Masdsched-e-Emam Moschee in Isfahan - Iran
Reisen und Ausflüge

Der zweitgrößte Platz der Welt in Isfahan – Iran – Tag 12

Nach dem Frühstück im dritten Stock des Sepahan Hotel mit Blick über Isfahan starten wir um 9 Uhr zu Fuß. Von dem zentral gelegenen Hotel sind viele Hotspots gut zu Fuß zu erreichen.

Naqsch-e Dschahan – Der zweitgrößte Platz der Welt

Wir schlendern durch den Basar und sehen den Menschen bei der Arbeit zu. Denn die diversen Kunstwerke entstehen direkt hier. Es wird gehämmert, gemalt und es entstehen wunderschöne Vasen, Teller und Co.

Arbeiten auf dem Basar in Isfahan

In der Mitte des Basar ist mit dem Naqsch-e Dschahan oder Platz des Imam, nach dem Tian’anmen-Platz in der China, der zweitgrößte Platz der Welt. Ein gigantischer, wunderschöner Platz – das Märchen aus Tausendundeiner Nacht ist zum Greifen nah.

In der Mitte befindet sich ein hübscher, kühlender Springbrunnen mit vielen Fontänen. Rundherum viel Grün, das am Abend für ausgiebige Picknicke genutzt wird. Der Platz ist vom Basar umrandet. Jedes Geschäft hat einen eigene Iwan mit unterschiedlichen Ziegelmuster. Als Iwan bezeichnet man diese Spezielle Bauform, die wie ein Torbogen aussieht nur oben spitz zusammenläuft.

Naqsch-e Dschahan

Jeder der vier Seiten des Platz wird von einem imposanten Gebäude eingenommen. Dabei handelte es sich um zwei Moscheen (Lotfollāh und Masdsched-e Emām Moschee) sowie dem Ali Qāpu Palast und dem großen Iwan der als Eingang zum königlichen Basar Qeisarieh dient. 

Die Masdsched-e Emām Moschee ist vom Platz geschehen schief ausgerichtet, damit die Ausrichtung nach Mekka stimmt.

Lotfollāh Moschee

Die Lotfollāh Moschee wurde vom Platz gesehen gerade gebaut. Betritt man die Moschee nehmen die Gänge einen sehr ungewöhnlichen Verlauf. Mit diesem Trick steht die Moschee gerade zum Platz und wird erst im Inneren nach Mekka ausgerichtet. In der Lotfollāh Moschee gibt es keinen Innenhof, wie er sonst in Moscheen üblich ist. Da die Moschee ursprünglich als privat Moschee für den Schah konzipiert war, betritt man sie direkt ohne Umwege. In die Ziegelmuster wurden Holzstücke zum Stabilisieren verbaut. Die Lotfollāh Moschee steht auf meiner Liste, der schönsten Moschee ganz weit oben.

Lotfalloh Moschee

Ali Qāpu Palast

Der Ali Qāpu Palast ragt architektonisch in den Basar hinein. Beim Spazieren durch den Basar muss man so einen Bogen machen. Damit wird die Macht des Schahs symbolisiert. Der neuere Teile des Palasts mit der Dachterrasse aus Holz ragt in den Platz hinein. Auf der Terrasse befindet sich Wasserbecken. Der Blick von der Terrasse über den Naqsch-e Dschahan Platz ist atemberaubend.

Der Naqsch-e-Daschahan Palast von oben

Insgesamt hat das Gebäude drei Stockwerke. Die Stufen sind Kunstwerk für sich und mit bemalten Fliesen verziert. Die Stufen sind teilweise sehr hoch und schwer zu erklimmen. Es wurde mehr Wert auf beeindruckende Konstruktion des Gebäudes gelegt, als auf das Praktische. Durch die hohen Decken, haben sich so die hohen Stufen ergeben. Die Decken sind selbst sehr aufwendig konstruiert und in selbst in den unteren Stockwerken kugelförmig.

Ali Qapu Palast - Isfahan

Im obersten Stockwerk befindet sich ein Musikzimmer mit imposanten Gipskonstruktionen und Gipsmuqarnes. Trinkgefäße und Weingläser werden dargestellt.

Im obersten Stock befindet sich das Musikzimmer mit imposanten Gips Konstruktionen und gizzmo kann Ihnen. Diese Stellen Trinkgefäße und Weingläser da.

