mögliche Szenarien zu präsentieren. Die Autoren begeben sich dabei in ein Spannungsfeld aus gut recherchierten Fakten basierend auf Journalismus und Literatur. Ich finde es wichtig bei dieser Form der Literatur immer darzulegen welche Teile Realität sind und wo sich der Autor literarische Freiheiten genommen hat.

Last but not least gibt es jene Bücher wie „Der Tätowierer von Auschwitz“ von Heather Morris. Biografien oder Autobiografien, bei denen die Lebensgeschichten einzelner Personen aus erster Hand wiedergegeben werden. Die wohl unmittelbarste Form, um die schrecklichen Geschehnisse rund um den Zweiten Weltkrieg, die unaussprechlichen Missstände und Verbrechen in Auschwitz und Co wiederzugeben.

Bilder von Häftlingen in Auschwitz Birkenau

5 Bücher – 5 Schicksale

Während die einen den Mut aufbringen darüber zu reden, haben andere ihre schrecklichen Erinnerungen derartig gut verschlossen, dass sie nie wieder ans Tageslicht kommen. Keinen der beiden Wege, um mit derartigen Erlebnissen umzugehen, möchte ich an dieser Stelle kritisieren. Schließlich ist das Schweigen und Verschließen der schrecklichen Erlebnisse für viele die einzige Möglichkeit überhaupt noch weiter zu leben.

Für Lale Sokolov, jenem Mann der den Häftlingen in Auschwitz ihre Nummern tätowierte, war es der Tod seiner geliebten Frau Gita im Jahre 2003, der ihn zum Reden brachte. Nun wollte Lale seine Geschichte und die seiner großen Liebe Gita erzählen. Die Nachwelt sollte wissen, wie es ihnen gelungen ist, trotz aller Widrigkeiten, ihre Liebe am Leben zu erhalten und zu überleben. Lange Zeit hatte Lale Angst als Funktionshäftling als Mittäter angeklagt zu werden.

Eva Szepesi wurde als 12-jährige von der Roten Armee aus Auschwitz befreit. Auch ihr späterer Mann hat ein Konzentrationslager überlebt. Über das Erlebte sprachen die beiden nie miteinander und auch mit niemanden sonst. Nun hat Eva Bärbel Schäfer erste Einblicke in „Meine Nachmittage mit Eva“ gewährt. Zusätzlich befasst sich Bärbel Schäfer mit der Vergangenheit ihrer Familie während des Zweiten Weltkriegs. Was in diesem Buch leider viel zu viel Platz einnimmt und viel zu einseitig dargestellt wird.

Alleine an diesen beiden Schicksalen zeigt sich wie schwierig es ist mit dem Erlebten umzugehen. Und auch wenn man an seine eigene Familie denkt, liegt oftmals ein Schatten über dieser Zeit. Denn beinahe ein jeder hat Dinge gesehen, erlebt oder sogar getan, die nicht schön sind und über die man nicht gerne spricht.

Umso wichtiger sind die Geschichten eben jener, die reden wollen und können, festzuhalten, um daraus zu lernen und derartige Fehler und Gräueltaten nicht ein weiteres Mal zu begehen.

Birkenau Holzbaracke Toiletten
Sanitär-Holzbaracke in Birkenau

Sehen wir uns die Geschichte von Tilli Schulze („Das Mädchen, das von Freiheit träumte“) an, ist vielen Menschen gar nicht bewusst, wie erzählenswert ihre Geschichte ist. Denn schließlich ist Tilli ein ganz normales deutsches 5-jähriges Kind als der zweite Weltkrieg ausbricht. Tilli sieht ihre Geschichte wie eine der vielen anderen und hat zusätzlich noch das Glück lange Zeit von dem Leiden einigermaßen verschont zu bleiben. Und dennoch ein ergreifendes, lesenswertes Schicksal, das den Aspekt der Zivilbevölkerung und des alles anderen als lustigen Leben zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und danach wiedergibt.

Doch vielen ist es nicht (mehr) möglich zu sprechen. Und so ist die Literatur eine Chance, um den vielen Ungehörten ein Sprachrohr zu geben.

In „Die Vergessenen“ erfindet Ellen Sandberg die fiktive Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg und ein griechisches Dorf. Ähnlichkeiten zu tatsächlichen existierenden Heil- und Pflegeanstalten sowie von der SS ausgeübten Massakern in griechischen Dörfern sind dabei beabsichtigt. Ellen Sandberg hat mit ihrem fiktiven Krimi zahlreiche Leser erreichen können.

