Couchsurfing im Iran – Stephan Orth

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Couchsurfing im Iran - Stephan Orth

Einmal quer durch den Iran geht es mit Stephan Orth in „Couchsurfing im Iran“. Dabei stolpern wir von einem Extrem in das nächste.

Wie der Titel erahnen lässt nimmt uns Stephan Orth mit auf die Couches im Iran. Er reist quer durch das Land und übernachtet dabei in den Wohnzimmer der Einheimischen. „Couchsurfing im Iran“ eben.

Von Stephan Orth habe ich bereits „Couchsurfing in Russland“ und „Couchsurfing in China“ gelesen. Seit dem hege ich den Wunsch einmal nach Russland zu reisen. China hingegen reizt mich seit dem gar nicht mehr wirklich. Das Buch hat mir schlicht gezeigt, dass ich persönlich in anderen Ländern vermutlich mehr Spaß haben würde, wenn gleich es spannend zu lesen war.

Die Lektüre von „Couchsurfing im Iran“ ist für mich insofern anders, da ich bereits selbst den Iran bereist habe und mich unsterblich in das Land verliebt habe. Noch einmal durch die Gassen von Yazd flanieren, am Naqsch-e Dschahan das Treiben beobachten und in einem der zahlreichen Gärten entspannen – einfach traumhaft.

Couchsurfing im Iran - Stephan Orth

Sehr gut hat mir an dem Buch gefallen, dass viele Erinnerungen bei mir wieder wachgerufen wurden. Stephan Orth zeigt mir zudem einige weitere spannenden Ort im Iran, die ich für einen zweiten Besuchen auf jeden Fall ins Auge fassen werde.

Wir teilen die Ansicht, dass der Iran auf jeden Fall ganz anders ist, als wir in den Medien vermittelt bekommen. So viele herzliche Menschen auf einem Flecken. Im Iran habe ich mich zu keinem Zeitpunkt der Reise irgendwie unsicher oder bedroht gefühlt. Ich habe jedoch auch versucht mich anzupassen und keine unnötigen Risiken einzugehen. Dennoch wurde ich kurz nach der Ankunft bereits aufgefordert, ein Foto von meiner Speicherkarte zu löschen.

Der Iran ist weder schwarz noch weiß, sondern bunt. Während uns die Medien das „schwarze“ Bild zeigen, wählt der Autor das exakte Gegenteil. Er berichtet fast ausschließlich von den anderen Extremen. Von Sadomaso- und Bikini-Party gibt es viel nackte Haut. Übernachten neben einem Atomkraftwerk und besichtigen von Kriegsschauplätzen. Die vielen schönen Dinge dazwischen werden ausgespart.

Couchsurfing im Iran - Stephan Orth

Fazit

★★★☆☆

In „Couchsurfing im Iran“ fehlt mir eine Ausgeglichenheit. Wir stolpern von einem Extrem ins nächste. Zudem fehlt mir eine sachliche Reflexion des Gesehene. Stephan Orth betrachtet alles durch seine mitteleuropäische Journalistenbrille. Schade! Da wäre mehr möglich gewesen.

Mit Stephan Orth auf den Couches dieser Welt

2 comments

  1. Liebe Sabrina,
    schön, dass auch du das Buch jetzt gelesen hast! Ich hatte es vor einiger Zeit auf meinem Blog vorgestellt und schwankte lange, was meine Bewertung angeht. Letztendlich habe ich doch vier Sterne vergeben, damit noch viel mehr Leser*innen zum Buch greifen und den Iran entdecken.
    Deine Kritik teile auch ich, obwohl ich noch nie dort war. Das fand ich auch schade. Sehr schön zu lesen, dass du aber auch vieles wiedergefunden hast, das du von deiner Reise kennst.
    Werde deine Rezi noch bei mir verlinken, da ich schon damals hier auf deiner Seite nach dem Buch gesucht habe. :-D
    GlG, monerl

    1. Liebe monerl!

      Ja, mir war es einfach zu extrem. Während uns die Medien die „schwarze“ Seite zeigen, zeigt und Stephan Orth die „weiße“ Seite. Die Grautöne bleiben auf der Strecke.
      Aktuell lese ich „Im Iran dürfen Frauen nicht Motorrad fahren“ von Lois Pryce. Auf das hast, glaub ich e du mich aufmerksam gemacht. Ich bin zwar erst bei Lois dritten Station, muss aber sagen, dass ich das Buch wesentlich lieber mag. Ich habe das Gefühl, dass Pryce offener und vorurteilsfreier ihre Reise antritt. Sie möchte nicht die Extreme kennenlernen und nicht mit „Muss“ beweisen, dass der Iran anders ist. Mal schauen, ob der positive Eindruck bestehen bleibt :)

      Liebe Grüße
      Sabrina

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