Ali Qapu Musikzimmer

Masdsched-e Emām Moschee

Die Masdsched-e Emām Moschee ist so konstruiert, dass es ein gutes Echo im Gebetsraum gibt. An einem Stein kann abgelesen werden wann das Mittagsgebet stattfindet. Sobald der Stein keinen Schatten wirft ist es Zeit für das Gebet.

Die Moschee ist teilweise absichtlich nicht symmetrisch gebaut, da nur Allha selbst perfekt ist. Säulen sind beispielsweise auf einer Seite prunkvoll verziert und auf der anderen glatt.

Masdsched-e-Emam Moschee in Isfahan - Iran

Am Eingang der Moschee sieht man, dass viel mit aufwendigen Mosaikarbeiten gestaltet wurde. Auf der rechten Seite ist das symmetrische Muster jedoch nur aufgemalt. Wieso wurde hier plötzlich auf die aufwendigen Mosaiks verzichtet? Nun, es wurde unter großem Zeitdruck gearbeitet. Denn die Moschee sollte vor dem Tod von Schah Abbas I. fertig werden. Die Vollende erlebte dieser jedoch nicht mehr.

Minitaturmalerei

Isfaha ist die Stadt der Künstler. Die Stadt wird von einem ganz eigenen, lebendigen, kreativen Flair bestimmt. Wir besuchen den Miniaturmaler Mostafa Fotowat. Von Wien, Berlin, Frankreich, New York und vieles mehr ist der international bekannte Künstler bereits viel herumgereist.

Mostafa erklärt uns, dass für die Miniaturmalerei nicht einfach Papier verwendet wird, sondern diese Klassischerweise auf Kamelknochen gemacht wird. Um größere Stücke Kamelknochen zu erhalten, gibt es eine spezielle Technik. Dabei werden Knochen pulverisiert und so mehrere Stück nahtlose zusammengefügt.

Miniaturmaler Mostafa Fotowa

Bei der Miniaturmalerei geht es nicht um die Größe des Bildes, sondern um die Feinheit der Linien und vielen Details. Für die ganz feinen Pinseln werden Katzenhaare verwendet.

Auch die Herstellung der handgefertigten Bilderrahmen aus Kupfer ist eine langwierige, schwere Arbeit. Wunderschöne Kunstwerke entstehen in dem kleinen Atelier. Neben der Kunst derartige Bilder zu stellen, es das Malen und die Herstellung der Rahmen eine sehr zeitintensive Arbeit. So kosten bereits kleine Bilder 200 €. Ein Preis der für mich nicht erschwinglich ist, wenn gleich es diese Arbeit bestimmt wert ist.

Persische Teppiche

Weiter geht es mit Kunst. Ganz klar darf ihm Iran ein bisschen Teppichkund nicht fehlen. Wir besuchen den Teppichhändler Sara Carpet. Wir werden sehr freundlich begrüßt und bekomme eine Tasse Tee. Das wird Gaz, iranisches Nougat, mit Pistazien gereicht.

Die Türen werden geschlossen und er Teppichhändler bietet uns Damen an, dass wir gerne das Kopftuch ablegen dürfen. Ich finde dieses Angebot seltsam. Ich habe das Gefühl, dass dadurch eine Vertrauensbasis oder gar Freundschaft simuliert werden soll, die es nicht. Und so behalte ich mich ein Kopftuch auf.

Der Teppichhändler erzählt, dass sein Vater vor den Sanktionen sogar ein Geschäft in Hamburg hat. Eine der Inhaber zeigt uns anschließend wie ein Teppich geknüpft wird. Dabei lernen wir auch den Unterschied zwischen iranischen und türkischen Knoten kennen. Iranische Teppichen haben einen Knoten. Somit ist die Methode zeitaufwendiger und man benötigt mehr Material. Dafür soll sie allerdings auch stabiler sein , da sie die Knoten nicht so einfach lösen können.

Wir bekommen jedoch Menge Teppiche zu sehen. Es wirkt wie eine inszenierte Show der beiden Brüder. Während der einen seinen Text aufsagt, rollt der andere Teppich wild vor uns auf. Besonders faszinieren mich die Teppich mit zwei unterschiedlichen, schönen Seiten. Diese entstehen dadurch, dass zwei Knüpferinnen synchron von beiden Seiten arbeiten. Diese prunkvollen Muster entstehen vor all bei den Nomaden. Diese arbeiten ohne Vorlagen. Es gibt allerdings auch Vorlagen, in denen man sieht was pro Kästchen geknüpft werden muss.