Last but not least möchte ich noch Hannes Köhler mit „Ein mögliches Leben“ anführen. Ausführlich hat Köhler über die Kriegsgefangenschaft in amerikanischen Lagern recherchiert. Ein für mich gänzlich neuer Aspekt rund um den Zweiten Weltkrieg. Dabei ist seine Geschichte um den Soldaten Franz eine fiktive, wenn gleich auch eine sehr realistische, die so oder so ähnlich mehrfach vorgekommen ist.

Koffer der Auschwitz Häftlinge

Die Relevanz der Fiktion

Betrachten wir nun diese 5 Bücher und die erzählten realen und fiktiven Geschichten, sieht man die unterschiedlichen Blickwinkel und Details, die wiedergegeben werden. Die realen und als auch fiktiven Geschichten rund um den Zweiten Weltkrieg in der Literatur sind essentiell, um am Ende ein möglichst vollständiges Bild zu erhalten und mit den unterschiedlichen Aufarbeitungen viele Leser zu erreichen.

Auch wenn gewisse Begebenheiten dabei immer und immer wieder erzählt werden, verlieren Sie dadurch nichts an ihrem Schrecken. Es nährt die Gewissheit, dass das alles tatsächlich und wirklich so passiert ist. Eine Tatsache, die leider Gottes noch lange nicht bei allen Menschen und Nationen angekommen ist.

Es ist unumgänglich deutlich darzulegen was Fiktion und was Realität ist. Bei fiktiver oder teilfiktiver Literatur ist es wünschenswert, wenn im Nachwort dargelegt wird welche Teile der Realität entsprechen bzw. an tatsächliche Ereignisse angelehnt sind. Ein kurzes Nachwort gibt dem Leser die Möglichkeit, das Gelesene besser einzuordnen.

Ja und auch die Geschichten die im Spannungsfeld zwischen Literatur und Journalismus stehen, haben ihre Berechtigung. Die vielen „Gedankenexperimente“ auf gut recherchierten Tatsachen aufbauend, zeigen uns wie viele Opfer und Täter, die von der Bildfläche verschwunden sind unbemerkt unter uns leben. So hatte auch Lale Sokolov lange Zeit Angst über das Erlebte zu sprechen. Denn schließlich war er als Tätowierer Teil der grauenhaften Maschinerien und hat tausende Menschen für ihr restliches Leben gekennzeichnet. Nicht nur Lales Schicksal zeigt den Kampf ums Überleben und die abermillionen Graustufen zwischen Gut und Böse.

Birkenau

Das Schicksal von Cilka, das ebenfalls in „Der Tätöwierer von Auschwitz“ angerissen wird, zeigt diesen schmalen Grad zwischen Opfer und Mittäter. Als (unfreiwilllige) Gespielinnen eines SS Sturmführers, erlitt sie unaussprechliche Qualen um zu überleben. Ihre „Stellung“ erlaubte ihr die ein oder andere Besserstellung, die sie oftmals genutzt hat, um anderen Häftlingen zu helfen. Dennoch wurde sie als Nazi-Verschwörerin verurteilt und musste 15 Jahre Strafarbeit in einem sibirischen Lager verrichten. Vom Opfer zahlreicher Vergewaltigungen ins sibirische Straflager. Kein Wunder, dass Menschen wie Lale sorgfältig überlegen, ob und wann sie ihr Schweigen brechen.

Da viele Menschen nicht mehr berichten können und manche Geschichten irgendwann einfach verlaufen oder nicht gänzlich rekonstruierbar sind, werden diese Erlebnisse in Romanen aufgegriffen. Hier setzt die Fiktion ein, die dem Autor die Freiheit gibt Teile einfach dazu zu erfinden, Schattenzonen auszuleuchten und so am Ende eine runde Geschichte zu schreiben, die die Leser nicht nur erreicht sondern berührt.

Alle Stationen der Blogtour:
27.08: Crow and Kraken
28.08.: Lovely Mix
29.08.: Schattenwege
30.08.: Lisas Bücherleben
31.08.: Kielfeder
01.09.: Lesefreude
02.09.: Ink of Books

Gewinnspiel

Piper stellt der Blogtour zwei Exemplare von „Der Tätowierer von Auschwitz“ zur Verlosung zur Verfügung. Du willst ein Exemplar gewinnen? Dann beantworte auf allen sieben teilnehmenden Blogs die jeweilige Frage in den Kommentaren. Die einzelnen Blogs und Beiträge habe ich dir verlinkt!

