Augustiner Stift Herzogenburg
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Augustiner Stift Herzogenburg

Das Stift Herzogenburg ist eine sehr schöne weitläuftige Anlage. Noch heute leben und arbeiten die Augustiner Chorherren und der Probst hier. Vom großen Nordparkplatz kommend erstrahlt des Stift in vollem Glanz. Einzigartig ist die Scheinmalerei im Stift Herzogenburg und der beeindruckende Bildersaal.

Das Stift Herzogenburg vom großen Nordparkplatz kommend

Die Augustiner sind nach Augustinus von Hippo benannt. Dieser wurde 354 im heutigen Algerien geboren. Augustinus zählt zu den Spätberufenen. Er führte ein recht ausschweifendes Leben bevor er sich 387 taufen ließ. Als Sohn eines heidnischen Ladenbesitzers und einer christlichen Mutter wurde Augustinus unter Berücksichtigung von christlichen Aspekten erzogen.

Augustinus wird im Stift Herzogenburg in mehreren Darstellung gemeinsam mit einem Knaben mit einem Schöpflöffel dargestellt. Augustinus arbeitete zu dieser Zeit an einem Buch über die Dreifaltigkeit. Dabei versucht er die Dreifaltigkeit vollständig zu begreifen. Als er ans Meer ging, begegnete er einem Jungen mit einem Löffel. Eifrig schöpfte dieser löffelweise das Wasser aus dem Meer. Augustinus wollte wissen was der Junge da tat und dieser erklärt sein Ansinnen das Meer trockenzulegen. Augustinus lächelt über diese Einfalt. Doch der Junge  erklärte ihm, dass sein Vorhaben das Meer auszuschöpfen ähnlich realistisch ist, wie die Dreifaltigkeit vollständig zu begreifen. Augustinus ging in sich und begriff nun. Anschließend verfasste er das Buch über die Dreifaltigkeit so gut wie es ihm möglich war.

Weitläufiges Augustiner Chorherrenstift Herzogenburg

Doch zurück nach Herzogenburg. Das Stift wurde 1112 von Probst Ulrich I von Passau gegründet. Allerdings stand das Stift ursprünglich nicht in Herzogenburg sondern einige Kilometer entfernt in St. Georgen an der Traisen. Da es dort mitten in einem Hochwassergebiet erbaut wurde, verlegte man das Stift 1244 schließlich nach Herzogenburg.

Ursprünglich im gotischen Stil erbaut erfuhr das Stift ab 1714 eine Barockisierung. Dabei war Jakob Prandtauer maßgeblich beteiligt. Der in St. Pölten lebende Prandtauer betreute neben dem Stift Herzogenburg weitere Großbaustellen, wie das Stift Melk, die Basilika am Sonntagsberg und das Stift St. Florian. Bedenkt man, dass Jakob Prandtauer damals lediglich mit einer Pferdekutsche reisen konnte, musste er für die kurze Wegstrecke von St. Pölten nach Herzogenburg  (circa 12 Kilometer) zwei Stunden veranschlagen. Eine Reise in das 110 Kilometer entfernte St. Florian dauert da dann schon mal mehrere Tage. Bedenkt man diese Fakten, kann man sich vorstellen wie häufig Jakob Prandtauer tatsächlich auf seinen unterschiedlichen Baustellen anwesend war.

Stiftskirche Herzogenburg

Das Highlight im Stift Herzogenburg ist der Bildersaal. Dicht an dicht, ähnlich wie bei einer Tapete, ist der Raum mit Bildern geschmückt. Da sich der Geschmack damals auch immer wieder änderte und die Bildersäle im 19. Jahrhundert aus der Mode kamen, gibt es heute kaum mehr erhaltene Bildersäle. Im Barock spielte die Symmetrie eine große Rolle. Somit wurden die Bilder für die Bildersäle einfach beschnitten, um in die symmetrisch angeordneten Rahmen eingepasst zu werden. Das war natürlich den Künstlern und Werken gegenüber gar nicht nett und man kam recht schnell wieder von dieser Methode ab.