Teppichhändler Show von Sara Carpet

Die Seidenteppich greifen sich fantastisch. Preise ab 700€ und nach oben hin weit über mehrere 1000€ schrecken mich jedoch ab.  Das sind Preise, bei denen ich nicht so schnell im Urlaub eine Entscheidung treffen möchte. Ganz abgesehen davon, dass ich zu Hause überhaupt keinen Platz für einen Teppich habe.

Hier so wie in vielen weiteren Geschäften in Isfahan ist die Zahlung mit der Kreditkarte möglich. Dabei sind unsere europäischen Kreditkarten im Iran aufgrund der Sanktionen eigentlich nutzlos. Man kann weder Geld damit haben und auch nur mit einem Trick der geschäftstüchtigen Iran ist es möglich, dass man nun doch damit zahlen kann. Denn die Händler haben Partner im Ausland. Und so wird das Geld von einem Parnter in Bahrain oder Kuwait abgebucht.

Mittagessen im Ramadan

Wir versuchen etwas zu Mittagessen zu bekommen. Aufgrund des Ramadan eine Herausforderung. Die Restaurants haben scheinbar geschlossen. Allerdings kann man die Rollläden einfach zur Seite schieben und so das Restaurant betreten. Eine gewisse Scheinheiligkeit umschwirrt den Ramadan. Da wir noch einiges auf dem Plan stehen haben und nicht viel Zeit verlieren wollen, entscheiden wir uns für schnelle Kekse und Kuchen, die wir an einem Kiosk kaufen.

Chehel-Sotun Palast

Im schattigen, ruhigen Garten des Chehel-Sotun Palast sind kaum Menschen. Wir nehmen im Schatten Platz und genießen unser schnelles Mittagessen.

Der Chehel-Sotun Palast wird auch 40 Säulen Palast genannt, da sich die 20 Säulen im Wasserbecken spiegeln. Der Eingangsiwan ist mit Spiegeln geschmückt. Im Inneren sind sechs große Fresken mit historischen Fest- und Schlachtdarstellungen.

Chehel Sotun Palast - 40 Säulen Palast

Unter Berücksichtigung der heutigen Lebensumstände im Iran ist das Bild rechts gegenüber dem Eingang interessant. Es zeigt den Empfang von Vali Mohammmed Khan von Turkestan im Jahre 1611. Eine ausgelassene Feier mit viel Wein ist zu tun. Rechts unten sieht man einen betrunkenen Mann. Links unten sind zwei Frauen zu sehen, die gerade Wein trinken und sich unsittlich berühren.

Es ist sehr heiß und die Anstrengung der vorangegangen Reisetage macht sich bemerkbar. Nach den ruhigen und oft menschenleeren Orten und Sehenswürdigkeiten im touristisch weniger erschlossenen Westen von Iran, sind auch die vielen Menschen in Isfahan gewöhnungsbedürftig. Wir fliehen vor der Hitze und den vielen Menschen und machen es uns mit einem kühlen, alkoholfreien Bier im klimatisierten Hotelzimmer gemütlich.

We Talk Art

Um 18 Uhr gehen wir zu einer Veranstaltung der Isfahan Art Organisation. Auf dem Weg durch den Basar kaufe ich eine kleine, bemalte Phase. Keine Arbeit von einem der zahlreichen Meister hier in Isfahan und deshalb mit 10€ auch recht günstig. Als kleines Andenken optimal. In dem Geschäft kann man die Vasen auch weiß, also unbemalt kaufen und in einem Workshop lernen diese zu Bemalen.

Bei der „We Talk Art“ Veranstaltung hält ein Doktor einen englischen Vortrag über Isfahan mit dem Schwerpunkt auf den architektonischen Eigenheiten. Isfahan ist aus zwei Städten entstanden. Eine davon war jüdisch. Die beiden Städte wurden durch den verwinkelten Basar verbunden.

