Khaju Brücke in Isfahan - Iran
Reisen und Ausflüge

Vom Feuertempel in Yazd zur Khaju-Brücke in Isfahan – Iran – Tag 11

Vom Feuertempel in Yazd über die Freitagsmoschee in Nain bis zu der Khaju-Brücke warten an Tag 11 jede Menge Sehenswürdigkeiten auf uns.

Zarathustrischer Feuertempel

Um 9 Uhr fahren wir zum zarathustrischen Feuertempel. Der Feuertempel in Yazd wurde 1934 erbaut. Das Feuer für diesen Tempel wurde aus Ardakan geholt und brennt dort angeblich seit circa 500 n. Chr. Zwei Priester halten im Schichtwechsel das Feuer am Leben. Parallelen zum Christentum und Judentum mit dem ewig Licht sind erkennbar. Der Tempel wird von einem riesigen Ahura Mazda geschmückt.

Feuertempel in Yazd mit Ahua Mazda

Neben dem Feuertempel gibt es in einem weiteren Gebäude ein kleines Museum. Hier erfährt man allerhand Wissenswertes über die Religion des Zarathustrismus an sich.

Viele Angehörige der Zarathustra Religion leben mittlerweile in Indien. So wurde auch der Feuertempel in Yazd mit Spenden aus Mumbai finanziert.

Die Fahrt Nain

Insgesamt wollen wir heute noch 325 Kilometer von Yazd bis Isfahan zurücklegen. Doch erstmal ist ein Zwischenstopp in Nain, das etwas 170 Kilometer von Yazd entfernt ist, geplant.

Um 12 Uhr machen wir an einem kleinen, aserbaidschanischen Restaurant Halt. Weit und breit ist nichts zu sehen als dieses kleine Restaurant direkt an der Straße. Das Geschäft scheint gut zu laufen, immerhin wird gerade fleißig ein Platz, vielleicht eine Terrasse, betoniert.

Heute beginnt der Ramadan. Deswegen gibt es in den Restaurants eigentlich erst am Abend bzw. nach Sonnenuntergang etwas zu essen. Hier an der Autobahn wird das alles nicht ganz so genau gekommen. Außerdem gibt es für Reisende eine Ausnahmeregelung. Während die Mitreisenden Kebab essen, gibt es für mich Reis. Den großzügigen Klecks Butter schiebe ich zur Seite. Da mir das zu fettig wird. Der Reis ist jedoch sehr lecker. Davon könnte ich mich mehrere Wochen ernähren. Die Iraner mischen viele leckere Dinge in den Reis, von Safran über Rosinen bis zu Berberitzen – sehr lecker.

Nain - Windtürme - Iran

Jame Moschee in Nain

Nain ist mit 30.000 Einwohnern eine sehr kleine Stadt für iranische Verhältnisse. Viele der Lehmbauten sehen etwas verfallen aus, als würde sich niemand darum kümmern. Dennoch hat Nain einen ganz eigenen Charme. Wir gehen durch die Gassen und sehen wieder Windtürme und Zugänge zu Qanaten wie tags zuvor in Yazd. Es ist heute etwas bewölkt, was sehr angenehm ist. Dennoch haben wir Temperaturen weit über 30 Grad.

Bei der Freitagsmoschee oder Jame Moschee angekommen, findet gerade das Gebet statt. Da heute der Ramadan beginnt, haben sich sehr viele Leute zum Beten eingefunden.

Nain Moschee - Iran

Die ältesten Teile der Jame Moschee, das Minarett wurden 960 n. Chr. erbaut. Die Moschee gilt somit als eine der ältesten noch im Betrieb befindlichen. Im Gegenzug zu vielen anderen Moscheen, die wir bereits gesehen haben, ist sie nicht mit bunten Mosaiken und Fliesen verziert. Dennoch ist sie nicht schlicht gehalten. Aufwendige Verzierungen sind direkt in den Ton gedrückt. Die Baumeister der Moschee haben sich verewigt, indem sie ihren Namen in den Ton geschrieben haben. Zusätzlich wurden mit Ziegelsteinen aufwendige Muster konstruiert.

die Jame Moschee oder Freitagsmoschee in Nain

Im Innenhof der Moschee gibt es einen Brunnen zum Waschen. Außerdem führen Stufen hinab zu einem Qanat-Zugang. Da die Sommer in Nain sehr heiß werden können, gibt es unterirdische, kühle Räumlichkeiten. Diese wurden direkt in den Felsen gehauen und mit Gips verkleidet. Durch 3 Alabaster Fliesen im Innenhof dringt Licht in die Tiefen des Kellers. Eine etwas verborgene Nische dient zum 40-tägigen Fasten. Aus der Mystik geht hervor, dass ein leerer oder mäßig gefüllter Magen gut zum Meditieren und Denken ist.

