Ein Tag in Shiraz - Iran - Tag 6
Reisen und Ausflüge

Ein Tag in Shiraz – Iran – Tag 6

Heute steht ein dichtes Programm in der wunderschönen Stadt Shiraz am Plan. Um 9 Uhr geht es los zum ersten Programmpunkt. Die Wege sind teils weitläufig und wir fahren mit dem kleinen Reisebus zum ersten Stopp.

Gewürze am Vakil Basar

Nasir-ol-Molk und Käsefüße

Zuerst zur Nasir-ol-Molk Moschee oder Rosenmoschee. Die Moschee ist von außen derart unscheinbar, dass man aufpassen muss, um nicht einfach daran vorbeizulaufen. Dieses Phänomen findet man bei vielen Moscheen und auch privaten Häusern. Von außen recht unscheinbar verbergen sich hinter den Türen wahre Wohlfühltempel. Je besser man die Menschen kennen lernt, umso weiter lassen sie einen in die schönen Räumlichkeiten hinein.

Und so sieht man bei der Nasir-ol-Molk Moschee von außen lediglich eine Holztür. Links und Rechts davon zwei gemauerte Bänke im Schatten der Mauern. Diese findet man vor fast jeder Moschee und sie dienen vor allem alten Menschen als Rastplatz. Die Nasir-ol-Molk Moschee ist nicht mehr im Betrieb und so treffen wir auf sehr viele Touristen. Ein buntes Sprachwirrwarr schwirrt durch die Luft. Die Muqaranas und Mosaike sind sehr eindrucksvoll.

Nasir-ol-Molk Moschee - Rosenmoschee -Shiraz

Auch wenn ich es mir bei den aktuell 34 Grad im iranischen Frühling nicht vorstellen kann, wird es im Winter richtig kalt. Deshalb verfügt die Moschee über eine Gebetshalle. Die Gebetshalle ist eine der schönsten ihrer Art. Und tatsächlich bleibt einem beim Betreten der Gebetshalle, dafür müssen natürlich die Schuhe ausgezogen werden, der Mund offen stehen. Das Licht bricht sich herrlich durch die wunderschönen, bunten Glasfenster. Typisch spiralförmige Säulen mit Reliefs stützen das Kuppeldach. Der Gebetssaal ist mit Teppichen ausgelegt. Ganz vorne befindet sich der Platz des Imams der etwas niedriger gelegen ist. Dies unterstreicht die Demut des Imam, der sich nicht über die Gläubigen stellt. Der rege Besucherstrom und das Ausziehen der Schuhe bei dieser Hitze sorgt jedoch leider für einen strengen, stickigen Geruch. Eingehüllt von den warmen Temperaturen und dem Käsefüßegeruch ist es nicht leicht diesen Anblick zu genießen.

Zinat ol Molk

Zu Fuß gehen wir wenige Meter zum Zinat ol Molk Haus im Narenjestan Garten. Viel Zeit haben wir nicht. Schnell geht es durch das Haus mit seinen tollen Spiegelverzierungen und ab in den Keller mit dem Museum und einem Verkaufsraum. Im Museum sitzt eine Miniaturmalerin. Es werden bemalte Fliesen verkauften. Zusätzlich gibt es einige archäologische Funde zu sehen. Leider haben wir keine Zeit, um im Garten zu verweilen.

Zinat ol Molk

Glitzern und Funkeln in der Ali ebn-e Hamzeh Moschee

Mit dem Bus geht es weiter zur Ali ebn-e Hamzeh Moschee. Wir Frauen erhalten am Eingang weiße Tschadore mit Blumenmuster. Durch diese hellen Blumen-Tschadore stechen wir Touristen in der Moschee, die im Betrieb ist, noch mehr heraus. Auch wenn man in den modernen Städten Irans (Teheran, Shiraz, Isfahan) immer mehr Farben sieht, sind dennoch schwarz und gedeckte Farben an der Tagesordnung der weiblichen Bekleidung. Bei den Männern sieht man sehr viele Erdtöne.