Lesefreude: Fiktion oder Realität in der Literatur rund um den Zweiten Weltkrieg – Was liest du lieber? Nenn mir auch gerne dein Lieblingsbuch aus diesem Genre!

Der Tätowierer von Auschwitz - Heather Morris

  • Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab 18 Jahren möglich. Andernfalls ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberechtigten möglich.
  • Die Gewinner_innen werden per Los ermittelt.
  • Zeitraum: 27.08.-02.09., die Auslosung erfolgt am 03.09.
  • Die Adressdaten werden nur zum Versand gespeichert und werden nach Zustellung des Buches gelöscht.
  • Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschlands und Österreichs.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
  • Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich.
  • Der Gewinner ist damit einverstanden, öffentlich genannt zu werden.
  • Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen.
  • Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.

 

13 Kommentare

  1. Ein wirklich schöner und interessanter Beitrag! Schön… inwieweit das bei diesem Thema möglich ist, das ist die Frage…

    Das Schweigen zu brechen, ist für viele, die den zweiten Weltkrieg erlebt haben, vermutlich nicht vorstellbar. Die grauenhaften Erinnerungen weit weggesperrt, versucht man das Erlebte zu verdrängen und ein so normales, positives Leben wie irgend möglich zu führen. Ich habe es bei meinem Opa erlebt, er hat selbst im zweiten Weltkrieg gekämpft, wenn jemand den Krieg auch nur erwähnt hat, wurde er wütend und wollte nicht darüber reden. So habe ich leider nie erfahren, was er mitgemacht hat, mein Opa ist vor 10 Jahren gestorben.
    Vielleicht ist gerade das der Grund warum mir Literatur über den zweiten Weltkrieg so am Herzen liegt. Ich könnte gar nicht sagen ob mir Biografien oder erfundene Geschichten „lieber“ sind. Ich habe bisher eher Fiktives gelesen, vermutlich weil ich damit besser zurecht komme. Das Buch, das mich am meisten gepackt hat, war bisher „die Nachtigall“ von Kristin Hannah.
    Danke für diesen sehr nachdenklichen, anregenden Beitrag!
    Beate (www.nerdlounge.at)

    1. Hallo Beate!
      Danke, dass du deine Erfahrungen mit mir teilst. Die Gründe für das Schweigen sind sehr unterschiedlich und alle irgendwie verständlich.
      „Die Nachtigall“ habe ich noch nicht gelesen. Danke für den Tipp.
      Liebe Grüße
      Sabrina

  2. Liebe Sabrina,

    vielen Dank für deinen interessanten und ausführlichen Blogbeitrag. Ich lese gerne Bücher, die über bzw. während des Zweiten Weltkrieges handeln. Am liebsten sind mir dabei fiktive Geschichten oder Romane die reale Figuren und Ereignisse zum Vorbild haben, da diese für mich mehr Unterhaltungswert als Biografien haben.

    Zu deiner Frage:
    Mein Lieblingsbuch aus dem Genre ist von Ellen Sandberg „Die Vergessenen“.
    Ich fand aber auch folgende Bücher sehr lesenswert:

    Claire Winter – Die verbotene Zeit
    Brigitte Riebe – Marlenes Geheimnis
    Kristin Hannah – Die Nachtigall

    Viele Grüße
    Lena

    1. Hallo Lena!
      Vielen Dank für deine Buchtipps. Die Vergessenen fand ich ebenfalls klasse.
      Obwohl „Der Tätowierer von Auschwitz“ eine Biografie ist, kommt die Unterhaltung nicht zu kurz. Soweit man das in diesem Genre Unterhaltung nennen kann. Das Buch ist super fesselnd geschrieben und ich habe mit Lale mitgefiebert.
      Liebe Grüße
      Sabrina

  3. Liebe Sabrina,
    ein sehr beeindruckender Beitrag. Ich lese sehr viel über den zweiten Weltkrieg. In Romanen kann ich die oben angeführten Bücher von Lena gleich nochmals erwähnen. Dabei gefiel mir „Die verbotene Zeit“ von Claire Winter am besten, aber auch alle anderen Bücher sind toll!
    Mir persönlich hat aber am allerbesten bis jetzt „Das Lachen und der Tod“ von Pieter Webeling gefallen. Sehr mitreißend und traurig.
    Außerdem kann ich dir auch von Sam Pivnik „Der letzte Überlebende“ gelesen. Hier geht es ebenfalls um reale Erlebnisse, wie beim Tätowierer von Ausschwitz.
    Liebe Grüße
    Martina