Sündigen in Nain

Vor der Jame Moschee ist ein kleiner begrünter Platz mit einem Springbrunnen. Hier nehmen wir für unsere Teepause Platz. Der aufmerksame Leser wird nun aufhorchen, wie Ramadan und Teepause direkt vor der Moschee? Ja, ganz recht gehört. Auch wir Reisenden hatten zuerst Bedenken. Doch unser Reiseleiter und der Fahrer beruhigen uns. Der Ramadan wird im Iran von vielen Menschen nicht mehr so streng genommen.

Dennoch blickt uns eine Muslima streng an und wendet sich mokiert ab als ihr unser Fahrer auch noch Tee anbietet. Gut gelaunt erzählt unser Fahrer, dass für in das Paradies oder die Hölle egal sind. Denn während Normsterblich wie wir uns benehmen müssen, um ins Paradies zu gelangen, wird er immer Fahrer bleiben. Schließlich muss jemand die Menschen in die Hölle bzw. das Paradies befördern. Eine sehr interessante Sichtweise, wenn gleich ich bezweifle, dass man dazu eine passende Sure im Koran findet.

Vor der Freitagsmoschee in Nain

Es sind nur wenig Menschen in der Hitze unterwegs. Doch beinahe ein jeder kennt unseren Fahrer und nimmt sich für ein paar Worte Zeit. Ein pensionierter Museumsleiter stößt zu uns. Obwohl er bereits 75 Jahre alt ist, hat er kaum Falten und sieht sehr fit aus. Das Geheimnis seiner Jugend: „Take it easy. Manchmal ist es besser nichts zu hören und nichts zu sehen.“

Khaju-Brück – Hallo Isfahan

Nach den restlichen 155 Kilometer von Nain nach Isfahan bleiben wir direkt an der Khaju-Brücke stehen. Sie ist eine der vielen Brücke am Fluss Zayandeh Rud.

Khaju Brücke in Isfahan - Iran

Die Kahju Brücke stammt aus dieser safawidischen Zeit und ist ein sozialer Hotspot in Isfahan. Die Brücke und der angrenzende Park sind ein beliebt Treffpunkt und Picknickplatz. Der Fluss kühlt die warme Luft. Im Sommer fließt im Fluss oftmals kein Wasser. Dann sind die Isfahaner traurig.

Sieht man im richtigen Blickwinkel durch die Iwane der Khaju-Brücke erscheint eine Kerze. Eine tolle Spielerei mit der richtigen Perspektive.

Löwe am Ende der Khaju Brücke in Isfahan - Iran

An beiden Brückenenden wacht ein Löwe. Durch das aufgerissene Maul sieht man einen Menschen Kopf. Einer der Löwen hat zusätzlich die Waffen (Keule, Bogen, Schild) der Zurkaneh-Kämpfer abgebildet. Auf der anderen Seite der Kahju-Brücke steigen wir wieder in den Bus. Aus dem Bus heraus werfen wir noch einen Blick auf die Si-o-Se Pol oder 33 Bogen Brücke.

Armenische Vank-Kathedrale

In Isfahan werden vier Religionen aktiv betrieben – Islam, Zarathustrismus, Judentum, armenische Christen. Wir fahren in das armenische Viertel. Mit der Vank-Kathedrale wurde den Armeniern ein Platz gegeben, um ihre Religion zu praktizieren. 1665 wurde die Vank-Kathedrale fertiggestellt.

Armenische Kirche in Isfahan

Da Baumeister aus der Gegend mithalfen, vereinen sich hier christliche und muslimische Elemente. Es gibt eine Kuppel. Die Minaretten ähnlichen Türme werden als Glockentürme genutzt. Innen ist die Kathedrale reich mit Bildern bemalt. Es werden die wichtigsten Geschichten der Religion der armenischen Christen erzählt.

In einem Museum erfährt man mehr über die Armenier und ihre Vertreibung. Unter anderem gibt es eine wunderschöne Büchersammlung. Darunter befindet sich das kleinste Gebetsbuch der Welt.

Das kleinste Gebetsbuch der Welt

Ein Abend in Isfahan

Gegen 18 Uhr kommen wir im Sepahan Hotel an. Wir gehen noch mal los und wollen zum Fluss. Angeblich ist dieser ganz in der Nähe. Nach einem langen Fußweg drehen wir in der Überzeugung falsch gegangen zu sein um. Nach Rücksprache mit den anderen Mitreisenden stellt sich heraus, dass uns nur mehr wenige Schritte gefehlt hätte, um den Fluss zu erblicken.