Die Außenfassaden der Gebäude sind oftmals schmucklos. Dies zeugt von der Bescheidenheit der Bewohner. Erst beim Betreten offenbaren sich herrliche Gartenanlagen und schöne Gebäude. Das System spiegelt sich auch in iranischen Häusern wieder. In iranische Häuser wird man nach und nach weiter hineingelassen. Bis man im Innersten, dem Harem, landet. Harem bedeutet nicht, dass dort jede Menge Frauen warten, sondern es handelt sich um einen gemütlichen Raum im Innersten des Hauses.

In Badehäuser hatte jede und jeder je nach gesellschaftliche Stellung und Beruf einen fixen, zugewiesen Platz.

Bevor der Vortrag musikalisch abgerundet wird, schwärmt der Doktor – zu recht, wie ich finde – noch von seiner Stadt. Die ganze Stadt ist künstlerisch angehaucht. Isfahan ist der iranische Hotspot für Kultur, Malerei und Architektur. Selbst die Aussprache der Isfahan gleicht einem Gesang.

Auf einem Gitarre ähnlichen Instrument spielt ein Junge Mensch zwei klassische Isfahaner Lieder für uns.

Mit einem großen Glas Rosenwasser, dass ich aufgrund der enormen Süße unmöglich austrinken kann und einer leckeren Süßspeise, einem Brei aus Reis mit Honigsauce, endet die Veranstaltung.

iranische Süßspeise bei "We Talk Art" in Isfahan

Abendlicher Ausklang

Wir schlendern über den Naqsch-e Dschahan Platz. Eine junge Studentin spricht uns an und wir nehmen uns Zeit ihren Fragebogen auszufüllen. Es sind sehr viele Menschen auf dem Platz unterwegs. Aufgrund der Größe verläuft sich das jedoch recht gut. Viele bereiten sich bereits auf das Abend Picknick vor und warten, auf den Untergange der Sonne.

Wir suchen uns ein gemütliches Plätzchen und beobachten das Treiben. Ein älterer Herr setzt sich zu uns und plaudert interessant in gutem Englisch darauf los. Er möchte wissen wie das Leben bei uns ist. Hauptsächlich interessiert er sich für das Skifahren. Für ihn ist es unvorstellbar, dass es mich als Frau nicht stört nur mit einem Bikini bekleidet gemeinsam mit Männern baden zu gehen.  Ich erkläre ihm, dass ich es von kleinauf, bereits als Kind, nicht anderes gewöhnt bin. Der Herr ist sehr freundlich. Ich merke, dass er sich ein derartiges Leben einfach nicht vorstellen kann, auch wenn ich nicht das Gefühle habe, dass er es abwertet.

Lofollah Moschee in Isfahan

Die besten Falafel des Irans

Zum Abendessen hole ich mir auf der Chahar Bagh Khaju Straße in einem kleinen Imbiss die besten Falafel des Irans und soweit ich das bis jetzt beurteilen kann der Welt. Die Falafel ist riesig und mit viele Petersielie garniert. Mit 35.000 Rial kostet mein Abendessen unter 1€. Der Besitzer des Imbiss war zudem super freundlich. Ich hatte das Gefühl erfreut sich ehrlich, dass Touristen bei ihm Essen wollen. Die Wartezeit auf das Essen hat er uns mit einer süßen klebrigen Isfahan Spezialität verkürzt.

Ja, ich hab mich in diese wunderbare Stadt verliebt. Nicht nur wegen den besten Falafel weit und breit möchte ich gerne wiederkommen. Schade, dass meine Iranreise morgen bereits weitergeht und wir Isfahan verlassen.

Meine Iran Rundreise

Wissenswertes zum Iran bei Lesefreude

Bücher zum / im Iran

2 Kommentare

  1. Ein sehr interessanter Bericht! Der Iran stand nie wirklich auf meiner Liste, aber meine Schwester ist nun schon ein paar Jahre mit einem Iraner zusammen und bei seinen Erzählungen habe ich schon gemerkt, dass das Land wohl ganz anders ist, als ich es mir immer vorgestellt habe…
    Und das mit der Miniaturmalerei ist ja verrückt! Da braucht man schon echt… Geduld! ;)

    1. Hallo Christine!

      Ja, der Iran ist definitiv anders als man glaubt. Auf alle Fälle viel offener. Klar trifft das nicht auf alle Menschen im Iran zu.
      Die Miniaturmalerei hat mich sehr fasziniert. Auch was die Menschen auf Fliesen zaubern ist fantastisch.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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