  4. Hallo liebe Sabrina,
    Suchlauf Deinen Beitrag habe ich gewartet, die gesamte Blogtour ist so umfangreich und informativ. Du weißt ja das mir das Thema auch am Herzen liegt und ich viel lese. In Deinem Beitrag habe ich mir dann ‚Ein mögliches Leben‘ abgeholt um das ich schon länger schleiche. Bei den Geschichten ist es mir nicht unbedingt egal ob fiktiv oder biografisch. Bei den fiktiven stört mich oft das Hintergründe oder Details nur genommen werden um damit dem Grauen noch eins draufzusetzen. Es darf nicht ausgenutzt werden – ich glaube du weißt was ich meine. Auch Dein Hinweis auf ein Nachwort unterschreibe ich genauso.
    Eines der Bücher die mich so richtig tief bewegte war „Hugo“ von Timo Hemmann. Er hat den Hintergrund der Heil und Pflegeanstalten, erzählt über die missbräuchliche Euthanasie und besonders im Nachwort wird noch sehr viel erwähnt zu diversen Ärzten und deren Verbleib nach dem Krieg. Die allermeisten kamen ungeschoren davon. Und ein weiteres war „Der Reisende“, ein Buch das vor dem Holocaust geschrieben wurde und die Angst und Umtriebigkeit eines einzelnen erzählt. Das ging mir auch sehr unter die Haut.
    Hab lieben Dank für deinen Einsatz und den mehr als gelungenen Beitrag.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende für dich
    Kerstin

    1. Hallo Kerstin!

      Da muss ich dir absolut zustimmen. Die Geschehnisse sind selbst in abgeschwächter Form schon grausam genug. Nur über den Zweiten Weltkrieg zu schreiben, um den Leser richtig zu ekeln geh gar nicht.
      Unabhängig von der Zeit mag ich auch keine Thriller oder sonstige Genre in denen möglichst bestialisch getötet wird um des Töten willens.
      Liebe Grüße
      Sabrina

  5. Hey,
    toller Beitrag. Ich bevorzuge eigentlich eher Sachbücher oder Fachbücher zum Thema, bin aber auch offen für jegliche Art von Fiktion, da hier die emotionale Komponente sehr gut rüberkommen kann.
    Als rein fiktives Buch hat mir Die Bücherdiebin von Markus Zusak sehr gut gefallen.

    1. Hallo Paula!
      Da ärgere ich mich ja fast ein bisschen, dass ich in meinem Beitrag doch tatsächlich auf „Die Bücherdiebin“ vergessen habe. Was für ein geniales Buch.
      Sach- oder Fachbücher habe ich in der Tat noch eher wenige gelesen. Allerdings einige Dokumentationen gesehen und viele Berichte und Reportagen gelesen oder mich vor Ort in diversen Museen oder Gedenkstätten erkundigt.
      Liebe Grüße
      Sabrina

  6. Liebe Sabrina,
    auch an dich ein Kompliment für die Blogtour. Große Klasse, ein so schwieriges, düsteres Thema zu beleuchten.
    Zu deiner Frage – ich lese eigentlich beides gerne, Biographien oder Fiktion, und ich lese viel über das Thema. Gerne auch aus verschiedenen Perspektiven. .
    Dazu zählen die Krimis von Volker Kutscher (Vorkriegszeit, Machtübernahme der Nazis), Cay Rademacher (Nachkriegszeit, Besatzung, Wiederaufbau), aber auch Traudl Junge, und natürlich Anne Frank.
    Kürzlich gelesen habe ich Niklas Frank – Meine deutsche Mutter , hier wird die Biographie von Brigitte Frank beschrieben, der Frau des polnischen Generalgouverneurs.
    Einblick in den Alltag der Jugendgibt Ulrike Meyer – Timpe in der Briefsammlung „Träume recht süß von mir“ – hier schreiben zwei Freundinnen in den Jahren 1940 – 43 dem jungen Willy an die Ostfront ,
    Sehr beschäftigt hat mich damals „Aimee und Jaguar“ von Erica Fischer – ein lesbisches Verhältnis zwischen der Frau eines hochdekorierten Nazis und einer Jüdin in Berlin 1943.
    Und in „Hamburg kaputt“ beschreibt Jürgen Bruhn ganz eindringlich sein Erleben des Hamburger Feuersturms im Juli 43 als 10jähriger Junge.
    „Die Nachtigall“ und „ein mögliches Leben“ liegen noch auf meinem Ungelesen-Stapel.
    Viele Grüße
    Sandra

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