Killerkarpfen – Maria Publig

Categories 3 Sterne, Thriller & KrimiPosted on
Killerkarpfen - Maria Publig

Die Handlung

Nach einem Urlaub inklusive Flirt kehrt die Wiener PR-Lady Walli Winzer zurück ins Waldviertel. Doch die Ruhe und Erholung währt nicht lange. In Wallis Garten wird ein Toter als Vogelscheuche aufgestellt. Klar, dass Walli wieder zu ermitteln beginnt.

Meine Meinung

Nach „Waldviertelmorde“ ist „Killerkarpfen“ bereits der zweite Fall mit Walli Winzer. Es ist nicht nötig „Waldviertelmorde“ bereits zu kennen.  Auch dieses mal präsentiert uns Maria Publig einen unterhaltsamen, leichten Cosy Krimi. Etwas, dass ich nach stressigen Tagen sehr liebe um abzuschalten.

Killerkarpfen und Waldviertelmorde von Maria Publig

Im Prolog schlägt Maria Publig jedoch ganz andere Töne an. Grausam und angsteinflössend beginnt das Buch. Der Schreibstil und das Gelesen im Prolog erinnert mich viel mehr an meine verehrte Karin Slaughter als an einen Regionalkrimi. Auch wenn es gerade mal 4 Seiten sind, ist das mehr als vielversprechend. Zu gerne würde ich einen Thriller komplett in diesem Stil von der Autorin lesen.

Auch zwischendurch lässt Maria Publig immer wieder ihr Potential für handfeste Thriller aufblitzen. Eingebettet ist das alles in dem leichten Wohlfühlambiente des Waldviertels. Teilweise wird recht ausschweifend erzählt und die es gibt einige gedankliche Exkurse. Auf lockere Art und Weise werden so auch politische oder gesellschaftskritische Argumente transportiert.

„Wieso machten es sich die Menschen untereinander tatsächlich so schwer, indem sie sich und andere ständig in Frage stellten? Untereinander teilweise sogar bis aufs Messer konkurrierten?
Eigentlich könnte alles so leicht im Leben sein, wenn man jeweils den anderen mit seinen Fähigkeiten und Unterschieden so akzeptieren würde, wie er eben war! Und selbst über die eigenen Fehler und Unzulänglichkeiten schmunzelte.“
Seite 102

Leider Gottes sind die vermittelten Botschaften etwas zu direkt und oberflächlich. Es ist nicht so, dass ich selbst zum Nachdenken angeregt werde und meine eigenen Entschlüsse daraus ziehe. Viel mehr wird die Meinung der Protas einfach dargestellt.

Und so ist mir das Setting und der Verlauf am Ende zu klischeehaft. Die Menschen auf dem Dorf halten von städtischen Dingen und Menschen nichts. Mit Homosexuellen oder zumindest geoutet Homosexuellen sind sie schlicht noch nie in Berührung gekommen. Einerseits denke ich dann zwar „Das kann doch gar nicht sein.“ Andererseits sehe ich bei nähere Betrachtung meines ebenfalls ländlichen Umfelds, dass vieles davon leider sehr nahe an der Realität ist. Aufklärungsarbeit ist dringend notwendig.

Immer wieder gibt es vielversprechende Handlungsstränge, die lose in der Luft hängen bleiben. Schade!
Killerkarpfen - Maria Publig

Fazit

★★★☆☆

„Killerkarpfen“ ist wie auch bereits „Waldviertelmorde“ ein unterhaltsamer Cosy Krimi. Eingebettet in ein ländliches Umfeld, dass trotz all der Morde sehr einladend und ursprünglich wirkt.  Schöne Unterhaltung nach anstrengenden Tagen!

Der Gmeiner Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

2 comments

  1. Soeben habe ich den Krimi fertig gelesen. So ein spannender und gleichzeitig liebevoller Inhalt! Einer, über dessen Ende man sich wirklich freut. Wie man diese Themen miteinander so eingängig verbinden kann: Hut ab!

    Als Urlaubslektüre habe ich den Rat der Autorin auf deren Website https://www.maria-publig.at bzw. https://m.facebook.com/mariapublig/  befolgt, nachdem ich mir ihre sympathischen Interviews dort angesehen habe, und mir ihren zweiten Krimi mitgenommen. Das geht sich für eine entspannte Woche supergut aus. Zumal ich am Schluß – obwohl es spannender wird – langsamer lese, weil ich den Abschied von diesen, ans Herz wachsenden Hauptprotagonisten, hinauszögern möchte.

    Wohltuend sind auch diesmal wieder diese schöne Sprache, der Wortschatz und die Formulierungen (einen Krimi edelt sowas schon sehr). Wie schon im Erstling – im letzten Sommer gelesen :-), mochte ich die Hobbyermittlerin Walli Winzer auf Anhieb. Da auch ich zw. einer Großstadt und dem angrenzenden Umland pendle, schmunzelte ich über Schilderungen und die genauen Beobachtungen beider Welten immer wieder. Dass Pharisäertum überall anzutreffen ist, wird bei Publig immer wieder, ohne überheblicher Moral, in Seitengedanken abgehandelt. Ich mag ihre ansprechenden, inneren Monologe sehr. Genauso ihren Umgang mit Menschen – und nicht zuletzt mit sich selbst. Etwas Psychologie beim Thema, nicht nur die übliche Schilderung von Geschehnissen, kommen meinem Lesegeschmack entgegen.

    Ich hoffe, es gibt bald den dritten Teil aus dem Waldviertel.

    Eine Frage blieb aber für mich schon offen: wo bitte findet man so einen tollen Gärtnerbetrieb ? ;-)?!

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