Mit Tschador in der Ali ebn-e Hamzeh Moschee

In der Ali ebn-e Hamzeh Moschee gibt es zwei Gebetsräume – getrennt nach Geschlecht. Bevor wir den Raum betreten müssen wir die Schuhe ausziehen. Im Inneren erwartet uns ein Glitzer- und Funkelparadies. Dieser Anblick ist noch atemberaubender als der im Golestan Palast. Zudem sind außer uns drei Touristen nur zwei einheimische Gläubige im riesigen Gebetsraum. Wir lassen uns viel Zeit und genießen diesen unfassbaren Anblick. Dabei geben wir acht, dass wir die ins Gebet vertiefe Damen nicht stören.

In der Ali ebn-e Hamzeh Moschee

Grab des Hafez

Mit dem Bus fahren wir weiter zum berühmten Hafez Mausoleum. Hafez war einer der bekanntesten, persischen Dichter (1315 – 1390). Das Hafez Mausoleum ist ein recht neues Mausoleum und wurde erst 1935 in einer sehr schönen Gartenanlage erbaut.

Hafez sagt man in Iran zu Menschen, die den Koran auswendigen können. Hafez konnte angeblich 14 Korane auswendig. Verehrt wird er allerdings wegen seiner Gedichte. Unser Reiseleiter liest uns eines der Hafez Gedichte in persisch und anschließend die deutsche Übersetzung vor.

Hafez Mausoleum in Shiraz

Der Hafez Gedichteband wird von Iranern auch zu Vorhersagen verwendet. Dabei stellt man eine Frage die einen bewegt oder auch wie man sich in einer bestimmten Situation verhalten soll. Dann wird der Gedichteband auf einer zufälligen Seite aufgeschlagen. Dieses Gedichte gibt nun die Antwort auf die zuvor gestellte Frage.

Shoppen im Vakil-Basar

Der Bus bringt uns zum Vakil-Basar, der ganz in der Nähe unseres Hotels ist. Viele schöne Stoffe, Gewürze, aber auch viel Krempel werden hier angeboten. Der Schmuck ist nichts besonderes. Ähnlich wie man ihn auch bei uns überall bekommt. Nach dem Kauf von super leckeren, getrockneten Datteln, suchen wir ein kleines traditionelles Teehaus im inneren des Basars auf. Ganz in der Mitte öffnen sich die Gässchen und plötzlich steht man in einem angenehmen schattigen Innenhof. Ein Ort der Ruhe im doch recht hektischen Basar. Wir stärken uns mit einem Tee und einem kleinen Muffin.

Vakil Basar Stoffe

Menschenleere Vakil Moschee

Von hier ziehen wir nun alleine los. Wir wollen zuerst zurück zum Hotel und dann mit leichterem Gepäck nochmal los. Auf dem Weg kommen wird jedoch an der Vakil Moschee vorbei. Da diese gerade menschenleer ist, nutzen wir die Gelegenheit. Ich muss mir keinen Tschador anziehen, da der junge Mann beim Eingang mich ausreichend bedeckt findet.

48 Säulen in der Vakil Moschee

Es ist toll hier mitten in der Stadt beinahe alleine in der Moschee zu sein. Die große Gebetshalle wird von 48 Säulen gestützt. Ein faszinierender Anblick. Die Moschee ist weniger farbenfroh, beeindruckt allerdings mit den 48 Säulen und den schönen Mustern in den Säulen. Die Minbar – Stufen, die zu einer kleinen Plattform für eine Person führen, etwa vergleichbar mit einer Kanzel in christlichen Kirchen- sind aus einem einzigen riesigen Marmorblock gefertigt.

Faloodeh – iranische Spezialität

Neben dem Wein beziehungsweise der Shiraz-Traube gibt es in Shiraz eine weitere Spezialität. Nämlich das Faloodeh – ein Nudeleis. Es sieht lustig aus und ich will es probieren. Das Eis ist süß und schmeckt sehr stark nach Rosen. Ich mag die Konsistenz und auch den Geschmack, kann aber unmöglich einen ganzen Becher davon essen.