Als es langsam dunkel wird machen wir uns auf die Suche nach etwas Essbarem. Entlang der Straße Chahar Bagh Khaju gibt es jede Menge Imbissbuden. Am breiten Mittelstreifen zwischen den Fahrspuren sind viele Bänke aufgestellt. Die Leute holen sich an den umliegenden Geschäften etwas zu essen und nehmen hier Platz. Ich hole mir Pommes und später ein Eis. Gut eine gesunde ausgewogene Ernährung sieht vermutlich anders aus. Lecker ist es allemal.

Frisch gestärkt nehmen wir noch einmal die Strecke zum Fluss Zayandeh Rud in Angriff. Immerhin soll die Stimmung am Abend besonders schön sein. Viele Menschen picknicken und es weht eine angenehme Brise. Die beleuchtet Khaju-Brücke ist ein absoluter Hingucker. Wir setzen uns ein paar Minuten an das Ufer und genießen schöne Atmosphäre.

Isfahan - Khaju Brücke bei Nacht

Die Si-o-Se Pol Brücke gefällt mir allerdings bei Tag besser. Zwischen der Khaju und der Si-o-Se Pol Brücke liegen zwei weitere Brücken, die befahrbar sind (Joubi & Ferdowsi). Die Ferdowsi Brücke ist mit aufwendigen LED-Lichter Schlangen ausgestattet die ihre Farben ändern.

Mit der schönen Abendstimmungen im Kopf endet ein weiterer, wunderschöner Tag im Iran. Zwei Nächte bleiben wir nun in Isfahan.

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5 Kommentare

  1. Hallo liebe Sabrina,
    ich bewundere deine Reiseleidenschaft und besonders dass es dich in Gegenden zieht die so außergewöhnlich sind. Was für eine wahnsinns Tour. Da bleiben mit Sicherheit so viele Eindrücke. Die Bilder sprechen schon für sich, wunderschön und eben kein alltägliches Touristenziel.
    Danke für diesen informativen Beitrag – euer Fahrer war auch ein ganz besonderer Zeitgenosse hatte ich den Eindruck. Es fällt bestimmt nicht leicht sich von diesen Menschen zu trennen wenn es zurück in die Heimat geht.
    Hab eine gute Zeit. Liebe Grüße
    Kerstin

    1. Hallo Kerstin!
      Es freut mich, dass dir meine Iran-Berichte gefallen.
      Ja, nach so einer Reise und den vielen gemeinsamen Erlebnissen ist es oftmals nicht leicht sich von den Menschen zu trennen.
      Im Zug einer Deutschland Reise (die mich voriges Jahr auch auf die FBM geführt hat ;) ) habe ich auch ein paar der Mitreisenden besucht. Es toll auf diesem Weg Menschen und Länder kennen zu lernen.
      Liebe Grüße
      Sabrina

  2. Hallo Sabrina,

    Tolle Bilder aus dem Iran. Ich habe mir auch den richtigen Beitrag rausgesucht, über Zarathustra habe ich vor nicht allzu langer Zeit etwas in einem Buch gelesen.
    Ich weiß nicht, ob die Reise etwas für mich wäre. Deine Eindrücke finde ich allerdings spannend zu lesen.

    LG, Moni

  3. Es war zwar nicht mein Reiseziel ,aber ich fand den Bericht sehr spannend zu lesen und habe noch einmal neue Einblicke in das Land erhalten. Die ganzen alten Bauten finde ich jedoch beeindruckend, vor allem die beleuchtete Brücke in der Nacht. Sieht wunderschön aus. Zum essen: Auf reisen essen glaube ich die wenigsten ausgewogen, da darf es auch mal Fast Food sein, das ist ja immerhin auch eine Ausnahmesituation.

    Lg Nicole
    litnetzwerk

    1. Hallo Nicole!
      Ja, da hast du vermutlich Recht. Auch wenn es ein absoluter Luxus ist auf Reisen jeden Tag irgendwo Essen zu gehen oder eben auch mal Fast Food, finde ich es schwierig sich im Urlaub ausgewogen und gesund zu ernähren. Generell ist es in Restaurants oft schwierig etwas gesundes zu finden, wenn man nicht gerade nur Salat essen will. So lange sich das ganze in der Waage hält und man wieder mehr drauf achtet, wenn man selber kocht, sehe ich das nicht so tragisch.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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