Die Scheinmalerei an den Wänden und Decken im Stift Herzogenburg und in der Stiftskirche sucht seines gleichen. Für viele dieser gigantischen Werke & Fresken, die so verblüffend echt und realistisch erscheinen, zeichnet sich der Künstler Bartolomeo Altomonte verantwortlich.

Die Statue hinter der Orgel ist faszinierende Scheinmalerei

Blickt man in der Stiftskirche beispielsweise zur Orgel, die ein Meisterwerk für sich ist, blickt dem Besucher eine Statue entgegen. Das diese jedoch nur gemalt ist, möchte man kaum für möglich halten.

In einem kunstvollen Sarg in der Stiftskirche werden die Gebeine des hl. Märtyrers Urbanus aufbewahrt. Jede Kirche bzw. Stiftskirche, die in der Barockzeit etwas auf sich hielt, benötigte Gebeine eines Heiligen. Dabei war es ganz egal ob der Heilige etwas mit der Kirche, in der seine Gebeine aufbewahrt wurden, zu tun hatte oder nicht. So wurden auch in Herzogenburg kurzer Hand die Reliquien des Heiligen Urbanus, einem Gehilfen von Paulus, zugekauft. Ungeachtet der oftmals finanziellen angespannten Situation war dies ein unbedingt notwendiger Luxus. In den ursprünglichen Plänen des Stifts Herzogenburg war beispielsweise im Süden ein weiterer Trakt eingezeichnet, der aufgrund von Geldmangel nicht gebaut wurde.

Gebeine, Reliquien des hl. Märyters Urbanus in der Stiftskirche Herzogenburg

Das Stift Herzogenburg ist auch ohne diesen Trakt groß genug und zeigt viele künstlerische Sehenswürdigkeiten. Ein Besuch und eine Führung, mit der man auch in den Bildersaal und die herrliche Bibliothek gelangt, lohnt sich allemal.

Let’s talk

Die Gebeine eines Toten über mehrere Jahrtausende aufbewahren und in einer Kirche auszustellen, finde ich jedesmal aufs Neue wieder gruselig. Was hältst du von diesem seltsamen Brauch oder weißt du vielleicht sogar warum man dies in der römisch katholischen Kirche so praktiziert?

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2 Kommentare

  1. Oh wow ich bin ja auch ein Fan von Architektur und da macht mein Herz gleich in Hüpfer, das würde ich mir auch gerne mal anschauen. Schön auch, dass du so ausführlich auf die Geschichte eingegangen bist ;), da lernt man auch gleich noch was.

    Erstmal Dankeschön für deine ehrlichen Worte Sabrina ;). Ich liebe Instagram auch, daran hat sich nichts geändert, denn den Spaß lasse ich mir nicht nehmen ;). Denke da wie du und finde es auch wichtig, dass man nicht ständig über Followerzahlen nachdenkt, denn das nimmt einem komplett den Spaß und sollte auch nicht der Sinn sein wieso man bloggt.

    Finde es aber schön zu hören, dass du auch einiges kritisch siehst. Wir wissen halt dass das alles nicht „echt“ ist, aber viele jüngere Mädels nicht. Die eifern da einem Ideal nach, das es so nicht gibt. Und wenn ich dann noch die unzähligen TV-Beiträge sehe in denen angepriesen wird wie leicht man doch zum Insta-Star und Blogger werden kann, dann könnte ich immer durchdrehen. Das ist einfach nicht wahr.

    1. Hallo Nicole!

      Insta-Star zu werden und dann vielleicht sogar davon leben zu können, klingt natürlich super entspannt und spaßig. Es wird leider vergessen, dass das richtig harte Arbeit ist. So locker und leicht die goßen Accounts wirken, mit den ständig lachenden und fröhlichen Personen ist leider nur ein kleiner sorgfältig ausgewählter Ausschnitten aus dem Leben.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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