Nudeleis in Shiraz - Iran

Zuhause habe ich das Eis, das sehr einfach zu machen ist und mit dem man seine Gästen beeindrucken kann, bereits einmal nachgemacht. Ich hab mich dabei an ein Rezept von Nici von Mags Frisch gehalten. Da unter meinen Gästen viele allerdings den Rosengeschmack nicht mögen, habe ich Kirschsaft verwendet. Klar sind es dann keine persischen Faloodeh mehr, aber dennoch eine witzige Nachspeise.

Willkommen auf der Baustelle

Vorbei am Parse Museum und dem Vakil Haman beschließen wir die Khan Schule beziehungsweise Madrese e-Khan zu besuchen. Der günstige Eintritt von 50.000 Rial (circa 1,25€) pro Person erklärt sich rasch. Es handelt sich um eine Baustelle. Später erzählt uns unser Reiseleiter, dass die Madrese e-Kahn bereits ein paar Jahre eine Baustelle ist.Trotzdem nehmen wir kurz im Garten Platz und genießen die Ruhe. Auf dem Weg hinaus entdecken wir eine Katzenmama mit zwei ängstlichen Jungen, die sich sofort verstecken.

Anschließend schlendern wir noch mal durch den Basar und kaufen Pistazien mit Safran sowie ein Pfirsichbier, dass wir im Hotelzimmer trinken.

Abendessen

Um 19 Uhr treffen wir uns in der Lobby und gehen gemeinsam zum Abendessen. In der Nähe der Vakil Moschee essen wir im Sharze Restaurant leckeren Löwenfisch. Sehr, sehr lecker.

Beim Verlassen des Restaurants hören wir den Muezzin der Vakil Moschee. Obwohl es bereits der sechste Tag im Iran ist, ist es doch das erste Mal, dass wir den Muezzin hören. Fasziniert bleiben wir stehen und lauschen.

Vakil Moschee in Shiraz - Iran

Um den Abend ausklingen zu lassen möchten wir noch etwas trinken. Dazu haben wir uns bereits unter Tag ein traditionelles Teehaus gesehen, dass aufgrund seines rustikalen äußeren unsere Aufmerksamkeit erregte. Das Cafe Arg ist in der ehemaligen Wohnung der Oma des Besitzers eingerichtet. Es sieht aus wie ein gemütliches Wohnzimmer mit vielen bunten Tischen und Sesseln.

Wir trinken leckeren Shiraz-Tee. Auch unser Wunsch nach alkoholfreiem Bier wird erfüllt. Obwohl wir den Verdacht hegen, dass das schnell irgendwo gekauft wurde. Serviert wird es sogar in einem Glas, was im Iran eine Seltenheit. Denn meist bekommen wir lediglich die Dose ohne Glas auf den Tisch gestellt. Eine weiße Perserkatze nimmt auf dem Tisch hinter uns Platz. Beinahe schon kitschig, aber wunderschön.

Familienfotos im Cafe Arg begutachten

Der Besitzer bringt uns Familienfotos zum Teil aus der Zeit vor der Revolution. Beim Durchsehen der alten Familienbilder haben wir viel Spaß. Beim Verlassen erzählt uns der Besitzer noch Details zur Geschichte des Hauses. Ein Bild aus Zeit vor der Revolution schmückt den Balkon. Die Tür verzieren noch alte Elemente aus dieser Zeit. Ein sehr gemütliches Teehaus mit schöner Tradition und tollem Blick auf die Zitadelle.

Meine Iran Rundreise

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1 Kommentar

  1. Liebe Sabina,
    wieder einmal ein toller Bericht.
    Sehr beeindruckend Dein Foto aus der Ali ebn-e Hamzeh Moschee und auch das Nudeleis ;)
    Liebe Grüße
    Isabel

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